Brugg
Hemmschwelle, eine Galerie zu betreten ist gross: «Man muss sich in ein Objekt verlieben»

Die Galerie Immaginazione in Brugg feiert ihr fünfjähriges Bestehen mit einer Ausstellung mit Lieblingswerken von 20 Künstlern.

Ina Wiedenmann
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Der Brugger Künstler Claudio Cassano feiert das kleine Jubiläum gemeinsam mit zwanzig weiteren Künstlerinnen und Künstlern.

Der Brugger Künstler Claudio Cassano feiert das kleine Jubiläum gemeinsam mit zwanzig weiteren Künstlerinnen und Künstlern.

Eigentlich ist es ganz einfach: «Man muss sich in ein Objekt verlieben», sagt der Brugger Künstler Claudio Cassano. In der ungezwungenen Atmosphäre der Galerie Immaginazione ist das leicht möglich, denn hier hat jedes Kunst-Objekt den richtigen Platz, um zu wirken und sich beim Betrachter einzuschmeicheln.

Zurzeit bereitet Claudio Cassano zusammen mit seiner Frau Regula eine Jubiläumsausstellung vor. Generell nimmt er sich für jede Ausstellung viel Zeit. Mindestens achtmal pro Jahr wird von ihm in Zusammenarbeit mit seinem Freund Matt Affolter-Fischer die Galerie neu arrangiert: Bilder aufgehängt, Skulpturen gestellt, Objekte gruppiert und alles zusammen ins rechte Licht gerückt.

Die Künstler wissen den Aufwand zu schätzen

Dabei ist wichtig, dass sich die einzelnen Kunstobjekte nicht gegenseitig stören. Der Betrachter darf nicht abgelenkt werden, wenn er vor einem Objekt steht. Die Mühe, die sich Claudio Cassano fürs Zusammenstellen macht, wissen die Künstler zu schätzen, die ihre Werke bei ihm ausstellen.

In den vergangenen fünf Jahren ist vor allem das Zusammenspiel mit den Besuchern besser geworden, meint der Galerist und Künstler. Leider sei die Hemmschwelle der Menschen, eine Galerie zu betreten, immer noch gross.

Daher geht das Ehepaar Cassano gern ungewöhnliche Wege, um Öffentlichkeit und Kunst zusammenzubringen. Sie kombinieren Kunst mit Lesungen, Konzerten, Netzwerk-Veranstaltungen und Live-Performances. Sie nehmen Kunst auch mit hinaus aus der Galerie – auf den Schrottplatz oder auf die Gewerbeausstellung.

Claudio Cassano betont, dass seine Frau Regula für Werbung, Kontakte und Termine zuständig sei und einen grossen Anteil am Erfolg der Galerie habe. Ein wichtiger Termin in der Galerie ist immer donnerstags. Dann können sich Besucher bei «Kunst und Apéro» in lockerer Atmosphäre unterhalten und Kunstwerke bestaunen.

Obwohl ausserhalb von Brugg, ist die Lage ideal

Obwohl die Galerie an der Aarauerstrasse 96a etwas ausserhalb von Brugg liegt, hält das niemanden davon ab, hierherzukommen. Die Lage ist optimal, denn gleich nebenan ist das Atelier des Künstlers. Er kann ohne Zeitverlust zwischen beiden Orten hin- und hergehen. Ausserdem hat es genügend Parkplätze und niemand stört sich, wenn in der Galerie ein Konzert stattfindet.

An der Ausstellung zeigen zwanzig Künstlerinnen und Künstler ihre Lieblingswerke. «Die Besucher sollen offen sein und sich überraschen lassen», sagt Cassano und lächelt vielversprechend. Wer weiss: Vielleicht verliebt sich ja der eine oder die andere dort.