«Die Feuerwehr leistet seit Jahren grossartige Arbeit zugunsten der Bevölkerung und der Gemeinde.» An dieser Aussage von Stadtammann Daniel Moser hat niemand gezweifelt an der Sitzung des Brugger Einwohnerrats am Freitagabend. Darüber aber, ob eine neue 100-Prozent-Stelle für einen Stabs-Offizier geschaffen werden muss, um das Kommando zu entlasten, gingen die Meinungen auseinander.

Patrick von Niederhäusern, SVP, erachtete die Erweiterung der Stellenprozente als nicht vertretbar. Er vermisste in der Botschaft detaillierte Angaben, etwa zu den Aufgaben, den Vorgaben oder den Strategien. Kurz: Die Begründung sei dürftig.

«Ja, aber», sagte Michel Indrizzi, FDP. Der Aufwand und die Belastung seien gestiegen, Handlungsbedarf sei vorhanden. Mit einem 100-Prozent-Pensum werde allerdings, im Verhältnis zu anderen Gemeinden, etwas gar viel Butter aufs Brot gestrichen, stellte er fest. «Nicht wahnsinnig erfreut» über den Antrag zeigte sich Herbert Meier, CVP. Von der Feuerwehr werde zwar ein hochprofessionelles, rasches Handeln erwartet, räumte er ein. Aber: «Braucht es von Anfang an eine Vollzeitstelle?», fragte er und stellte den Antrag, das Stellenpensum sei auf 80 Prozent zu reduzieren. Alessandra Manzelli, SP, hielt dagegen. Um die Arbeit professionell ausführen zu können, müssten genügend Stellenprozente zur Verfügung stehen. Ein 100-Prozent-Pensum sei legitim.

Es sei wichtig, hob Stadtammann Moser hervor, am Milizsystem festzuhalten. «Wir sind aber an einem Punkt angelangt, an dem es Unterstützung braucht. Wir wollen nicht länger zuschauen.» Dieser Ansicht war schliesslich auch die grosse Mehrheit der 40 anwesenden Einwohnerräte. Mit 23 zu 8 Stimmen wurde die Erweiterung der Stellenprozente bei der Feuerwehr Brugg um 100 Prozent zugestimmt und ein jährlich wiederkehrender Kredit von maximal 120 000 Franken bewilligt. Diskussionslos mit 39 zu 0 Stimmen angenommen wurden ebenfalls die Weiterführung der «Wirkungsorientierten Verwaltungsführung» bei der Feuerwehr sowie der Globalkredit von 1,48 Mio. Franken für den Zeitraum 2016–19.