Hausen
Ammannkandidat Andreas Arrigoni: «Ich würde den Gemeinderat mehr auf die strategische Ebene ausrichten»

Der 55-jährige Parteilose fordert bei den Gesamterneuerungswahlen vom 13. Juni den bisherigen Gemeindeammann Eugen Bless heraus. Der zweifache Vater sagt, wo er den Rotstift ansetzen würde, wenn er sparen müsste, und welche Führungserfahrung er als Politneuling mitbringt.

Claudia Meier
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Andreas Arrigoni tritt bei den Wahlen in Hausen gegen den bisherigen Gemeindeammann Eugen Bless an. Beide sind parteilos.

Andreas Arrigoni tritt bei den Wahlen in Hausen gegen den bisherigen Gemeindeammann Eugen Bless an. Beide sind parteilos.

Bild: Chris Iseli
(17. Mai 2021)

«Alle wollen für Hausen etwas erreichen und die Verantwortung dafür übernehmen», sagt Andreas Arrigoni zu den bevorstehenden Gemeinderatswahlen. Neun Kandidierende wollen einen der fünf Sitze. Der 55-Jährige, der von 2006 bis 2017 in Hausen Mitglied der Steuerkommission war, mag nicht von einem Kaltstart als möglicher Ammann sprechen. In seinem Alter starte man als neugierige und allgemein interessierte Person nie bei null, hält er fest.

Der Geschäftsführer und Gründer eines KMU mit Sitz in Hausen ist zuvor lange Zeit in einer Grossfirma tätig gewesen und hat dort nach eigenen Angaben «einige Grossprojekte mit ehrgeizigen Ansprüchen realisiert». Das Vermitteln zwischen den unterschiedlichsten Anspruchsgruppen und das gemeinsame Finden von Lösungen habe ihn an diesen Aufgaben immer gereizt. Arrigoni sagt, dass er einen kollaborativen Führungsstil pflege. Dabei gehe es auch darum, auf allfällige Bedenken und Ängste einzugehen. Der Ammannkandidat ergänzt:

«Gegenseitiges Hinterfragen und Fordern bringt uns alle weiter.»

Er will eine andere Haltung vermitteln

Mit seiner Kandidatur wolle er eine adäquate Wahlalternative zum amtierenden Gemeindeammann bieten, sagt Andreas Arrigoni. «Es geht um eine andere Haltung, die ich vermitteln will.» Neben dem haushälterischen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen meine er auch eine Verbesserung der Zusammenarbeit und der Kommunikation mit der Verwaltung, den Kommissionen, Parteien, Vereinen, Unternehmen und den Nachbargemeinden. «Zudem will ich den Gemeinderat mehr auf die strategische Ebene ausrichten», fügt er an.

Auf die Frage, wie er das Vertrauen zwischen Gemeinderat und Bevölkerung wieder aufbauen wolle, verweist Arrigoni auf die genannte Haltung und erwähnt eine «effektive Kommunikation» als wichtigen Hebel. Er erklärt:

«Damit meine ich, dass wir über unsere Vorhaben rechtzeitig informieren, dass wir Rückmeldungen ernst nehmen und wir auch unangenehme Entscheide gut vermitteln.»

Unter dem Strich müsse der Gemeinderat den geforderten Schuldenabbau erzielen und belegen.

Die Ressorts Finanzen und Informatik wären naheliegend

Der amtierende Ammann Eugen Bless sagte, dass er für seine letzte Amtsperiode gerne neu das Ressort Finanzen übernehmen würde. Welche Ressorts würden Andreas Arrigoni am meisten reizen? Er sagt:

«Aus meiner unternehmerischen Tätigkeit liegen die Ressorts Finanzen und Informatik am naheliegendsten.»

Ihn interessieren aber auch Themen wie Freizeit, Sport, Gesundheit, Bildung, Verkehr und Mobilität. «Ich finde es auch hier wichtig, dass wir im Team eine gut abgestimmte Mischung, mit einer passenden Stellvertretungsregelung, finden», fügt er an. Deshalb sei es auch gut möglich, dass er nicht seine Wunschressorts erhalte. Ein Problem wäre das nicht, denn ihm mache es immer Freude, «in ein ganz fremdes Thema einzutauchen».

Zudem möchte er die Papierflut eindämmen

Am Podiumsgespräch hat Andreas Arrigoni das strategische Sparen erwähnt. Darunter versteht er, dass Investitionen immer in einen Bezug zu einem realen Nutzen zu stellen sind. «Im Projekt Mehrzweckhalle sehe ich diesen beispielsweise bei der Profiküche und der grossen Zuschauertribüne bis heute nicht, schon gar keinen für die Jugend.» Weiter meint der Parteilose damit, dass Projekte effizienter gestaltet, nach Wichtigkeit priorisiert und Zusatzwünsche weggelassen werden.

Die neue Mehrzweckhalle steht in Hausen direkt an der Hauptstrasse.

Die neue Mehrzweckhalle steht in Hausen direkt an der Hauptstrasse.

Bild: Michael Hunziker (23. April 2020)

Wenn er beim Budget selber den Rotstift ansetzen müsste, weil das Stimmvolk damit nicht zufrieden war, in welchen drei Bereichen würde er sparen? Arrigoni sagt:

«Ich erachte zum Beispiel unsere Informatikkosten im Vergleich zu KMU mit einer ähnlichen Anzahl Mitarbeitenden als viel zu hoch, da werde ich genauer hinschauen.»

Weiter sehe er den Nutzen eines externen Sicherheitsdienstes nicht. Drittens, das sei wohl ein persönliches Grundanliegen, möchte er die Papierflut eindämmen. Neben dem Ressourcenverschleiss sehe er da auch noch unnötige Prozesskosten, die beispielsweise bei einem per Post versandten Brief entstehen.