Andreas Heinemann, der in Vertretung von Präsident Hans-Rudolf Wyss die Mitglieder der AIHK Brugg auf dem Grundhof in Bözberg begrüsste hatte, fuhr fort: «Anderseits widerspricht der Ansatz der SP vollständig unseren Grundsätzen. Er stellt ein Lohndiktat und einen Eingriff ins Lohnsystem dar. Die Initiative schiesst völlig am Ziel vorbei. Sie sollte wuchtig abgelehnt werden.»

Auch AIHK-Präsident Daniel Knecht stellte zur Initiative fest: «Tiefe Löhne würden mit 1: 12 nicht steigen. Am Schluss verlieren alle.» Daniel Knecht warnte aber davor, die Chancen der Initiative in der Volksabstimmung zu unterschätzen. Heiterkeit löste er mit seiner Bemerkung aus, dass man – auf der Unternehmerseite natürlich – daran arbeite, überhaupt je Faktor 12 zu erreichen.

Licht und Schatten

Die sehr positiven Prognosen zur Entwicklung des Bruttoinlandprodukts sowie gewisse Indikatoren würden zwar Hoffnungen für die Exportindustrie wecken, stellte Andreas Heinemann in einem Ausblick auf das wirtschaftliche Umfeld fest. Auch habe die Zuwanderung einen gewaltigen Boom ausgelöst. Es stelle sich aber ein Fragezeichen dazu, wie es weitergeht.

«Die Schuldenprobleme lassen sich zwar zu Tode reden», sagte Andreas Heinemann. «Sie sind aber noch nicht gelöst. Wir befinden uns in einem geldpolitischen Experiment, von dem man nicht weiss, wie es ausgehen wird.»

«Wir sind stabil unterwegs»

Die Exportindustrie leide enorm, betonte er. Die Ursachen lägen dabei nicht nur in der Frankenstärke, sondern auch in einer nachlassenden Nachfrage. Auch beim Gewerbe sei nicht so sicher, ob die positiven Signale durchdringen würden, sagte Andreas Heinemann.

Immerhin konstatierte Daniel Knecht, dass die Wirtschaft im Aargau nach wie vor erstaunlich gut laufe.

«Wir sind stabil unterwegs», stellte der AIHK-Präsident fest. Jürg Suhner, der Geschäftsleiter des zur Suhner Holding gehörenden Grundhofes, stellte den Mitgliedern der AIHK Region Brugg den beeindruckenden landwirtschaftlichen Betrieb vor. «Der Grundhof steht zwischen Tradition und Moderne», sagte er.

Tierbestand: Tendenz steigend

Auf dem Vorzeigebetrieb mit seinen rund 100 Hektaren und weiteren 30 Hektaren Pachtland stehen Milchwirtschaft, Schweinemast und Futterbau im Vordergrund. Der Tierbestand umfasst zurzeit 65 Milchkühe – «Tendenz steigend», wie Jürg Suhner erklärte – sowie 250 Mastschweine. Jährlich werden rund 580 000 Liter Milch und rund 54 Tonnen Fleisch produziert.

Erzeugt wird auf dem Grundhof aber auch Strom. Auf dem neuen Laufstall betreibt die Energie Unterbözberg AG, hinter der die Suhner Holding und die IBB-Gruppe aus Brugg stehen, eine Photovoltaikanlage, die mit einer Modulfläche von 1600 Quadratmetern jährlich 277 000 kWh elektrische Energie liefert.