Schinznach-Dorf

Hier steht der grösste Biberdamm im Aargau

Im Längibach in Schinznach-Dorf hat ein Biber einen imposanten Damm errichtet – es ist der grösste im Aargau. Ein Problem könnte die Nähe zur Autobahn werden.

Fröhlich sprudelt der Längibach vor sich hin. Daneben rauscht die Autobahn A3, Lastwagen donnern vorbei. Der Feldweg, der entlang des Bachs führt, ist beliebt bei Spaziergängern. Öffnen diese ihre Augen, entdecken sie rasch entlang des Längibachs bekannte Biberspuren wie angenagte oder gar gefällte Bäume.

Weiter bachabwärts, Richtung Aare, gibts allerdings noch etwas viel Eindrücklicheres zu sehen: Meterlang staut sich das Wasser, ein kleiner See ist entstanden. Grund dafür ist ein Biberdamm, den das fleissige Tier aus Erde, Schlamm, Steinen und Ästen gebaut hat.

Deutliche Spuren: Am Längibach ist der Biber am Werk.

Deutliche Spuren: Am Längibach ist der Biber am Werk.


Der imposante Staudamm ist gemäss Angaben des Kantons der grösste im Aargau. Doch anders als die Biberburgen in Wohlenschwil, Kleindöttingen oder Aarau Rohr war jene von Schinznach-Dorf bisher kaum bekannt. Denn hier lässt man den Biber walten. Probleme gab es bis anhin keine. Anders als in den vorher genannten Gemeinden, wo der Biber – im Fall von Kleindöttingen – eine Windhunde-Rennbahn unter Wasser setzte.

Ausbreitung in Seitengewässer

In Schinznach-Dorf lässt der Gemeinderat das Tier gewähren. «Momentan gibt es kein Problem mit dem Biberdamm», sagt der zuständige Gemeinderat Peter Zimmermann. «Wir nehmen das als schönes Naturschauspiel vor unserer Haustür wahr. Aber wir beobachten die Situation und warten ab, was passiert.»

Immer häufiger kommt es vor, dass sich die Biber nicht mehr an den grossen Flüssen wie der Aare niederlassen, sondern auch die kleinen Bäche bevölkern. «Die Reviere an den grossen Flüssen sind relativ dicht zusammen. Die Seitengewässer bieten heute noch genügend Potenzial für neue Reviere», erläutert Christian Tesini, einer der zwei Biberverantwortlichen beim Kanton.

Wann genau sich der Biber im Längibach niedergelassen hat, ist nicht bekannt. Seit letztem September aber stehen der Gemeinderat und der Kanton in engem Kontakt. «Der Biberverantwortliche des Kantons hat uns damals zu einer Besichtigung des Biberdamms eingeladen», sagt Zimmermann.

Ebenfalls mit dabei waren Vertreter des Bundesamts für Strassen (Astra), weil die Autobahn an den Bach grenzt. Denn: «Am ehesten zu einem Problem könnte es auf der Seite der Autobahn kommen», sagt Zimmermann. «Da muss aber der Bund intervenieren, wenn sich beispielsweise die Strasse absenken sollte.» Ein Entfernen des Damms sei möglich, «wenn durch den Einstau hinter dem Damm Infrastrukturanlagen oder andere Güter von öffentlichem Interesse betroffen sind», sagt Tesini.

Weniger Sorgen muss sich die Gemeinde Schinznach-Dorf machen. «Es kann sein, dass der Flurweg unter Wasser gesetzt wird, wenn der Bach über die Ufer tritt», so der Gemeinderat. «Das Bauamt wird diesen dann wieder instand setzen.» Das koste nicht wahnsinnig viel und sei schnell behoben. «Mehr machen wir nicht», ergänzt Zimmermann. «Wir werden sicher nicht den Feldweg verlegen. Einen grossen Schaden befürchten wir wirklich nicht.»

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