Au-Veltheim
Hier blöken sogar Steinböcke zwischen den Pflanzen

Kunstschaffende präsentieren ihr Handwerk an der 9. Ausstellung in der Gärtnerei Aareblumen in Au-Veltheim. Wichtiger als der Verkauf ist der Austausch, lautet der Tenor. Für die nächstjährige Jubiläumsausgabe haben die Organisatoren bereits erste Ideen verraten.

Irene Hung-König
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Umgeben von Blumen und Pflanzen stehen sie, die holzigen, blechernen oder steinigen Objekte der neun Künstschaffenden. Im Eingangsbereich der Gärtnerei in Au-Veltheim sitzt Margret Döring am Tisch. Sie hat einen Tonblock vor sich und gestaltet eine Schildkröte. Ein richtiges Schneckenhaus soll später draufkommen. Um sie herum sind ihre Keramikarbeiten aufgebaut. Da blöken Steinböcke und Bergziegen, möchte man meinen. Chamäleons beäugen einen fast naturgetreu.

Döring stammt aus dem deutschen Usingen und wurde an die Ausstellung eingeladen. Für die Zeit der Ausstellung wohnt sie bei einer Kollegin in Brugg. «Im Gegenzug habe ich auch andere Künstler zu mir eingeladen», sagt sie und lacht. Margret Döring gibt zu Hause auch Seminare. Ihre Werkstatt ist nebst anderen mit Lehm- und Raku-Öfen, für die spezielle japanische Brenntechnik, ausgestattet. «Ich finde es schön, wenn sich an Ausstellungen gute Gespräche ergeben und nicht nur das Verkaufen im Vordergrund steht.»

Künstler kommen an die Öffentlichkeit

Die Idee der Ausstellung in der Gärtnerei, ist seit Jahren dieselbe: «Es soll eine Plattform für die Kunstschaffenden sein. Im Vordergrund steht, dass die Künstler ihre Arbeiten zeigen können», erklärt Hansruedi Byland, Präsident der organisierenden Kulturvereinigung «Välte läbt».

Er und sein Team sind es auch, welche auf die Künstler zugehen, sie einladen und dafür sorgen, dass die Ausstellung gut durchmischt ist. «Wir reisen von Jahr zu Jahr den Ausstellungen nach, sehen uns bis nach Zofingen um.» Für Hansruedi Byland ist es auch wichtig, dass immer wieder neue Künstler Gelegenheit erhalten, ihre Objekte zu zeigen. Inhaber Heinz Tanner stellt die Räumlichkeiten seiner Gärtnerei gern zu Verfügung. Ihm gefallen vor allem Holz- und Keramikgegenstände.

Andrea Schödler zeigt das Rechaud aus Beton, welches ihr Mann Daniel Moser gefertigt hat.
5 Bilder
Margret Döring gestaltet eine Schildkröte aus Ton.
Diese Frau schaut sich die Keramik-Unikate von Hanna Lehmann an.
Hansruedi Byland, Präsident von Välte läbt, zeigt eine Holzbox des Künstlers Ruedi Dellsperger.
An den Skulpturen und Stelen des Bildhauers Valentino Zucchetti vorbei, blickt man in die Kaffeestube.

Andrea Schödler zeigt das Rechaud aus Beton, welches ihr Mann Daniel Moser gefertigt hat.

Irene Hung-König

Zum Jubiläum, nächstes Jahr, plant die Kulturvereinigung etwas Grösseres: «Uns schwebt vor, dass die Künstler in der Ausstellung an ihren Objekten arbeiten», sagt Hansruedi Byland. Fünf Kunstschaffende hätten sich bereits angemeldet.

Frau springt für den Mann ein

Andrea Schödler aus Stilli steht an ihrem Stand mit Alltagsgegenständen aus Beton: «Das sind die Werke meines Manns Daniel Moser», präzisiert sie. Der gelernte Mechaniker entwarf 2014 eine Bistro-Tischplatte aus Beton für den hauseigenen Balkon. Kollegin Karin hatte daraufhin die Idee, einen Türstopper aus Beton zu fertigen. Natürlich müsste dies Daniel machen. Und so kommt es, dass über betonung.ch einzeln angefertigte Alltagsgegenstände verkauft werden, welche die Namen ihrer Ideengeber beinhalten: Türstopper «Karin», Rechaud «Nicole» oder Zahnputzbecher «Andi».

Kunsthandwerk-Ausstellung: geöffnet bis 26. Februar. Montag bis Freitag, während der Ladenöffnungszeiten mit Kaffeestube von 14 bis 16 Uhr. Samstag:
9 bis 16 Uhr und Sonntag, 10 bis 16 Uhr.

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