Kreditvorlage
Hausen will eigene Sozialberatung einrichten

Die Gemeinde Hausen macht ernst mit der eigenen Sozialberatung, die für die Einwohner gratis genutzt sein soll. Die Stimmberechtigten werden an der Gemeindeversammlung über das Geschäft befinden.

Michael Hunziker
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Vogelperspektive auf die Gemeinde Hausen: Die eigene Sozialberatung bringt im Vergleich zur heutigen Lösung jährliche Mehrkosten von 7000 bis 12 000 Franken.

Vogelperspektive auf die Gemeinde Hausen: Die eigene Sozialberatung bringt im Vergleich zur heutigen Lösung jährliche Mehrkosten von 7000 bis 12 000 Franken.

Michael Hunziker

Mit einer eigenen Sozialberatung sollen die Einwohner von Hausen individuell beraten und betreut werden. Gleichzeitig können laut Gemeinderat die Pflichtaufgaben – Sozialberichte und Aufsichtsfunktionen – wahrgenommen werden. Ein weiteres Ziel sei eine bessere und engere Zusammenarbeit mit den verschiedenen Stellen.

Kurz: Die eigene Sozialberatung, ist sich die Behörde sicher, bringt einen klaren Mehrwert für die Gemeinde. Jeder Einwohner sei berechtigt, Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Das Angebot steht kostenlos zur Verfügung.

Arbeitsplatz im Schulhaus

An der Gemeindeversammlung am 20. November steht ein Stellenpensum von 50 Prozent zur Diskussion. Bei den Lohnkosten ist die Rede von rund 59 000 Franken. Dies ergibt gemäss Gemeinderat im Vergleich zur heutigen Lösung jährliche Mehrkosten von 7000 bis 12 000 Franken.

Der Arbeitsplatz soll sich im Schulhaus befinden, im gleichen Raum, der für die Schulsozialarbeit vorgesehen ist. Dieser sei genügend gross dimensioniert, für Besprechungen stehe ein separates Sitzungszimmer zur Verfügung, so der Gemeinderat.

Der Hintergrund: Die Gemeinde Hausen ist seit Jahrzehnten Mitglied des Jugendfürsorgevereins, des Trägers der Jugend- und Familienberatung (JFB) Windisch. Nach dem Austritt von Windisch aus dem Jugendfürsorgeverein kündigte Hausen die Mitgliedschaft auf Ende 2014, «weil Bestrebungen für eine institutionelle Reorganisation auf regionaler Ebene aus politischen Gründen nicht möglich sind».

Während die Beistandschaften per Januar 2015 durch den Kindes- und Erwachsenenschutzdienst übernommen werden, müssen für die übrigen Dienstleistungen Lösungen gefunden werden: Pflegekinderaufsichten, Abklärungsaufträge, Sozialberichte, freiwillige Beratungen.

Sonst leidet der Bildungsauftrag

Ebenfalls ein Thema ist an der Gemeindeversammlung die Schulsozialarbeit mit einem Stellenpensum von 30 Prozent. Die Lohnkosten betragen rund 37 000 Franken. Die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre hätten einen starken Einfluss auf die Schule, führt der Gemeinderat aus.

Hausen wachse stetig und werde immer mehr zur Agglomerationsgemeinde, die Bevölkerungsstruktur sei im Wandel und werde heterogener. «Das Bedürfnis für die Schulsozialarbeit ist unter diesen Gesichtspunkten klar da.» Oder anders gesagt: «All diese Herausforderungen können nicht mehr nur durch die Schule alleine angegangen werden, ohne dass der Bildungsauftrag, den die Schule in erster Linie zu erfüllen hat, zu kurz kommt.»

Die Schulpflege ist überzeugt, dass mit der Einführung der Schulsozialarbeit soziale Probleme in der Schule wirkungsvoll angegangen werden können. Die Einrichtung einer niederschwelligen Anlaufstelle für soziale Fragen entspreche einem Bedürfnis von Eltern, Kindern, Lehrpersonen und der Schulpflege. Die Schulsozialarbeit ergänzt die Arbeit der Lehrpersonen und gibt diesen die Möglichkeit, sich auf ihren pädagogischen Auftrag zu konzentrieren.

Noch bleibt der Steuerfuss in Hausen bei 97 Prozent

Die Broschüre zur Gemeindeversammlung Hausen kommt in neuer Gestaltung daher – farbig, übersichtlich und mit grosszügigen Fotos versehen. Der Gemeinderat hat nach eigenen Angaben entschieden, «die Traktanden mit den Berichten in Zukunft etwas kürzer zu fassen. Damit produzieren wir weniger Papier und leisten einen Beitrag an die Umwelt». Die Stimmberechtigten entscheiden über Einbürgerungen, die Kredite von insgesamt 885 000 Franken für die Sanierung der Rüchligstrasse, einen Kredit von 160 000 Franken für die Beschaffung eines Atemschutzfahrzeugs der Feuerwehr Windisch-Habsburg-Hausen, das Personalreglement, die Kreditabrechnung Umbau Gemeindehaus sowie das Budget 2015 mit einem unveränderten Steuerfuss von 97 Prozent. Die Behörde weist auf das beträchtliche Investitionsvolumen in den nächsten paar Jahren hin. Eine Steuerfusserhöhung werde spätestens mit einem allfälligen Neubau der Turnhalle nötig sein. (mhu)

Gemeindeversammlung Donnerstag, 20. November, 20 Uhr, Mehrzweckhalle

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