Lupfig-Scherz
Herz mit Federn oder gelbe Ähren: Welches Wappen hat nun die neue Gemeinde?

Die Gemeindeammänner betonen, dass bei Zusammenschluss von Lupfig und Scherz niemand benachteiligt werden soll. Dennoch sind die Meinungen etwas verschieden. Am Schluss wird aber so oder so das Stimmvolk über Wappen und Ortsnamen entscheiden.

Michael Hunziker
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Fusion Lupfig-Scherz: Am Schluss wird das Stimmvolk über Wappen und Ortsnamen der neuen Gemeinde entscheiden.

Fusion Lupfig-Scherz: Am Schluss wird das Stimmvolk über Wappen und Ortsnamen der neuen Gemeinde entscheiden.

AZ

Es ist ein Projekt von zukunftsweisender Bedeutung für Lupfig und Scherz: Derzeit werden die Grundlagen für einen Zusammenschluss der Gemeinden erarbeitet. Die ersten Ergebnisse liegen vor, letzte Woche haben die Verantwortlichen zum Gedankenaustausch eingeladen und ein Zwischenfazit gezogen. Entgegengenommen wurden bei dieser Gelegenheit auch Anregungen.

Hervorgehoben wurde auf die entsprechenden Fragen, dass bei einer Fusion – um Probleme zu vermeiden – Ortsnamen sowie Wappen der beiden Gemeinden erhalten bleiben. Welches Wappen aber wird in Zukunft offiziell für die neue politische Gemeinde verwendet?

Auch wenn die Vorarbeiten noch nicht ganz abgeschlossen sind, steht für den Lupfiger Gemeindeammann Richard Plüss fest: «Die zusammengeschlossene Gemeinde soll nach Meinung des Lupfiger Gemeinderats das Wappen von Lupfig und den Namen von Lupfig haben.»

Als Grund nennt Plüss den grossen Industrie- und Gewerbeanteil. Viele Firmen seien mit der Lupfiger Fahne verbunden und beflaggt. Das Scherzer Wappen dagegen, fährt er fort, könne auch künftig bei jeder Beflaggung aufgehängt werden und den Ortsteil Scherz zieren. «Es hat nach wie vor Gültigkeit.» Die Situation ist laut Plüss vergleichbar mit derjenigen beim Zusammenschluss von Brugg und Umiken. Name und Wappen blieben unverändert.

Entscheid liegt beim Stimmvolk

Der Gemeinderat Scherz ist laut Gemeindeammann Hans Vogel der Namen- und Wappenfrage gegenüber offen. Er kann den Vorschlag aus der zuständigen Arbeitsgruppe nachvollziehen, der neuen politischen Gemeinde einen anderen Namen zu geben. «Dies umso mehr, als das Dorf Lupfig ja so oder so Namen, Wappen und Postleitzahl behalten wird, womit sich für die ansässigen Firmen nichts ändern würde.»

Laut Plüss und Vogel ist es – mit den Entscheiden an den nächsten Sommergemeindeversammlungen sowie an der Urne – am Schluss das Stimmvolk, das über den Zusammenschluss und damit über Wappen und Ortsnamen entscheidet. Mit dem Erhalt der bisherigen Wappen und dem Namen werde nichts vergeben, ergänzt der Lupfiger Gemeindeammann mit einem Blick in die Zukunft und einer möglichen Vereinigung von Birr, Birrhard, Lupfig und Scherz. Durch die unveränderten Postleitzahlen, fügt Plüss an, gibt es ausserdem keine Konflikte mit gleichen Strassennamen, zum Beispiel Holzgasse. «Da hat man aus dem Fall Bözberg gelernt.»

Übergangen oder benachteiligt werde bei einer Fusion niemand, hält Plüss fest. Grundsätzlich herrsche zwischen den beiden Gemeinden ein sehr gutes Klima, sagen beide Gemeindeammänner übereinstimmend. «Auch die Behörden arbeiten offen und intensiv miteinander. Vertrauen ist Grundvoraussetzung, denn das braucht es bereits vom ersten Tag an bei dieser Diskussion. Wir sind überzeugt, dass ein Zusammenschluss zum Vorteil von beiden Gemeinden und ein richtiger sowie wichtiger Schritt in die Zukunft ist.»

Mit Emotionen verbunden

Jede Gemeinde verfügt über einen Namen, ein Wappen sowie ein Siegel, sagt Yvonne Reichlin, Leiterin der kantonalen Gemeindeabteilung. Bei einer Fusion zwischen zwei unterschiedlich grossen Gemeinden sei es nicht unüblich, dass der kleinere Partner mit dem Namen auch das Wappen des grösseren übernehme. Werde die kleinere Gemeinde im Zuge des Zusammenschlusses also zu einem Ortsteil, bestehe das alte Wappen zwar weiterhin, werde aber offiziell nicht mehr verwendet. «Es hat keine rechtliche Bedeutung mehr.»

Schliessen sich mehrere Ortschaften zusammen – als Beispiel nennt Yvonne Reichlin die Gemeinde Mettauertal – wird gerne ein komplett neues Wappen gewählt. «Dieser Prozess der Gestaltung und der Auswahl kann durchaus identitätsstiftend sein und den Zusammenhalt stärken.» Teilweise sei es auch möglich, die Elemente aus bestehenden Wappen zu übernehmen.

Sowieso dürfe der Bereich Wappen nicht vernachlässigt werden bei einer Fusion, weiss Yvonne Reichlin aus Erfahrung. «Es ist ein wichtiges Thema, das mit Emotionen verbunden ist und immer wieder für Diskussionen sorgen kann.» In der Regel würden deshalb die Fragen rund um das Wappen – genau wie etwa auch diejenigen um die Zukunft der Ortsbürgergemeinden – in einer Fachgruppe bearbeitet.

Bei der Gestaltung eines Gemeindewappens, fährt Yvonne Reichlin fort, gelte es, Sorgfalt walten zu lassen und bestimmte Regeln und Grundsätze zu berücksichtigen – zu Ästhetik, Farben oder Formen. Es empfehle sich, für vertiefte Abklärungen frühzeitig einen Fachmann, einen Heraldiker, beizuziehen. Genehmigt werden muss das Wappen vom Regierungsrat.

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