Villigen
Hier arbeiten die besten Ingenieure und Wissenschafter

«Eines kann ich Ihnen sagen», holte Professor Friso van der Veen zu bedeutungsvollen Worten aus. «Ich bin überall auf der Welt gewesen. Aber die besten Ingenieure und Wissenschafter arbeiten hier am Paul-Scherrer-Institut.

Marc Reinhard
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Die fliegende Untertasse ist heute ein bedeutender Forschungsplatz. (zvg)

Die fliegende Untertasse ist heute ein bedeutender Forschungsplatz. (zvg)

Da bringt der Bereichsleiter Synchrotronstrahlung und Nanotechnologie am PSI natürlich eine gute Portion «befangenes Selbstvertrauen» mit. Wirft man allerdings einen Blick auf die Highlights der vergangenen Jahre an der Synchrotron-Lichtquelle Schweiz, hat man selbst als Laie keine Mühe, ihm zu glauben.

Mehrere Experimente, die an der SLS durchgeführt worden sind, haben zur Verleihung von Nobelpreisen geführt. Die Forschung, die hier betrieben wird, hat Spitzenniveau, sie erregt regelmässig Aufmerksamkeit unter Sachverständigen. Internationale Kapazitäten kommen nach Villigen, um ihre Experimente durchzuführen.

Kaum einer der zahlreichen Redner, die ihre Worte am Jubiläumsakt im Auditorium an eine gute Hundertschaft ausgewählter Gäste richteten, vergassen dabei zu sagen: «Es sind die Leute, die zählen». Und: «Das PSI bietet einen der modernsten Forschungsplätze und die fortschrittlichsten Technologien auf der ganzen Welt.»

Was macht man hier überhaupt?

Dass diese Frage für die Sachverständigen rhetorischen Charakter haben mag, für die grosse Masse allerdings absolut entscheidend ist, liegt auf der Hand. Ein guter Teil der immens hohen Kosten für die Forschung stammt aus öffentlichen Geldern. In einfachen Worten erklärt zu bekommen, was die Forscher mit der Synchrotron-Lichtquelle Schweiz eigentlich tun, ist ein Recht der Öffentlichkeit (siehe Kasten). Die Vorträge von Dr. Albin Wrulich und Dr. Majed Chergui zeigten deutlich, wie sich die Experten meistens in ihrer Welt bewegen. Selbst mit guter Allgemeinbildung stösst der Laie rasch an seine Verständnisgrenzen.

Dr. Joël Mesot, Direktor des PSI erklärte, was die Forschung an der Lichtquelle der Allgemeinheit bringt: «Die Aufklärung der Struktur von Eiweissmolekülen erlaubt beispielsweise der Pharmaindustrie, neue Medikamente zu entwickeln. Die Brustkrebs-Früherkennung könnte bald entscheidend vorangetrieben werden, da Röntgenaufnahmen von Weichteilen mit viel schärferen Kontrasten möglich sind.

Dr. Meinrad Eberle, ehemaliger Direktor des PSI, hatte den Bau der SLS politisch durchgesetzt und erzählte eindrucksvoll, wie eine kleine Interessengemeinschaft in den Neunzigerjahren den Kampf gegen eine grosse Ablehnung aufnahm. «Es war unglaublich starke Überzeugungsarbeit zu leisten. Heute ist die Akzeptanz breit abgestützt.»

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