Hausen
Im zweiten Anlauf hat das Stimmvolk Ja gesagt zur Kreditabrechnung Erdsondenheizung

Die Gemeindeversammlung hat nach dem geschichtsträchtigen Wahlsonntag auch über einen Zusatzkredit für die Ortsplanungsrevision abgestimmt. Ammann Eugen Bless äusserte sich nach der Wahlniederlage zum ersten Mal öffentlich.

Ina Wiedenmann
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Die Stimmberechtigten nehmen in der neuen Mehrzweckhalle an der Gmeind teil.

Die Stimmberechtigten nehmen in der neuen Mehrzweckhalle an der Gmeind teil.

Bild: Ina Wiedenmann
(17. Juni 2021)

15 weitläufig verteilte Erdsonden beheizen die Doppelturnhalle in Hausen. Am heissen Abend der Sommergmeind hatten sie wahrscheinlich «frei», während 133 Stimmbürger in der Halle ein weiteres Mal über deren Finanzierung diskutierten. Letzten Endes stimmten sie mehrheitlich der Kreditüberschreitung von 351'484 Franken zu. Es wird allerdings noch geprüft, ob der Totalunternehmer einen Teil der Mehrkosten trägt. Der Zusatzkredit in Höhe von 98'000 Franken für die Ortsplanungsrevision wurde mit fünf Nein-Stimmen gutgeheissen.

Die Kreditabrechnung über die Erdsondenheizung wurde erklärt.

Die Kreditabrechnung über die Erdsondenheizung wurde erklärt.

Bild: Ina Wiedenmann

Nach der hitzigen Debatte der Herbstgmeind im November 2020 verlief die Versammlung dieses Mal friedlicher. Die Stimmberechtigten fächerten sich mit dem Einladungsheft Luft zu, behandelten aber sämtliche Traktanden darin erfrischend sachlich und zielführend. Die neu gewählten Gemeinderäte verfolgten mit Interesse das Geschehen.

Neu festgesetzter Steuerfuss soll Finanzlage verbessern

Der bis Ende 2021 amtierende Gemeindeammann Eugen Bless eröffnete die Versammlung. Einstimmig wurden das Protokoll, der Rechenschaftsbericht sowie die Einbürgerung einer Hausenerin genehmigt. Die Eingebürgerte wurde nach der Abstimmung mit reichlich Applaus von der Gemeinde willkommen geheissen. Bei der Jahresrechnung 2020 zeigte sich Gemeinderat Harry Treichler zuversichtlich, dass der vom Regierungsrat neu festgesetzte Steuerfuss von 105 % die Finanzlage der Gemeinde verbessern wird. Cornelia Gwerder, Präsidentin der Finanzkommission, übernahm die Abstimmung, die Rechnung wurde einstimmig angenommen.

Viel Abstand unter den Teilnehmenden an der Gemeindeversammlung.

Viel Abstand unter den Teilnehmenden an der Gemeindeversammlung.

Bild: Ina Wiedenmann

Die Erdsondenheizung führte dann zur Diskussion. Eugen Bless betonte vorgängig, dass es keinen Sinn gemacht hätte, das ganze Bauvorhaben zu stoppen. Die veranschlagten Kosten basierten auf Annahmen und konnten nur durch Sondierungsergebnisse konkretisiert werden. Ein Stimmbürger meldet sich zu Wort. «Wir hatten ein Totalunternehmen, das Fachplaner vereint. Es sollte eine produkt- und systemneutrale Beurteilung durchführen.» Er ergänzte:

«Das geologische Gutachten wurde mir vom Bauverwalter der Gemeinde innerhalb von 24 Stunden zugestellt. Es wurde alles richtig gebaut. Allerdings ist das Ganze aus dem Ruder gelaufen.»

Gemeindeammann Bless begründete das Vorgehen unter anderem damit, dass mit den Erdsonden auch die Beheizung der alten Halle und des Werkhofs in Zukunft sichergestellt ist. Er betonte: «Wir haben nichts gekauft, was wir nicht brauchen.»

Die Richtpreisangaben des Vertrags mit dem Totalunternehmen seien allerdings klar überschritten worden. Der Stimmbürger beantragte daher eine Kostenbeteiligung des Totalunternehmens. Dieses habe schliesslich keine kostengünstigere Variante gesucht und soll deshalb auf sein Honorar verzichten. Nach weiteren Wortmeldungen wurde der Zusatzkredit für die Erdsondenheizung mit 88 Ja- zu 9 Nein-Stimmen angenommen. Der beantragten Ergänzung, mit dem Totalunternehmen über die Kostenbeteiligung zu verhandeln, wurde ebenso mehrheitlich zugestimmt. Die weiteren Verpflichtungskredite des Traktandums wurden alle unterschritten und einstimmig genehmigt.

«Zukünftiger Gemeinderat wird das Finish machen»

Die Ortsplanungsrevision definiert, wie Hausen in Zukunft aussehen wird. Das öffentliche Interesse daran ist gross. Es liegen 100 Anträge vor, deren Bearbeitung Zeit braucht. Bis Ende Jahr wird dies nicht abgeschlossen sein. «Der zukünftige Gemeinderat wird das Finish machen», sagt Bless.

Gemeindeammann Eugen Bless an der Gemeindeversammlung.

Gemeindeammann Eugen Bless an der Gemeindeversammlung.

Bild: Ina Wiedenmann

Er appellierte an die Bevölkerung, die Umfrage in «Hausen aktuell» auszufüllen, damit der Gemeinderat ein umfassendes Meinungsbild erhält. Nach mehreren Wortmeldungen wurde der erforderliche Zusatzkredit genehmigt.

Abgewählter Ammann gratuliert Neugewählten

Abschliessend gratulierte Eugen Bless dem neu gewählten Gemeindeammann Andreas Arrigoni und den anderen drei Gemeinderatsmitgliedern Manuela Obrist, Stefano Potenza und Lukas Bucher zur Wahl. Zu seiner persönlichen Situation nahm er allerdings keine Stellung. Am 23. Juni wird sich zeigen, ob er wieder kandidiert.

Die nicht wiedergewählte Frau Vizeammann Tonja Kaufmann gratulierte ebenso, kündigte aber sofort ihre erneute Kandidatur an. Die AZ gab noch am Abend bekannt, dass auch Sabine Rickli wieder kandieren wird. Unter «Verschiedenes» wurde über den Campus Reichhold, das Verkehrsmanagement Brugg, die Süssbachbrücke, die neuen Führungs- und Tagesstrukturen sowie die kulturellen Veranstaltungen informiert.

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