Die Thermalquellen von Bad Schinznach brauchen einen umfassenden Schutz. Allerdings fehlen heute – mit der Konzession von 1869 – klare und eindeutige Bestimmungen. Diese sollen mit einem kantonalen Nutzungsplan geschaffen werden.

Anders gesagt: Der bisher nicht richtig definierte Schutzperimeter, der sich aus der Konzession ableitet, wird ergänzt und präzisiert – um die Thermalquellen vor Risiken zu schützen, die zur Zeit der Konzession nicht bestanden haben.

Kommission gibt grünes Licht

2017 wurde der Entwurf des kantonalen Nutzungsplans zur Mitwirkung aufgelegt. Zehn schriftliche Eingaben gingen ein. Die öffentliche Auflage erfolgte von Mitte April bis Mitte Mai dieses Jahres. Eingegangen sind zwei Einwendungen, die nach erfolgten Einwendungsverhandlungen zurückgezogen wurden. Voraussichtlich am kommenden Dienstag steht der vom Regierungsrat vorgeschlagene kantonale Nutzungsplan zur Diskussion an der Sitzung des Grossen Rats.

Unter den Mitgliedern der Grossratskommission für Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung (UBV) ist die Vorlage grundsätzlich unbestritten, heisst es in einer Medienmitteilung. Nach Klärung diverser technischer Fragen sei dem Vorschlag des Regierungsrats deshalb einstimmig zugestimmt worden.

11 Gemeinden sind betroffen

Entdeckt wurde das Thermalwasser in Schinznach-Bad 1651. Die heutige Bad Schinznach AG hat sich entwickelt zu einem bedeutenden Dienstleistungsunternehmen mit Thermalbädern, Klinik, Kurhotel, Sporteinrichtungen sowie Gastronomie.

Gleichzeitig wächst in der Region das Interesse an der Nutzung des Untergrunds, beispielsweise für unterirdische Bauten oder zur Energiegewinnung mittels Geothermie, hält der Regierungsrat in der Botschaft an den Grossen Rat fest. «Damit ist im Umfeld der Thermalquelle von Schinznach-Bad mit Nutzungskonflikten zu rechnen, denn bauliche Eingriffe in thermalwasserführende Schichten im Untergrund könnten dessen Ergiebigkeit und Qualität beeinträchtigen.»

Auf dem Areal der Bad Schinznach AG bestehen derzeit drei Quellen. Aus der einen Bohrung werden pro Minute 470 Liter des 44 °C warmen Muschelkalkwassers aus 370 Meter Tiefe gefördert. Um den nachhaltigen Schutz der Thermalquellen zu gewährleisten, wurde das Einzugsgebiet bestimmt und danach – in Abhängigkeit des Risikos – in drei Schutzbereiche mit spezifischen Nutzungsvorschriften unterteilt. Die Schutzbereiche umfassen Teile der Gemeinden Schinznach-Bad, Bözberg, Brugg, Habsburg, Hausen, Holderbank, Lupfig, Schinznach, Veltheim, Villnachern und Zeihen.