Brugg
«Hier ist keine Jazz-Polizei anwesend»

Die Band Dinner 4/5 hat als Gastgeber den Jazz-Jam im Dampfschiff übernommen - der Generationswechsel hat gut geklappt.

Von Samuel Frey
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Jazz-Jam im Dampfschiff
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Jazz-Jam im Dampfschiff "Wir haben uns sehr über die neuen Gesichter am Jam gefreut", sagt Trompeter Mario Diener.
Jazz-Jam im Dampfschiff Dennächsten Jam wird eine andere Band als die Dinner 4/5 eröffnen.
Jazz-Jam im Dampfschiff Sherley Ureña ist die Sängerin der Band Dinner 4/5
Jazz-Jam im Dampfschiff Die musikbegeisterten Gäste klatschten während des Konzerts.
Jazz-Jam im Dampfschiff Bei einem Jam spielen und singen verschiedene Musiker zusammen, die sonst nicht zusammenspielen.
Jazz-Jam im Dampfschiff Die musikbegeisterten Gäste klatschten während des Konzerts.
Jazz-Jam im Dampfschiff Die Besucher jamten leidenschaftlich.
Jazz-Jam im Dampfschiff An ihrem ersten Jam spielt die Band Dinner 4/5.
Jazz-Jam im Dampfschiff Vor dem Jam spielte die Band Dinner 4/5.

Jazz-Jam im Dampfschiff

«Der Jam ist eröffnet! Bringt eure Instrumente nach vorne, tobt euch an der Picasso-Wand aus oder schreibt an der Geschichte des Abends», sagt Sherley Ureña, die Sängerin der Jazz-Band Dinner 4/5, nach ihrem Konzert im Dampfschiff in Brugg.

Während die Band spielte, füllte sich das Lokal immer mehr: Kleine und grosse Taschen wurden irgendwo verstaut, manche so gross, dass Hilfe nötig war, um sie über die Schwelle zu bringen.

Die musikbegeisterten Gäste klatschten während des Konzerts, und manche konnten es kaum erwarten, selbst auf die Bühne zu kommen. Bei einem Jam spielen und singen verschiedene Musiker zusammen, die sonst nicht zusammenspielen.

Die Band Dinner 4/5 hat als Gastgeber den Jazz-Jam übernommen. «Dieses Mal haben wir den Jam mit einem Konzert eröffnet, schon nächstes Mal wird das eine andere Band machen, aber wir bleiben trotzdem Gastgeber», sagt Trompeter Mario Diener.

Musik und ganz viele Ideen

Die Band, die instrumentell angefangen hat, ist seit zwei Jahren mit einer Sängerin unterwegs. «Wir haben uns einige spezielle Sachen überlegt, etwa der «Märli-Jam»: Dabei können die Gäste Wörter auf Zettel schreiben und die Band, die um 23 Uhr auf der Bühne steht, muss nach diesen Begriffen jamen», erklärt der Trompeter der Band, zu der neben ihm und der Sängerin der Saxofonist Gabriel Stalder, Joël Rehmann am Klavier, Hannes Wittwer am Schlagzeug und der Bassist Jonas Glatthard gehören.

Nicht nur Musiker können ihren Leidenschaften am Jam freien Lauf lassen: An der Picasso-Wand, einem Leintuch, können sich die Gäste gestalterisch austoben und zusammen ein Kunstwerk erschaffen.

Ausserdem erklärt Ureña: «Wir haben ein grosses Papier aufgehängt und einen Satz darauf geschrieben. Jetzt kann jeder, der will, ein weiteres Wort dazuschreiben, bis es zur Geschichte des Abends wird.»

Generationenwechsel

«Es ist Fasnacht, da sind ja sowieso alle auf den Beinen. Wir liefern hier einen Kontrapunkt. Aber es gibt auch Ähnlichkeiten: Bei beiden – dem Jam und der Fasnacht – weiss man nie genau, was noch alles passieren kann», fasst Diener mit einem Schmunzeln zusammen.

«Den Jam gibt es schon fast so lange wie das Dampfschiff selbst. Wir sind froh, dass ein Generationenwechsel stattgefunden hat», erklärt Irene Simmel, Medienverantwortliche des Dampfschiffs.

Der Jam findet viermal pro Jahr statt, und die Gastgeber planen schon die nächsten: «Wir machen eventuell etwas mit Poetry-Slam oder Hip-Hop. Wir wollen ohne Hemmungen miteinander musizieren, Spass haben und auch dem Publikum Freude bereiten», sagt Diener und fügt hinzu: «Hier ist keine Jazz-Polizei anwesend.»