Brugg
Heizung im Amtshaus Brugg erzeugt gleichzeitig Wärme und Strom

Es ist kalt – der Motor der Kraft-Wärme-Koppelungsanlage im Brugger Amtshaus schnurrt 24 Stunden am Tag. Das System soll auch für Private interessant werden. «Es handelt sich um eine neue und komplexe Technik», erklärt David Gut von der IBB.

Michael Hunziker
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Die moderne Kraft-Wärme-Koppelungsanlage im Amtshaus – die erste ihrer Art in der Region – erzeugt gleichzeitig Wärme und Strom. zvg

Die moderne Kraft-Wärme-Koppelungsanlage im Amtshaus – die erste ihrer Art in der Region – erzeugt gleichzeitig Wärme und Strom. zvg

Eine neue Ära ist im altehrwürdigen Amtshaus in Brugg angebrochen. Mit der Gesamtsanierung in diesem Jahr ist eine Heizung eingebaut worden, die gleichzeitig Wärme und Strom erzeugt. Anders gesagt: Anstelle eines klassischen Heizkessels wurde eine mit Erdgas betriebene stromerzeugende Heizung, eine Kraft-Wärme-Koppelungsanlage installiert – die erste in der Region mit einem annähernd wartungsfreien Stirlingmotor.

Mit dem eigenen kleinen Kraftwerk im frisch sanierten Amtshaus ist die zuständige IBB-Gruppe, das Energieversorgungs- und Dienstleistungsunternehmen in Brugg, bisher sehr zufrieden. «Wir freuen uns über den störungsfreien Betrieb», sagt David Gut von der IBB. «Bei den jetzigen Temperaturen schnurrt der Motor 24 Stunden am Tag und bringt die gewünschte Leistung.»

Für die IBB gehe es jetzt vor allem darum, Erfahrungen zu sammeln. Denn das System soll auch für Private interessant werden. «Es handelt sich um eine neue und komplexe Technik», erklärt Gut. «Und es ist auch eine Technik mit viel Potenzial», meint der Fachmann. Die dezentrale Stromerzeugung sei zwar nicht ganz günstig, aber: «Es ist eine attraktive Alternative für alle, die einen Grossteil ihres Stroms selber produzieren wollen.» Die Kraft-Wärme-Koppelungsanlage kann laut Gut als kleiner Bruder der bekannteren Blockheizkraftwerke bezeichnet werden. Der Stirlingmotor, der zum Einsatz komme, habe den grossen Vorteil, dass er sehr effizient arbeite. Erreicht werde ein hoher Gesamt-Nutzungsgrad von bis zu 98 Prozent. Im Amtshaus könne also der Eigenbedarf am Strom beinahe gedeckt werden. Eingespart werden rund 50 Prozent der Stromkosten, weil beispielsweise die Stromnetzbeiträge reduziert werden.

Stromerzeugende Heizungen seien denkbar für grosse Einfamilien- oder Zweifamilienhäuser, führt der Fachmann aus. Die IBB biete den Einbau von Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen zu einem fixen Preis samt langjähriger Garantie an. Es gebe verschiedene Wege und verschiedene Techniken für die Energiewende, stellt Gut fest. «Eine Kraft-Wärme-Koppelungsanlage ist sicher eine Option.»

Bei der Kraft-Wärme-Koppelungsanlage im Brugger Amtshaus wird der Motor durch die Verbrennung von Erdgas angetrieben. Die entstehende mechanische Energie treibt den Generator an, der Strom produziert. Dieser deckt den Grundbedarf des Gebäudes ab. Die bei der Stromproduktion anfallende Wärme wird zum Beheizen der Räumlichkeiten sowie zur Aufbereitung des benötigten Warmwassers genutzt. Zum Einsatz kommt ein Stirlingmotor, auch Heissgasmotor genannt, eine Wärmekraftmaschine, in der ein Gas in verschiedenen Kammern erhitzt respektive gekühlt wird.