Angefangen hat alles 1949 mit der – aus heutiger Sicht – bescheidenen Einzahlung von 100 Franken in einen Altersheimfonds.

Barbara Stüssi-Lauterburg schilderte eindrücklich, wie die Windischer im Alter früher «weggezügelt» wurden, meist in Heime in der Umgebung. Als Tochter des früheren Gemeindeammanns erlebte sie solche «Transporte» hautnah. Stüssi begleitete ihre Mutter, wenn sie den Leuten im Exil Geschenke wie Unterhosen aus der Heimat überbrachten.

Sparen um jeden Preis

Allmählich gelangte die Bevölkerung zur Überzeugung, dass betagte Menschen in Windisch alt werden dürfen. Ein Gemeindeversammlungsentscheid und zahlreiche Aktivitäten wie das dreitägige Dorffest im Jahr 1961 legten die Basis für die Gründung einer Stiftung im Folgejahr. Somit war der Weg für den Erwerb eines Bauernhauses im Zentrum von Windisch und für die Planung des Altersheims. Sparsamkeit, Qualität und Nützlichkeit waren die Hauptkriterien. «Balkone und WC-Deckel lagen nicht drin und im Keller gab es ein zentrales Bad», wie Stüssi berichtete. 1967 wurde die Institution eingeweiht. Pensionäre zahlten damals je nach Einkommen zwischen 9 und 16 Franken pro Tag. Das erstaunt Verwaltungsratspräsident Robert Kamer: «Beeindruckend, was mit 100 Franken erreicht werden kann.»

Der frühere Heimleiter, Casimir Schäffler, plauderte aus dem «Nähkästchen». Er erlebte noch, wie demente Pensionäre am Stuhl festgebunden wurden. Ihm und seiner Frau sei es aber immer ein grosses Anliegen gewesen, unkompliziert auf die Bedürfnisse der Bewohner einzugehen. Sie führten den Grundsatz «Freiheit vor Sicherheit» ein. Im Garten organisierten sie schöne Feste und ermöglichten auch mal ein Nachtessen mit Cervelats und Bier sowie eher ungewohnte Speisen wie Pizza oder Fisch. Seit bald 15 Jahren führt Heimleiter Urs Keller zusammen mit seiner Frau, Beatrix, den Lindenpark: «Kontinuität ist sehr wichtig für die Bewohner. Das bringt Ruhe ins Heim.»

Im Namen der drei Trägergemeinden, Windisch, Habsburg und Mülligen, überbrachte Gemeinderätin Renate Trösch einen Check für die Anschaffung eines zweiten Aquariums.