Brugg
Hier konnten die Kinder von Anfang an auf Hilfe zählen

Jubiläumsfeier, Tag der offenen Türen, Kinderfest und Ehemaligentreffen: Das Kinderheim Brugg wird 150 Jahre alt. Auf dem Programm stehen diverse Aktivitäten.

Michael Hunziker
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Hansjörg Burger, Stiftungsratspräsident (links), Rolf von Moos, Gesamtleiter sowie Hildegard Stierli, Bereichsleiterin Administration, in der Wohngruppe Neptun.

Hansjörg Burger, Stiftungsratspräsident (links), Rolf von Moos, Gesamtleiter sowie Hildegard Stierli, Bereichsleiterin Administration, in der Wohngruppe Neptun.

Michael Hunziker

Nur wenige Institutionen können auf eine so lange Geschichte zurückblicken: Das 150-jährige Bestehen des Kinderheims Brugg wird 2016 in einem würdigen Rahmen begangen. Vorgesehen sind vielseitige und kurzweilige Aktivitäten, die in Erinnerung bleiben, sagen Hansjörg Burger, Stiftungsratspräsident, Rolf von Moos, Gesamtleiter sowie Hildegard Stierli, Bereichsleiterin Administration. Als OK-Mitglieder haben sie die Pläne am Mittwoch an einer Medienorientierung präsentiert.

Gegründet wurde das Kinderspital Brugg, so der ursprüngliche Name, von Rosa Rahn-Vögtlin in einer Zeit, als die vorhandenen Krankenanstalten keine Kinderabteilungen führten. Gepflegt wurden damals Mädchen und Buben mit schweren Gebrechen wie Knochenfrass, Vereiterungen oder Entzündungen. Ab Mitte des letzten Jahrhunderts wurde das Kinderspital in einer Stiftung weitergeführt. 2010 konnten nach einem umfassenden Bauprojekt die neu gestalteten Liegenschaften eingeweiht werden. «Das Kinderheim befand sich immer im Wandel», stellt Gesamtleiter von Moos fest.

Ernstes und Amüsantes

Im Organisationskomitee für die Jubiläumsfeierlichkeiten vertreten sind sowohl Mitglieder des Stiftungsrats als auch Mitarbeitende. Beim offiziellen und öffentlichen Festakt am Donnerstag, 19. Mai 2016, ist jedermann im Campussaal willkommen. Es soll ein gediegener und spannender Anlass werden mit Reden, Apéro und Unterhaltung sowie der Vernissage der Festschrift, sagt Stiftungsratspräsident Burger. Im Anschluss wird für die geladenen Gäste ein Abendessen im Kinderheim angeboten.

Apropos Festschrift: In dieser wird einerseits die Geschichte des Kinderheims aufgearbeitet. Aufgezeigt wird laut Hildegard Stierli auch, welchen Platz die Institution in der heutigen Zeit einnimmt. In insgesamt 49 Beiträgen kommt die Rede auf die Ideen der Gründerin oder auf den Kindesschutz, auf Verdingkinder oder auf das Leben der Frauen im 19. Jahrhundert. Kurz: Beleuchtet werden pädagogische, medizinische, juristische, politische sowie historische Bereiche, ergänzt wird das Buch mit Interviews und Aufsätzen von ehemaligen und aktuellen Kindern, Jugendlichen und Angestellten. «Viele Episoden werden auch zum Schmunzeln anregen», verspricht Hildegard Stierli.

Ebenfalls zum Jubiläumsjahr gehört ein Tag der offenen Türen am Samstag, 4. Juni – mit Verpflegung, Verkaufsständen, Führungen sowie Darbietungen. Am Freitag, 19. August, folgt ein internes Kinderfest, organisiert vom Lions und Rotary Club. Ein Grillfest für ehemalige Bewohner und Angestellte steht am Samstag, 17. September auf dem Programm. Für dieses Treffen – «wir haben keine Ahnung, wie viele kommen werden», so Gesamtleiter von Moos – sind die Verantwortlichen auf der Suche nach den gültigen Adressen.

Merkur und Orion gut gestartet

Weitere Themen sind im Kinderheim die Angebotserweiterungen und Vergrösserungen. Diesen Sommer haben die Wohngruppe Merkur sowie die Aussenwohngruppe Orion den Betrieb aufgenommen. «Sie sind gut gestartet», sagt von Moos. Die Pläne für die sechste Wohngruppe sowie die 20 Sonderschulplätze hingegen werden vorläufig auf Eis gelegt. Der Grund: Der Kanton steht aus finanziellen Überlegungen auf der Bremse. «Wie es weitergeht, ist noch offen», sagt von Moos.

Anders sieht es beim Bauprojekt Habsburgerstrasse 20 aus. Das Baugesuch soll demnächst öffentlich aufgelegt werden. Benötigt werden die Räumlichkeiten als Ersatz für das Haus am Süssbachweg, das abgerissen wird.

Gut verankert

Das Kinderheim Brugg ist in der Stadt gut verankert und in der Region nicht mehr wegzudenken. Im Wohnheim leben Kinder und Jugendliche unterschiedlichen Alters, zum Teil mit kognitiven Beeinträchtigungen, in fünf Wohngruppen. In der Notfallgruppe werden Kinder bis 11 Jahre temporär für maximal vier Monate aufgenommen.

Die Tagessonderschule wird besucht von Schülerinnen und Schülern aus dem ganzen Aargau. In der Aussenwohngruppe werden Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren aufgenommen. Im Betreuten Wohnen in Windisch schliesslich leben junge Erwachsene, die eine Berufslehre oder Anlehre absolvieren.