Gleich mehrere Führungen gleichzeitig fanden am Samstagmorgen rundum und im Dahlihaus statt. Der Eigentümer und Restaurationsspezialist Robert Kühnis sowie einzelne Vorstandsmitglieder des Vereins «Pro Dahlihaus» führten die zahlreichen Interessierten durch das rund 460 Jahre alte Hochstudhaus. Seit der Baubewilligung am 11. Juni geht es rasant vorwärts mit der Sanierung, die vier Wohnungen und eine Loft-Atelierwohnung beinhalten wird. Auch das «Schuhmacherhüsli» wird saniert und kann später für private Anlässe genutzt werden. Der Dachstuhl ist unter einer Plane verschwunden, Baumaterial ist auf dem Vorplatz deponiert.

Blick in den Dachstock

Am Samstag drängten sich die Gäste über hinabführende Holzbretter in die Wohnung des Dahli Hans im Erdgeschoss, dem letzten Bewohner dieses Hauses. Sie besichtigten den Kachelofen aus dem Jahr 1756 und erfuhren, dass dieser um 40 Zentimeter abgesenkt wurde. «Der Raum wird nicht erhöht, die Proportionen müssen stimmen», sagte Robert Kühnis. Die Dahli-Hans-Wohnung wird räumlich nicht verändert. Gemäss Kühnis’ Zielsetzungen soll das alte Haus attraktiv werden, heutigen Wohnansprüchen genügen und sich energietechnisch auf Minergie-Standard bewegen. Die Mieten für die Wohnungen sollten weniger kosten, als Neubauwohnungen gleicher Grösse.

Über dem Hausteil aus dem Jahr 1750 im Osten entsteht eine zweistöckige Attikawohnung und vom Dachgeschoss der vier Wohnungen kann direkt in die Dach-Konstruktion geschaut werden. Besonders interessant werde dies, wo die Steildächer auf die Walme treffen, meinte Kühnis.

Probleme mit den Hochstuden

Ausführlich berichtete Robert Kühnis über die pikante und herausfordernde Arbeit an den Hochstuden. Eine Woche Arbeit war nötig, um den schief stehenden dritten Hochstud zu korrigieren. Der westliche Hochstud war abgefault, da er im Stalldreck stand und der mittlere Hochstud war durch Stalldämpfe geschwächt. Der kaputte Teil dieses Studs wurde durch ein Eichenstammstück aus dem vor vier Jahren abgerissenen Brunner-Haus nebenan ersetzt.

Beat Peterhans, Präsident des Vereins «Pro Dahlihaus», hatte vor den Führungen die ganze politische Geschichte um das Dahlihaus seit 2012 nochmals aufgerollt. Die Zielsetzungen des Vereins seien nun erfüllt. Er präsentierte drei Möglichkeiten, wie es weitergehen könnte: Der Verein wird aufgelöst und die finanziellen Mittel in einen guten Zweck investiert. Ein Nachfolgeverein für kulturelle Anlässe könnte gegründet werden oder der Verein «Pro Dahlihaus» wird als Kulturverein für verschiedene Anlässe weitergeführt. «An der nächsten Generalversammlung im kommenden Frühling wird darüber entschieden», so Peterhans.

Sie hätten vor der Sanierung viel Energie aufgebracht, meinten die Vorstandsmitglieder an die Gäste und an Robert Kühnis gerichtet. Mit diversen energiespendenden Gaben beschenkten sie den Dahlihaus-Eigentümer. So erhielt er eine «Energie-Krippe» aus Holz, Glückskäferli aus einer «Black Box» sowie Fotos alter Hausener Häuser und zum Schluss eine Rüebli-Torte.