Bezirk Brugg

Herrchen aufgepasst: Wer einen Hund hat, muss diese Regeln beachten

Ab 1.April bis 31.Juli müssen die Hunde im Wald und am Waldrand an der Leine geführt werden.

Ab 1.April bis 31.Juli müssen die Hunde im Wald und am Waldrand an der Leine geführt werden.

Hundehalter sind verpflichtet, ihren Hund so zu halten, dass Menschen und Tiere nicht gefährdet oder übermässig belästigt werden. So stehts im Hundegesetz. Aber halten sich die Herrchen an die Vorschriften?

Keine Frage: Hunde brauchen Auslauf. Nur: Nicht alle Spaziergänger mögen frei laufende Tiere – Sätze wie «er tut nichts» hin oder her. Gemäss Hundegesetz ist der Fall klar: Hundehalter sind verpflichtet, ihren Hund so zu halten, dass Menschen und Tiere nicht gefährdet oder übermässig belästigt werden. Die Hunde haben jederzeit unter Aufsicht und Kontrolle zu sein.

Zum Schutz der jungen Wildtiere müssen die Hunde ab 1. April bis 31. Juli im Wald und am Waldrand an der Leine geführt werden. Die Erfahrungen mit dieser Leinenpflicht, die seit 2009 besteht, seien positiv, sagt Thomas Stucki, Sektionsleiter Jagd und Fischerei im kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Eine grosse Mehrheit der Hundehalter halte sich an ihre Pflichten. Natürlich gebe es auch Ausnahmen – was zu Diskussionen oder gar Anzeigen führen könne, wenn ein Wildtier verletzt oder gar getötet werde. «Es sind aber wenige Hundehalter, die für Probleme sorgen», betont Stucki. Auch beim Kantonalverband Aargauer Kynologen (KVAK) stosse die Leinenpflicht auf Akzeptanz.

Kantonstierärztin Erika Wunderlin schätzt das Einvernehmen von Hundehaltern und nicht Hundehaltern im Aargau ebenfalls als gut ein. Die Menschen seien im Allgemeinen tierliebend und der Hund geniesse nach wie vor ein positives Image in der Bevölkerung. Schwierigkeiten treten laut Wunderlin dort auf, wo keine Rücksicht auf die Bedürfnisse und Ängste des anderen genommen werde und ein schlechter Kommunikationsstil herrsche. Aber: Diese Aussage könne auf viele weitere Gegebenheiten – zum Beispiel Verkehr, nächtliche Lärmimmissionen – angewendet werden.

Hundehalterin verurteilt

Für Aufsehen sorgte vor über zwei Wochen ein Urteil des Bundesgerichts. Einer Hundehalterin aus Wettingen wurde verboten, mit mehr als fünf Hunden gleichzeitig Gassi zu gehen. Anders gesagt: Das Bundesgericht entschied, dass pro Person höchstens fünf Hunde erlaubt sind und vier davon immer an der Leine sein müssen.

In der Schweiz können die Gemeinden eigene Regeln aufstellen. Es bestehen unter Umständen also Hundeverbotszonen oder eine örtlich beschränkte Leinenpflicht.

Wie sieht die Situation im Bezirk Brugg aus? Regelungen, wie viele Hunde gleichzeitig Gassi geführt werden dürfen, kennen die Gemeinden nicht. In Remigen musste sich der Gemeinderat vor Jahren einmal mit einer Anfrage für ein Hundesitting befassen und hat – gestützt auf einen Verwaltungsgerichtsentscheid – festgehalten, dass in der Wohnzone maximal drei Hunde pro Besitzer gehalten werden dürfen.

Spezielle Hundeverbotszonen für einzelne Gemeinden bestehen im Bezirk nicht. Gemäss Polizeireglement ist es verboten, Hunde unbeaufsichtigt laufen zu lassen – ausser auf privaten, nicht öffentlich zugänglichen Arealen. Im Bereich von Schul-, Sport- und Friedhofanlagen sowie öffentlichen Spiel- und Grünflächen sind Hunde an der Leine zu führen. Beispiel Villigen: Dort sind Hunde im Schwimmbad nicht zugelassen.

Viel Grün für die Vierbeiner

Bedarf nach weiteren Regelungen gibt es offenbar keinen. Auenstein sei eine ländliche Gegend – die Hundehalter hätten genügend Möglichkeiten, ihren Vierbeiner ausserhalb des Zentrums oder von heiklen Arealen auszuführen, nennt Susanne Notter, Gemeindeschreiber-Stellvertreterin und Leiterin Einwohnerkontrolle, einen Grund. Ähnlich tönt es in Scherz: Das Verhältnis mit den Hundehaltern sei gut, sagt Gemeindeschreiberin Michèle Bächli. «Scherz ist ein ländliches Dorf mit viel Grünfläche, weshalb die Leute auch genügend Möglichkeiten haben, ihre Hunde auszuführen.»

In der Regel werden die Hundehalter in den Mitteilungsblättern der Gemeinden auf das korrekte Verhalten hingewiesen.

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