Zapfenstreich
Himmel und Erde glichen einem Farbenmeer

Anlässlich des traditionellen Zapfenstreichs vom Mittwochabend liessen die Brugger Schülerinnen und Schüler farbige Luftballons in die Höhe steigen, während leuchtende Blumen das Stadtbild zierten.

Jessica Dubois
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Zapfenstreich in Brugg
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Jessica Dubois

«Die Pädazapfegogestreich-Jazzband begeistert mich. Das ist genau meine Musik!», freut sich der Brugger Fritz Hefti und klatscht begeistert im Rhythmus mit. Mit dieser Aussage steht Hefti bei weitem nicht alleine da: in der Altstadt herrscht anlässlich des Zapfenstreichs vom Mittwochabend für einmal reger Betrieb. Und während die 11-köpfige Jazzband das breitgefächerte Publikum in fröhliche Stimmung versetzt, ertönt plötzlich von weitem imponierende Marschmusik.

Angeführt von der Stadtmusik, pilgern die Brugger Schülerinnen und Schüler anlässlich des Zapfenstreichumzuges von der Schützenmatt bis zum Freudensteinplatz. Jedes Kind führt einen farbigen Ballon mit, was den Umzug in ein buntes Farbenmeer verwandelt. Auf dem Freudensteinplatz angekommen, wird sehnlichst darauf gewartet, die Ballons in die Lüfte zu entlassen. «Drüü, zwoi, eis - looos!» und unzählige Kinderaugen beobachten fasziniert, wie die bunten Ballons den wolkenverhangenen Himmel zum Leben erwecken.

Bewährte Traditionen

Während nun die meisten Kinder mit leeren Händen dastehen, bleibt dem 11-jährigen Nehemia Bertschi ein sorgfältig gepflücktes Eichenästchen. «Ich werde mit einem Klassengspändli ‚tüüschle‘. Letztes Jahr hat sie mich gefragt, dieses Jahr habe ich sie gefragt», erklärt Nehemia und blickt dabei suchend um sich.

Und da taucht die 10-jährige Fabienne Lüscher auch bereits mit einer leuchtenden Granatblüte auf. Mit einem verlegenen Lächeln tauschen die zwei ihre Pflänzchen aus und erhalten damit die alte Tradition des «tüüschle» aufrecht. Fabienne freut sich: «Das Eichenästchen werde ich morgen in meinen Blumenstrauss stecken.»

Blumig ist es auch im Rathausbrunnen geworden, denn auf dem Wasser schwimmen unzählige Blüten in allen Farben. Eine ältere Dame betrachtet das Blumenmeer nachdenklich und legt dann vorsichtig eine lilafarbene Hortensia dazu.

Seit zehn Jahren bringt sie jeweils am Abend des Zapfenstreichs eine Tüte voll Blütenpracht aus dem eigenen Garten für diesen Brunnen. «Eingeführt hat diese Tradition meine Mutter. Wir taten dies jedes Jahr gemeinsam, auch als es ihr immer schlechter ging und wir sie im Rollstuhl schieben mussten.» Vor zwei Jahren verstarb die Mutter, doch ihre Tochter führt die Tradition weiter. «Im Andenken an meine Mutter. Sie hat die Blumen und das Jugendfest geliebt.»

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