Bözberg

Hier kommen die süssen Häschen her

Sabine Sudarta giesst eine Serie Osterhasen.

Sabine Sudarta giesst eine Serie Osterhasen.

Im Bözberg-Beck werden Osterhasen noch komplett von Hand gegossen

Es hängt ein süsser Duft in der Luft. Im Laden nimmt man ihn nur ganz leicht wahr. Hinten in der Backstube ist er schon intensiver. Angela Maurer öffnet eine Tür, die zum Arbeitsraum hinter der Stube führt. «Jetzt gehen wir zu den Häschen», sagt sie. Der Geruch ist nun ganz klar auszumachen. Es riecht nach Schokolade. Genauer nach den frisch gegossenen Osterhasen, die überall im Raum verteilt stehen. Sie sind alle komplett handgemacht. Das kommt an. Deshalb herrscht in der Bözberg Bäckerei momentan Hochbetrieb.

Schritt für Schritt: Ein Bözberger Schoggihase entsteht.

Schritt für Schritt: Ein Bözberger Schoggihase entsteht.

«Wir kommen fast nicht nach mit giessen», sagt Angela Maurer. Anfang Jahr haben sie und ihr Partner Yves Bottlang die ehemalige Bäckerei Hirt auf dem Bözberg übernommen. Damit das Paar die Osterhasen rechtzeitig liefern kann, bietet Sabine Sudarta tatkräftige Unterstützung. Die dreifache Mutter arbeitet nachts als Konditorin in einer Bäckerei in Villnachern und hat schon letztes Jahr auf dem Bözberg ausgeholfen. «Ich giesse schon mein Leben lang Osterhasen», sagt sie und rührt mit einer Holzkelle kräftig die hellbraune Kuvertüre.

Auf das Grad genau

Damit die Schokolade verarbeitet werden kann, muss man sie zuerst schmelzen. Dazu wird sie auf 45 Grad erhitzt. «Heisser darf sie nicht werden, sonst geht sie kaputt», erklärt Angela Maurer. Danach wird die Kuvertüre wieder auf 32 Grad gekühlt. So hat sie die perfekte Konsistenz. «Wenn die Kuvertüre beim Verarbeiten nicht genau 32 Grad hat, glänzt der Hase nicht», sagt Angela Maurer. Heute lehre man, mit dem Thermometer nachzumessen, ob die richtige Temperatur erreicht worden ist. «Ich mache es nach Gefühl», sagt Sabine Sudarta und nimmt zwei Hälften einer Plastikform aus einer Schachtel. «Zu aller erst muss man die Hasen schminken.» Sie schmunzelt.

Kurz darauf ist klar, warum der Arbeitsschritt so genannt wird. Mit einem Trichter aus Backpapier gibt sie eine kleine Menge dunkle Kuvertüre auf die Details, die später beim Osterhasen hervorstechen sollen. Ein Tüpfchen auf das Auge, eines auf das Puschelschwänzchen und im Nu ist der Hase aufgehübscht. Länger dauert es, wenn Yves Bottlang, der gerade ins Arbeitszimmer gekommen ist, die Hasen schminkt. Für seine Kreationen verwendet der Confisseur farbige Schokolade, mit der er viel Detailarbeit leistet. «Ich mache diese Bastelarbeiten gerne», sagt er und zeigt stolz zwei seiner Kreationen.

Schokolade als Hauptnahrungsmittel

Während Yves Bottlang viel Zeit in seine Osterhasen investiert, sind die beiden Frauen pragmatischer. «Mein Lieblingshasse ist der, der am besten aus der Form kommt», sagen sie unisono. Doch bevor es soweit ist, müssen die beiden Formhälften zuerst mit Schokolade ausgepinselt werden. «Wegen der Luftlöcher», erklärt Sabine Sudarta, «und damit der Hase nicht zu dünn wird.» Dann kommt der schokoladigste Part. Nachdem die beiden Hälften aufeinandergesteckt wurden, schöpft Sabine Sudarta grosszügig Kuvertüre durch die Öffnung am Boden des Osterhasen. Wie bei einem Schokoladenbrunnen fliesst die warme Masse in die Form. «Ich esse nach all den Jahren immer noch gerne Osterhasen», sagt Sabine Sudarta und lacht. In diesem Moment schiebt Angela Mauerer kichernd ein Stück angetrocknete Kuvertüre in den Mund. «Schokolade ist im Moment mein Hauptnahrungsmittel. Sie macht, dass ich nicht einschlafe.»

Hasen geben viel zu Tun

Wie viele Hasen das Team in der Bäckerei Bözberg in den letzten Wochen gegossen hat, weiss auf Anhieb niemand. «Es kommen täglich neue Bestellungen rein», sagt Angela Maurer. Normalerweise beginne man im Dezember mit den Hasen. Da sie und ihr Partner die Bäckerei aber erst im Januar übernommen haben, seien sie ein wenig im Verzug. Ausserdem sei Ostern dieses Jahr besonders früh.

Sabine Sudarta nickt. Gerade hat sie den Osterhasen umgekehrt, um die überflüssige Schokolade auslaufen zu lassen. Mit einem schwarzen Stock klopft sie auf die From. «So wird der Hase nicht zu dick», erklärt sie. Dann leert sie einen Teil Kuvertüre auf ein Backblech, streicht sie glatt und stellt die Osterhasenform zusammen mit weiteren in das Schokoladenbad. «Zehn Minuten», sagt sie und stellt sie in den Kühlschrank.

«Man sieht es, wenn die Schokolade dunkler wird, dass sie sich gelöst hat», erklärt Angela Maurer während sie die Hasen aus dem Kühlschrank nimmt. Noch weiss niemand, ob die Osterhasen gelungen sind. Sabine Sudarta öffnet vorsichtig die erste Form. Der Hase sieht zum Anbeissen aus. Er glänzt wie frisch poliert. Auch die Restlichen sind gelungen. Nun kann Ostern kommen!

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