Überraschend ruhig geht es in der Spielecke zu und her. Vier Buben sitzen mit ihren Müttern am Boden und bauen mit Duplo-Klötzen allerlei Figuren. Die Kinder sind ganz in ihrer eigenen Welt versunken, nur als zwei nach demselben Spielzeug greifen, protestiert der eine Knabe.

«In diesem Alter spielen sie noch nicht so gerne zusammen», sagt Eliane Hartmann, die soeben mit einem kleinen Mädchen auf dem Arm dazugekommen ist und die Kinder in der Spielecke betreut. Die beiden Mütter stimmen ihr zu.

Jeden Montag zwischen 14 und 17 Uhr stehen die Türen des Jugendhauses Piccadilly in Brugg offen für Asylsuchende, Flüchtlinge und Einheimische. «Contact» nennt sich das Angebot, das es in sieben Gemeinden im Aargau gibt und das vom Netzwerk Asyl Aargau organisiert wird.

Sprache als Schlüssel der Integration

Schwerpunkt ist der Deutschunterricht. «Die Sprache ist der Schlüssel für eine positive Integration», sind sich Elisabeth Brönnimann und Jörg Hartmann, die die Co-Leitung innehaben, einig. Im Moment gibt es hier zehn Klassen von Anfänger- bis Fortgeschrittenenlevel. Rund 70 Personen profitieren von diesem kostenlosen Angebot.

Vor und nach dem Schulbesuch können sich die Leute in der Cafeteria zum Austausch treffen und das Gelernte gleich praktisch umsetzen. Freiwillige spielen mit den Asylsuchenden Gesellschaftsspiele, erklären die Rechte und Pflichten im schweizerischen Alltag, helfen bei der Benützung des Internets und bei der Wohnungs- oder Arbeitssuche.

Ein weiteres Angebot von «contact» Brugg ist das Patenschaftsprojekt. Dabei begleiten Einheimische einen Asylsuchenden bei der Integration über einen längeren Zeitraum. Dies kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen: Zum Beispiel durch erklären, wie ein Billettautomat funktioniert oder indem der Asylsuchende an einen Dorfanlass mitgenommen wird. «Bereichernd ist es, wenn daraus eine gegenseitige Win-win-Situation entsteht», sagt Jörg Hartmann, «wenn auch der Asylsuchende sich mit seinen Fähigkeiten positiv in die Beziehung einbringen kann».

Doch nicht nur Paten werden gesucht, sondern auch Lehrer für die Deutschkurse und Leute, die im Cafeteriabetrieb mitanpacken. Am dringendsten werden jedoch Helfer zur Kinderbetreuung benötigt. Zwei bis drei Freiwillige sollen es sein. «Es müssen keine Fachpersonen sein. Sie sollten einfach Freude an den Kindern und dem Austausch mit Asylsuchenden haben», erklärt Elisabeth Brönnimann.

Die Aufgabe sei es, mit den Kindern im Alter von zwei bis fünf Jahren zu spielen, während die Eltern im Deutschkurs sind. Jetzt müssen sich die beiden Mütter verabschieden, denn gleich beginnt der Unterricht.

Dolma Jokhang aus Tibet schätzt das Angebot von «contact» Brugg sehr. Sie kommt jede Woche mit ihren beiden Söhnen her. «Es ist hier gut, um Deutsch zu lernen. Auch meine Lehrer sind toll. Mein Mann geht arbeiten. Hier werden die Kinder betreut, sodass ich zur Schule gehen kann.»