Gesundheit

Haus der Medizin statt Spital: Brugg blickt auf 100 Jahre Gesundheit zurück

Am Tag der offenen Türe Neueröffnung des Hauses der Medizin und der Apotheke Süssbach gefeiert. Das Freude über die neuen Angebote ist gross, auch wenn die Schliessung des Bezirksspitals im Jahr 2005 von Bevölkerung noch nicht ganz verdaut ist.

«1945 hat der erste Patient mit akutem Nierenversagen dank dem Dialyseverfahren von Willem Kolff überlebt», erklärt die Verantwortliche beim Hämodialyse-Stand. Und zeigt dabei auf die verschiedenen Geräte, die bis heute für die Dialyse zum Einsatz kamen. Die Besucher liessen sich die Instrumente gerne erklären, stellten Fragen.

Nicht nur an diesem Infostand bildeten sich Trauben von Besuchern, sondern auch bei den 30 anderen Anbietern, die sich am Tag der offenen Tür zum Thema 100 Jahre Gesundheit Region Brugg im Gesundheitszentrum Brugg dem Publikum präsentierten.

Viele Fragen zu Alzheimer

Im neu eröffneten Haus der Medizin wurde unter anderem die Tätigkeit der Alzheimer-Vereinigung aufgezeigt. An verschiedenen Infotafeln wurde das Krankheitsbild erläutert. Eine der häufigsten Fragen, die Käthy Möckli seit Jahren am Beratungstelefon beantworten muss, ist «Wie merkt man es?» Und mindestens so häufig wird dann noch «Was raten Sie mir/uns?» nachgedoppelt. Inzwischen betreut Möckli die zwei Angehörigengruppen Alzheimer-Vereinigung, die sich monatlich einmal zum Austausch untereinander treffen.

Auf grosses Interesse stiess auch die Arbeit der Urologen, die sich mittels Kamera Bilder auf den Bildschirm spielen und sich so das betreffende Organ genauer anschauen können. Interesse gabs auch für die Demonstration bei der Wundbehandlung. Einer offenen Wunde, etwa am Bein, kann auch mithilfe eines Wundvakuums begegnet werden. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Patient nicht zwingend stationär behandelt werden muss, sondern, mit dem entsprechenden Vakuum-Gerät im Gepäck wieder nach Hause darf. Regen Besuch erhielt auch die neu eröffnete Notfalldienst-Apotheke, die dank dem Zusammenschluss der Dienstapotheker der Region Brugg realisiert werden konnte.

Streit um Bahnhofareal ebnete Weg zum Bezirksspital

Bei einem solch hohen Wiegenfest darf der Rückblick nicht fehlen. Der Stadt Brugg gelang es 1863, nach einem Streit um den Bahnhofstandort, von der Gemeinde Windisch ein Landstück zu erwerben. Dank grosszügiger Geldspenden konnte dann 1913 auf diesem Areal das Bezirksspital Brugg mit zwei Ärzten, einer Oberschwester, drei Schwestern sowie Hilfspersonal den Betrieb aufnehmen. 1936 wurde das erste Krankenauto angeschafft, 1960 die Planung eines Neubaus und der Gesamtsanierung der Bauten von 1913 ins Auge gefasst, die jedoch erst 1974 abgeschlossen waren. 1995/96 standen nochmals umfassende Sanierungen an, bevor dann 2003 das regierungsrätliche Sparpaket «Umwandlung des Bezirksspitals in ein Pflegeheim» geschnürt werden musste.

Am 8. März 2005 beschloss der Grosse Rat die Aufhebung des Spitalstandorts Brugg, am 1. Mai wurde der Notfall aufgehoben. Am 1. Juli 2005 nahm das Medizinische Zentrum Brugg den Betrieb auf und am 30. September wurde das Akutspital vorzeitig geschlossen. Der eine oder andere Besucher hat die Schliessung des Bezirksspitals noch nicht ganz verdaut. Dennoch zeigte man sich am Tag der offenen Tür über all die Angebote erfreut, die das Gesundheitszentrum Brugg per dato auf die Beine gestellt hat.

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