Hausen
Hilfe, es brennt – Schüler proben den Ernstfall im Schulhaus

«Was tun, wenn es brennt?» Die Feuerwehr Windisch-Habsburg Hausen zeigte Dritt- und Viertklässlern, was in einem solchen Fall zu tun ist. Am Ende zog Kommandant Lukas Bucher den Hut vor dem Mut der Kinder.

Von Irene Hung-König
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Lukas simuliert einen Beinbruch und wird im Schlitten aus rund neunMetern Höhe evakuiert. Unten empfangen ihn Feuerwehrleute. IHK

Lukas simuliert einen Beinbruch und wird im Schlitten aus rund neunMetern Höhe evakuiert. Unten empfangen ihn Feuerwehrleute. IHK

Irene Hung-König

Es brennt, das Feuer ist im 2. Stock des Meyer-Schulhauses ausgebrochen. Acht Kinder der 3/4c von Lehrerin Béatrice Zülle müssen über die Fenster evakuiert werden. Die
15 Frauen und Männer der Feuerwehr Windisch-Habsburg-Hausen kommen mit Einsatzwagen und Tanklöschfahrzeug angefahren, sofort erkundigen sie sich bei Einsatzleiter Christian Keller nach ihren Aufgaben.

Leitern werden an die Hauswand des Schulhauses gestellt, ein Schlitten bereit gemacht. Die Kinder und ihre Lehrerin sind im 2. und 3. Stockwerk gefangen, denn Feuer und Rauch haben sich schnell ausgebreitet, das Treppenhaus kann nicht mehr benutzt werden.

«Doch dann war es cool»

Ein Feuerwehrmann steigt die Leiter hinauf in den 3. Stock zu den Schülerinnen und Schülern. Das ist eine Höhe von gut 9 Metern.

Viertklässler Anthony ist mit einem Seil um den Bauch gesichert und steigt in Begleitung eines Feuerwehrmanns die Sprossen hinunter. «Das war sehr lustig und toll», sagt er nach seiner Evakuation. Die Achtjährige Soria gesteht, dass sie beim Fensterausstieg gezittert habe und ergänzt mit einem Lachen: «Ich musste ja auch jemanden spielen, der Angst hat.» Sie habe sich aber immer sicher gefühlt.

Gespannt schauen die Kinder Lukas zu, der einen Beinbruch simuliert und im Schlitten evakuiert werden muss. Als der Schlitten zum Fenster hinaus geschoben wird, sind die bereits geretteten Kinder ganz ruhig. Langsam wird Lukas über die Leiter runtergelassen. «

Ich hatte ein komisches Gefühl im Bauch, als ich zum Fenster hinausgeschoben wurde. Doch dann war es cool», erzählt Lukas. Auch noa war es ein bisschen mulmig, als er auf die Leiter steigen musste. «Ich würde das aber nochmals machen.»

Mut der Kinder bewundert

Gemäss Schulleiter Richard Wullschleger probt die Schule Hausen seit zwei Jahren den Ernstfall. Halbjährlich werden Schüler und Lehrpersonen probehalber evakuiert. Auch der Kindergarten führe Evakuationen durch, allerdings nach einem anderen Fluchtplan. Die Kindergarten-Pavillons sind wenige Meter von den Schulhäusern entfernt.

Für die Feuerwehr Windisch-Habsburg-Hausen war dieser Samstag ein Ausbildungsmorgen. «Diese Übung ist für jene gedacht, die während des Jahres nicht so oft üben können», sagte Vizekommandant und Einsatzleiter Christian Keller. Übungsleiter Stefan Keller, der die Übung ausgesteckt hatte, sprach den Feuerwehrleuten eine gute Arbeitsweise aus. Und Kommandant Lukas Bucher zog den Hut vor dem Mut der Kinder.

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