Wenn Eltern mit ihren Kindern samstags vor dem Schulareal Au-Langmatt vollbepackte Kisten und Säcke die Treppe hinaufschleppen, ist klar: es ist wieder Spielwarenbörse. An 189 Ständen verkauften Kinder und Jugendliche ihre einstigen Lieblingsspielsachen, die mangels Platz jetzt weichen müssen. «Unser Keller war voll, mein Mami sagte, was bleiben muss, alles andere durfte ich für den Verkauf mitnehmen», erzählt die 9-jährige Bente aus Villnachern.

Sie ist zum ersten Mal an der Spielwarenbörse dabei und hat einen tollen Platz erhalten, wie ihre Mutter findet. Bente zeigt auf das Mini-Bügelbrett samt Bügeleisen, das sie unbedingt verkaufen will. «Ich habe schon einen Bunny und ein Fisher-Price-Spielzeug für Kleinkinder verkauft.» Ihr gefällt es, ihren eigenen Stand zu haben.
Geld gleich wieder ausgegeben

Auch für Levin (9), der seinen Stand in der Turnhalle hat, läuft es gut. «Mein Ziel ist es, möglichst viel zu verkaufen, da ich bald Geburtstag habe. So kann ich mir ein tolles Geschenk leisten», erklärt er. Autos, Donald-Duck-Bücher und ein Lego-Schiff sind schon über den Ladentisch gegangen. Das dafür erwirtschaftete Geld hat er bereits reinvestiert: in eine Nerf-Spielzeugwaffe.

Ein kleines «Familienunternehmen» ist ebenfalls vor Ort: Daniela und Marcel Elitok unterstützen ihre Söhne Aron, Eneas und Michael beim Verkauf. «Wir haben schon Kartenspiele, eine Wandtafel, Spieleklassiker und Bücher verkauft», erklären die Jungs. Den Stand betreuen die Brüder gemeinsam. Für das eingenommene Geld hat jeder seine eigenen Vorstellungen: «Ich möchte mir einen Lamborghini kaufen, später», sagt Eneas.

Stofftiere, Puzzles, Panini-Bildli

Dicht an dicht reihen sich die Stände mit unzähligen Spielen, Puzzles, Stofftieren, Autos, Malstiften, DVDs oder Panini-Bildli. Draussen wie auch in den beiden Turnhallen ist kaum ein Durchkommen, Kaufinteressenten und Verkäufer sind in ihrem Element. Zwischendurch decken sie sich in der Festwirtschaft mit Getränken, Pommes frites oder dem «Brugger Chnebel» ein. Für Bruno Schuler, Organisator und Hauswart der Schulanlage, ist auch 2018 ein voller Erfolg.

Mit 189 Ständen sei die Börse zwar leicht rückläufig, denn hier wurden schon Spielwaren an über 200 Ständen angeboten. «Die Stadt Brugg unterstützt uns mit der Anlage, deshalb müssen wir für das Mitmachen nichts verlangen», erklärt er. 16 Freiwillige sind mit ihm im Einsatz. Angefangen hatte er ganz klein, mit 50 Ständen in der Turnhalle Au. «Im darauffolgenden Jahr waren es schon 80 Stände, und dann gings rasant bergauf.»