Brugg
Hitziges Wetter, hitzige Bands: Nur Stromausfall kann sie stoppen

Das Open Air «Lauschallee» in Brugg stand dieses Mal ganz im Zeichen des warmen Wetters. Die vier Bands Furchenschweiss, Serafyn, Insane Betty und Erwin & Edwin heizten dem Publikum ein.

Daniel Vizentini
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Die Band Serafyn heizt ein.
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Die Band Serafyn heizt ein.
Die Band Serafyn heizt ein.
Die Band Serafyn heizt ein.
Open Air «Lauschallee»: 4 Bands heizten Publikum ein
Insane Betty
Insane Betty
Insane Betty
Insane Betty
Insane Betty
Erwin & Edwin
Erwin & Edwin

Die Band Serafyn heizt ein.

Daniel Vizentini

Wenn eine Band namens Furchenschweiss einen Konzertabend einläutet, dann kann man sich in etwa vorstellen, wie dieser abgelaufen ist: nass und klebrig, dafür aber auch heiter und lebendig. Um das wohl wärmste Brugger Jugendfest der letzten Jahre erträglicher zu machen, griffen die Organisatoren des Open Airs «Lauschallee» auf kreative Methoden zurück: Gleich beim Eingang des Festbereiches war ein Wasserschlauch mit kleinen Löchern aufgehängt, aus denen stetig kleine Wassertropfen hinunterprasselten. Wer Abkühlung suchte, musste nur einmal unten durch laufen. Umrundet wurde das Kälteprogramm vom Glacestand der Pfadi gleich nebenan.

Wie jedes Jahr füllten die vorwiegend jugendlichen Festbesucher die Brugger Schulthess-Allee beim Jugendlokal Pic. Sie tranken das eine oder andere Bier, tauschten sich rege aus und lauschten eben den Konzerten der vier Bands. Angefangen mit den humorvollen Rocksongs von Furchenschweiss über die ruhigen, besinnlichen Lieder der Folk-Band Serafyn. Der mehrstimmige Gesang der drei Musikerinnen, untermalt von zwei Cellos, Kontrabass, einer akustischen Gitarre und dem Schlagzeug, entzückte die verträumten Seelen unter den Festivalbesuchern, passte aber irgendwie nicht in die hitzige Festlaune. «Das war ganz okay, aber jetzt wollen wir tanzen», sagte denn auch eine Zuschauerin.

Die Rampensau von Insane Betty

Enttäuscht wurde ihre Erwartung nicht. Gegen 21 Uhr war die «Lauschallee» voll, pünktlich zum Konzert der lokalen Ska-Band Insane Betty. Sänger Cyrill Sutter verstand sogleich seinen Auftrag, etwas mehr Tanzstimmung unter die Zuschauer zu bringen. Und er gab sich Mühe: In gewohnter Rampensau-Manier sprang er pausenlos hin und her und wälzte sich auch mal auf dem Boden. Dies, wenn er denn auf der Bühne blieb: Er lief oft ins Publikum hinein, kletterte auf die Balustraden und sang abseits der Bühne weiter.

Episch bleibt der Moment, als er erschöpft am Bühnenrand sass, sich an die Boxen lehnte, den Ventilator nebenan aufgriff und gegen sich selbst richtete. Doch damit nicht genug: Kurzum hielt er das Mikrofon an das andere Ende des Ventilators und sang so weiter. Das Resultat schien den Zuhörern zu gefallen. Weniger Freude hatte es hingegen, als er etwas Bier ins Publikum warf. «Mann kann es nicht allen recht machen», meinte er danach, machte den Zuschauern aber sogleich einen Versöhnungsvorschlag: «Wir springen nachher in den Fluss. Wer kommt mit?»

Mit verschränkten Armen

Getrübt wurde die gute Stimmung dann leider von einem Stromausfall auf der Bühne. Gekonnt versuchte die Band zwar, den Unterbruch zu umgehen: «Wenn kein Strom da ist, dann gibts halt ein Schlagzeugsolo. Los!»

Den Stimmungshöhepunkt des Abends mussten sie aber dennoch der letzten Band überlassen, die kurz nach dem Feuerwerk auftrat. Erwin & Edwin aus Wien spielte eine Mischung zwischen Electro und Swing, hie und da mit einer kleinen Prise Balkan-Musik. Tanzstimmung war garantiert, nicht zuletzt als der Sänger das Publikum aufforderte, «den Russen in euch» rauszulassen. Die Zuschauer taten dies, wie verlangt: Mit verschränkten Armen wurde gehüpft, was das Zeug hielt. Das Publikum war begeistert, verlangte nach einer ersten Zugabe noch eine, bekam diese aber nicht. Es war schon fast 1 Uhr morgens – leider Zeit, das Open Air «Lauschallee» 2015 ausklingen zu lassen.

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