Hausen
Teurer als erwartet: Kreditabrechnung für Heizung steht erneut zur Diskussion

Um knapp 351'500 Franken ist der Kredit überschritten worden für die Erdsondenheizung in der neuen Mehrzweckhalle in Hausen. Die Gemeindeversammlung entscheidet – zum zweiten Mal – über die Abrechnung.

Michael Hunziker
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Der Bau der neuen Mehrzweckhalle benötigte insgesamt fünf separate Verpflichtungskredite.

Der Bau der neuen Mehrzweckhalle benötigte insgesamt fünf separate Verpflichtungskredite.

Sandra Ardizzone

Der Bau der neuen Doppel-Mehrzweckhalle kam der Gemeinde Hausen teurer zu stehen als ursprünglich geplant. In mehreren Bereichen sind die Kredite überschritten worden.

Im vergangenen November haben die Stimmberechtigten die Abrechnungen genehmigt – bis auf diejenige für die Erdsondenheizung. Diese musste noch einmal überprüft werden und steht erneut zur Diskussion an der kommenden Gemeindeversammlung am Donnerstag, 17. Juni.

Statt auf 510'000 Franken beliefen sich die Kosten für die Erdsondenheizung auf knapp 861'500 Franken. Schon seinerzeit bei der Vorlage des Kredits im Juni 2016 war gemäss Gemeinderat in der Broschüre dokumentiert, «dass die Kosten auf Annahmen basieren und erst nach erfolgten Probebohrungen feststeht, ob eine Heizung mit Erdwärmesonden in diesem Gebiet möglich ist». Der Totalunternehmervertrag enthielt einen Budgetbetrag für den Anteil Wärmeerzeugung inklusive der Solaranlage von brutto 461'090 Franken.

Die Umgebungsarbeiten schenkten sehr spät ein

Nach den Probebohrungen sowie den geologischen Abklärungen bestätigte sich, dass eine Heizung mit Erdwärme möglich ist. Es mussten 14 Bohrungen à 250 Meter ausgeführt werden. Erstellt wurden die Bohrungen unter der neuen Mehrzweckhalle und verteilt über den ganzen Parkplatz auch ausserhalb des geplanten Perimeters, führt der Gemeinderat aus.

Es entstanden sowohl Mehrkosten für die Bohrungen, Sondenverlängerungen, Grundwasserbeständigkeit und Etappierung als auch zusätzliche Leitungskosten in der Perimetererweiterung. Anders gesagt: Die Richtpreisangaben des Totalunternehmervertrags wurden überschritten.

Auch durch die Umgebungsarbeiten im zusätzlichen Perimeter entstanden gemäss Behörde «sehr spät» grosse Mehrkosten von rund 195'000 Franken. Die Stichworte lauten etwa Abbrüche und Entsorgung, Grubenaushub, Abschlüsse und Beläge, Bepflanzungen, Markierungen oder Beleuchtungen.

Ortsplanungsrevision ist ein komplexes Vorhaben

Überdies entscheiden die Stimmberechtigten über drei weitere Kreditabrechnungen, eine Einbürgerung, die Rechnung 2020 sowie einen Zusatzkredit von 98'000 Franken für die Ortsplanungsrevision.

Diese ist laut Gemeinderat weit fortgeschritten. Im November 2017 hiess die Gemeindeversammlung den Kredit von 175'000 Franken gut, der Startschuss erfolgte mit der Erarbeitung eines Räumlichen Entwicklungsleitbilds (REL). Ebenfalls erarbeitet wurden als weitere Planungsgrundlagen der Kommunale Gesamtplan Verkehr (KGV) sowie die Quartierbeschriebe. Die Entwürfe zur Nutzungsplanungsrevision lagen bis Januar dieses Jahres öffentlich zur Mitwirkung auf. Mit über 100 Anträgen war das Interesse gross.

Es zeichnet sich, so der Gemeinderat, «eine relevante Kreditüberschreitung immer deutlicher ab». Eine umfassende Ortplanungsrevision sei ein äusserst vielschichtiges Projekt. Eine präzise Kostenschätzung sei zu Beginn nicht möglich. Die bisherige Planung zeige, dass der Handlungsbedarf in Hausen in vielerlei Hinsicht gross sei, fährt die Behörde fort. Und:

«Die kommunale Nutzungsplanung beeinflusst unseren Lebensraum nachhaltig. Es ist deshalb besonders wichtig, dass die angefangene Planung mit der erforderlichen Sorgfalt und ohne Qualitätseinbussen fortgesetzt und abgeschlossen werden kann.»

Gemeindeversammlung Donnerstag, 17. Juni, 20 Uhr, Mehrzweckhalle.