Noch im Alter von 90 Jahren leitete Margrit Fuchs das von ihr aufgebaute Hilfswerk in Ruanda, dann starb sie bei einem Verkehrsunfall. Das Hilfswerk wird seither von einem Schweizer Stiftungsrat weitergeführt und weiter ausgebaut. Finanziell getragen wird es wie schon zu Lebzeiten der Gründerin von der Leserschaft der an den traditionellen Weihnachtsaktionen beteiligten Zeitungen – eine wohl einmalige und eindrückliche Trägerschaft.

Stand:

702'100 Franken

SO KÖNNEN SIE SPENDEN
So können Sie bis zum 12. Dezember spenden:

  • Waisenhilfe: Betreuung eines Kindes in einem Waisenhaushalt 150 Franken für ein Jahr, 75 Franken für ein halbes Jahr.
  • Schulgeld: Schulbesuch eines Kindes 150 Franken für ein Jahr, 75 Franken für ein halbes Jahr.
  • Vieh: Milchgeiss 80 Franken, Schwein 50 Franken, Kuh 600 Franken (auch ein Anteilbetrag ist möglich).
  • Institutionen des Hilfswerkes: Beliebiger Betrag für Betreuung Strassenkinder, Kinderheim, Lehrwerkstätten, Mütterstation, Spitalpatienten, Kleinkredite, Nothilfe u.a.m.

Spenden können Sie wie folgt:

  • Telefon: 058 200 50 25 (werktags 08.00-12.00 und 13.30-17.00 Uhr)
  • E-Mail: ruanda@azmedien.ch
  • Direktüberweisungen sind wie folgt möglich:
  • Raiffeisenbank Wasserschloss, 5412 Gebenstorf
  • Konto/IBAN: CH42 8069 0000 0022 2228 0
  • Clearing-Nr. 80690
  • Post-Konto der Bank: 50-4158-4
  • Vermerk: Stiftung Margrit Fuchs Ruanda
  • Auch bei Direktüberweisung bitte Spende der Spendenzentrale melden, damit die Bestellungen detailliert nach Ruanda übermittelt werden können.

Nach Bestellungseingang schickt das OK den Spenderinnen und Spendern einen Einzahlungsschein zu. Die Spenden sind bei den Steuern abzugsberechtigt. Das OK dieser Sammelaktion und der Stiftungsrat des Hilfswerkes verschicken aus finanziellen und administrativen Gründen keine Spendenbestätigung; bitte dem Steuerformular den Beleg der Post- oder Banküberweisung beilegen.

Jeder Franken fliesst nach Ruanda


Da in der Schweiz keine Kosten für Administration und Organisation anfallen, kommt jede Spende vollumfänglich den Bedürftigen in Ruanda zugute. Der Bund hat die Aufsicht über das Hilfswerk und die Stiftung inne.
  • Herzlichen Dank!

Hilfswerk-Infos: www.ruanda.ch
Geleitworte

Geleitworte zur Jubiläums-Sammelaktion 2013

Bundesrätin Doris Leuthard

Nicht die Summe des Vermögens oder die Zahl der Titel messen den Wert eines Menschen – es sind seine Taten. Margit Fuchs war ein solch wertvoller Mensch; mutig, hilfsbereit, engagiert. Und all jene tun Wertvolles, die für ihr Hilfswerk direkt in Ruanda oder mit ihrem Beitrag aus der Schweiz zu Gunsten der Mittellosen mit anpacken. Getreu nach einem der Leitsätze von Margrit Fuchs – „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ (Matthäus 7, 20) – können auch wir Gutes tun, damit für die Menschen in Ruanda Gutes getan werden kann.

Micheline Calmy-Rey, alt Bundesrätin

Ich habe Margrit Fuchs zuerst im Bundeshaus in Bern kennengelernt, dann habe ich sie erneut getroffen, als ich 2007 auf einem offiziellem Besuch in Ruanda war. Ich bewunderte diese Frau, die sich für elternlose Kinder engagierte. Sie ermöglichte den Bau von Schulen und Geburtshäusern, sie hat Waisenhäuser erichtet. Ihr ganzes Leben hat sie Ruanda und seinen Kindern gewidmet. Waisenmutter war sie, was für ein Ehrenname! Heute wird ihr Werk weitergeführt und braucht ihre Spende!

Peter Wanner, Verleger

Margrit Fuchs hat Grossartiges geleistet und ich freue mich, dass Ihr Projekt auf professioneller Basis erfolgreich weitergeführt wird. Bei Spendenaktionen zugunsten von Projekten der Entwicklungshilfe frage ich mich immer: Kommt das Geld hoffentlich in die rechten Hände? Bei der Ruanda-Sammelaktion muss ich mich nicht fragen, denn da habe ich das Vertrauen, dass die wirklich Bedürftigen davon profitieren. Die Aargauer Zeitung und früher das Badener Tagblatt haben von Anfang an dieses Projekt tatkräftig unterstützt – dank der Solidarität ihrer Leserinnen und Leser. Seit Jahren beteiligen sich inzwischen auch die Limmattaler Zeitung, Solothurner Zeitung, das Grenchner Tagblatt, die bz Basel und bz Basellandschaftliche Zeitung mit ihrer Leserschaft an der Weihnachtssammlung und ermöglichen damit zusätzliche Hilfeleistungen in einem der ärmsten Länder.

Alphonse Muinyenntwari, Gouverneur Südprovinz Ruanda

Anlässlich des Besuchs der Stiftungsratspräsidentin Regula Gloor im Oktober in Ruanda fand ein Treffen mit dem Gouverneur der Südprovinz, Alphonse Munyenntwari, statt. Die Südprovinz umfasst eine Bevölkerung von rund 2 Millionen und besteht aus acht Distrikten, darunter Gitarama. Der Gouverneur äusserste dabei seine hohe Anerkennung für die vielfältigen Aktivitäten des Hilfswerkes. Da die Armutsbekämpfung ein wichtiges Ziel der Regierung ist, trage das Hilfswerk wesentlich dazu bei, diese Ziele in seiner Provinz schneller und besser umzusetzen, so durch den Bau neuer Schulhäuser, die Unterstützung der Schüler und Studierenden mit Schulgeldern sowie die Verteilung von Vieh an die arme Bevölkerung. „Für diese Hilfe bin ich der Stiftung und somit den Spendern in der Schweiz äusserst dankbar. Ich hoffe sehr, dass diese Aktivitäten auch in Zukunft fortgesetzt werden, denn sie sind für die arme Bevölkerung von sehr grosser Wichtigkeit.“

Kurzinformationen

Betreuung Waisenkinder

In der Provinz Muhanga/Gitarama, wo das Hilfswerk schwergewichtig tätig ist, leben Tausende von Waisenkindern in sogenannten Waisenhaushalten. Das älteste Geschwister sorgt für die jüngern, Hilfe oder Betreuung von aussen gibt es kaum. Das Hilfswerk Margrit Fuchs betreut heute 150 Waisenhaushalte, gibt den Kindern dreimal pro Woche eine Mahlzeit ab, sorgt für Kleidung, Schulgeld und Krankenkasse und betreut sie regelmässig durch eine erwachsene Person. 2014 sollen weitere Waisenhaushalte einbezogen werden.

Betreuung Strassenkinder

Gross ist die Zahl jener Kinder, die auf der Strasse leben. Sie sind zuhause ausgezogen, weil sie armutsbedingt nichts zu essen bekamen oder die Familienverhältnisse unerfreulich sind. Das Hilfswerk kann einen Teil von ihnen im eigenen Heim aufnehmen und versucht dann, sie in ihre Familien zurückzuführen, indem diese Unterstützung erhalten: mit Lebensmitteln und einer Viehspende. Auch versucht man, bestehende Konflikte zwischen Eltern und Kind zu lösen. Die wieder integrierten Kinder werden weiterhin betreut.

Begehrte Schulgelder

Aufgrund der grossen Armut sind viele Eltern nicht in der Lage, das Schulgeld für ihre Kinder aufzubringen und z.B. die vorgeschriebene Schuluniform und das Schulmaterial zu bezahlen. Deshalb müssen sie der Schule fernbleiben. Das Hilfswerk übernimmt derzeit für 900 Kinder das Schulgeld bis zu ihrem Schulaustritt – auch beim Besuch einer Sekundarschule oder einer höheren Schule. 2014 können weitere Kinder von Schulgeldzahlungen profitieren. 2013 hat das Hilfswerk sodann ein neues Schulhaus erbaut, 2014 ist ein weiteres geplant, um zusätzlichen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen.

Viehspenden als grosse Hilfe

Auch bei der diesjährigen Weihnachtsaktion können Spenderinnen und Spender einer notleidenden Familie Vieh spenden: eine Milchgeiss, ein Schwein oder eine Kuh. Das Vieh ist für die Familien ein riesiges Geschenk und eine Hilfe zur Selbsthilfe und zum Überleben. Der Staat schreibt neu vor, dass die bisher gehaltenen Kühe durch eine leistungsfähigere Rasse, die täglich um die 5-8 Liter Milch spendet, ersetzt werden müssen. Deshalb verdoppelt sich der Kaufpreis auf 600 Franken. Die „neuen“ Kühe liefern aber auch mehr Mist, der für das Düngen der Gärten und Felder sehr wertvoll ist.

Lehrlingsausbildung, Mütterstation und...

Die Aktivitäten des Hilfswerkes Margrit Fuchs sind sehr weitreichend. So können Jugendliche in Hilfswerk-eigenen Werkstätten eine Lehre absolvieren (Schreinerei, Mechanische Werkstatt, Schneiderei, Haushaltschule). Unterstützt wird sodann ein Geburtshaus, in dem Mütter in guter Obhut ihr Kind zur Welt bringen können. Mit Kleinkrediten wird Männern wie Frauen ermöglicht, einen eigenen kleinen Betrieb oder ein Geschäft aufzubauen und damit den eigenen Lebensunterhalt selber zu bestreiten. Mittellosen Spitalpatienten werden die Kosten bezahlt.

Sehr ungewöhnlich verlief auch das Leben der 1917 geborenen Windischerin, die nach einer KV-Ausbildung in verschiedenen Betrieben tätig war, so als Sekretärin beim Schweizer Bauernverband. Mit 46 Jahren gab sie die berufliche Tätigkeit auf, um die betagte Mutter zu pflegen. Als diese zwei Jahre später starb, verfiel Margrit Fuchs in eine tiefe Depression. Aus dieser konnte sie sich erst befreien, als sie mit 53 Jahren nach Ruanda zog, um im Rahmen der Entwicklungshilfe tätig zu werden. Mit dem Aufbau eines eigentlichen Hilfswerkes begann sie aber erst im Alter von 70 Jahren.

Mit 75 Jahren wollte sie in die Heimat zurückkehren, doch die Not der vielen Waisen- und Strassenkinder veranlasste sie zum Bleiben und zur Aufnahme und Betreuung dieser Kinder. Da ihre finanziellen Möglichkeiten und vorhandenen Kapazitäten beschränkt waren, startete das «Badener Tagblatt» 1993 eine erste Weihnachts-Sammelaktion, die auf Anhieb sehr erfolgreich verlief: Die vom Engagement der Frau beeindruckte Leserschaft spendete innerhalb von wenigen Tagen über 300'000 Franken. In der Folge beteiligten sich auch weitere Zeitungen der AZ Medien an der jährlichen Sammelaktion.

Dank dieser enormen Unterstützung konnten die Hilfeleistungen stark ausgebaut werden. Zum «Markenzeichen» wurde, dass Spenderinnen und Spender selbst bestimmen können, wie ihr Beitrag verwendet werden soll: für Schulgelder, Waisen- und Strassenkinderbetreuung, Vieh für notleidende Familien oder die weiteren Aktivitäten des Hilfswerkes wie Ausbildung von Lehrlingen und Lehrtöchtern, Geburtsstation, mittellose Spitalpatienten, Kleinkredite, Nothilfe.

Das Fazit, das Margrit Fuchs aus ihrem Wirken zog: «Helfen dürfen macht glücklich.» Und kurz vor ihrem Hinschied hielt sie fest: «Die alljährliche Weihnachtsaktion der Zeitungen ermöglicht uns, die bitterste Not zu lindern und mit der Hilfe zur Selbsthilfe den nötigen Funken Hoffnung zu entzünden.» Dies gilt auch für die 24. Sammelaktion.

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