Nach einem jahrzehntelangen Ringen können die Bauarbeiten beginnen: Die sogenannte Teilverkabelung «Gäbihübel» wird realisiert auf einem 1,3 Kilometer langen Abschnitt im Gebiet Bözberg/Riniken. Für die Swissgrid als Eigentümerin des Schweizer Höchstspannungsnetzes handelt es sich um eine Premiere: Zum ersten Mal überhaupt verlegt sie ein längeres Teilstück einer 380-Kilovolt-Leitung unter die Erde.

Beim Spatenstich am Donnerstagabend wurde auf gutes Gelingen angestossen. Anwesend waren Vertreter von beteiligten Planungsbüros, Baufirmen und Behörden sowie Mitglieder der Einsprechergemeinschaft Akut. Diese hat sich im Vorfeld wiederholt starkgemacht für eine optimale Linienführung.

Youtube/Swissgrid

Man sei sich nicht immer einig gewesen, räumte Philipp Isler ein, stellvertretender Leiter Grid bei der Swissgrid. Aber: Man habe miteinander gesprochen und gemeinsam Lösungen gefunden. In mehreren kurzen Ansprachen wurde in der Folge auf die Besonderheiten des anspruchsvollen und aufwendigen, bedeutenden und zukunftsträchtigen Projekts hingewiesen, auf die grossen Herausforderungen, die es bereits in der Vergangenheit an alle Beteiligten stellte und während der Bauphase weiterhin stellen wird im technischen und logistischen Bereich.

Sicherheit steht an erster Stelle

Der Gemeinderat Bözberg sei dem Vorhaben gegenüber aufgeschlossen, begegne diesem aber ebenfalls mit Respekt, sagte Gemeindeammann Therese Brändli. Sie wies auf die Immissionen hin sowie das erarbeitete Verkehrskonzept. Ein zentrales Anliegen sei der Schutz der Bevölkerung, der sichergestellt sein müsse, sagte sie und wünschte eine unfallfreie Bauzeit. «Wir schauen dem Ganzen mit Höchstspannung entgegen.»

Die Bauarbeiten dauern bis voraussichtlich Ende 2020. Zwei Übergangsbauwerke werden das Erdkabel verbinden mit den Freileitungsanschlüssen am nördlichen und südlichen Ende des «Gäbihübels». Diese Übergangsbauwerke beanspruchen je etwa die Fläche eines Eishockeyfeldes. Das nördliche im Gebiet «Pfaffenfirst» wird laut Swissgrid durch den umliegenden Wald bestmöglich abgeschirmt. Das südliche werde im Bereich «Untere Stockacher» direkt unterhalb der SBB-Bözbergstrecke erstellt, um das Landschaftsbild möglichst zu schonen.

Schematische Darstellung eines Übergangsbauwerks.

Schematische Darstellung eines Übergangsbauwerks.

Brugg Cables ist der Lieferant

Gleichzeitig beginnt Swissgrid mit dem Aushub für die Erdkabel, einem 5 Meter breiten und rund 2 Meter tiefen Graben. Während der Bauphase wird dafür ein rund 25 Meter breites Trassee angelegt. Der Einzug der insgesamt 12 Erdkabel in zwei Rohrblöcke soll ab Mitte 2019 erfolgen – eine anspruchsvolle Aufgabe, wie Swissgrid betont. Das Gesamtgewicht der verlegten Kabel beträgt rund 380 Tonnen. Lieferant der Kabel ist übrigens die Brugg Cables. Geplant ist, die neue 380-Kilovolt-Leitung bis Ende 2020 in Betrieb zu nehmen. Im Jahr darauf soll die bisherige Freileitung, die durch die Gebiete von Neu-Riniken und Hafen führt, demontiert werden.

Ab Anfang 2019, ist vorgesehen, können der Öffentlichkeit in einem Besucherzentrum die Auswirkungen einer Verkabelung aufgezeigt werden.