Brugg

Hauptstrasse 64: Die Altstadt-Genossenschaft muss ihr Projekt begraben

Das Haus Nummer 64 mit den grauen Fensterläden ist weiterhin in Privatbesitz.

Die Liegenschaft ist in neuen Händen – die Genossenschaft Altstadt Brugg ist bei der Ausmarchung unterlegen.

In der ersten Jahreshälfte stand die Liegenschaft an der Hauptstrasse 64 in der Brugger Altstadt mit Baujahr um 1750 zum Verkauf. An ihrer Generalversammlung Mitte Mai beschloss die 2012 gegründete Genossenschaft Altstadt Brugg (GAB) nach einer angeregten Diskussion, in die Kaufverhandlungen einzusteigen.

Damit auch künftige Generationen die historischen Gemäuer als attraktiven Wohn- und Lebensraum nutzen können, beabsichtigt die GAB, geeignete und erschwingliche Liegenschaften zu erwerben sowie Wohn- und Gewerberäume für Nutzergruppen anzubieten, die zu einem vielseitigen und vitalen Altstadtgefüge beitragen.

Mit der Sanierung von Liegenschaften soll laut den GAB-Statuten ein Beitrag zu einem spannungsvollen und gepflegtem Altstadtbild geleistet werden.

Die Nachbarliegenschaft konnte die GAB bereits 2012 übernehmen

Den Tatbeweis erbrachte die GAB kurz nach ihrer Gründung, indem sie die Liegenschaft neben der Alten Aarebrücke an der Hauptstrasse 66 kaufte und mit viel Liebe zum Detail renovierte. Danach prüften GAB-Mitglieder weitere Projekte. So etwa das ehemalige Restaurant Freihof mit benachbarten Liegenschaft in der Vorstadt sowie das Eckhaus Albulagasse 7/Falkengasse 10.

Der «Freihof» hätte aus Sicht der GAB die Möglichkeit geboten, die Zugänglichkeit des Nordtors im Zusammenhang mit der Strassenraumgestaltung Vorstadt durch die Stadt Brugg und den Kanton Aargau anzugehen. Damals fehlten der GAB für die Übernahme 200 000 Franken.

Für den Kauf und die Renovation der jüngst diskutierten Liegenschaft an der Hauptstrasse 64 ging die GAB – samt Reserve – von einer Investition von 2 Millionen Franken aus. Was ist seither passiert?

GAB-Präsident Max Kuhn sagt auf Nachfrage dieser Zeitung: «Der Vorstand hat nach der GV vom 15. Mai das Kaufinteresse beim Immobilienmakler angemeldet und in zwei Besichtigungen das Objekt – auch fachlich – begutachtet. Danach haben wir den ausgeschriebenen Verkaufspreis offeriert und waren für eine sofortige Übernahme bereit.»

Die GAB habe gewusst, dass es noch weitere Interessenten für die Übernahme der Liegenschaft gibt, konnte aber als Genossenschaft nicht irgendeinen spekulativen Preis offerieren.

«In der Ausmarchung sind wir unterlegen und somit ist eine weitere Möglichkeit unserer Weiterentwicklung Geschichte», hält der GAB-Präsident fest.

Die Freizeit-Werkstatt kann bis nächsten Sommer bleiben

Ein Paar erhielt Zuschlag für die Liegenschaft. Seit einigen Monaten kann Heinz Trachsel das Erdgeschoss für seine Freizeit-Werkstatt zwischennutzen. Daran soll sich laut Trachsel bis nächsten Sommer nichts ändern.

Die GAB hat derzeit kein weiteres Projekt in Aussicht. «An Ideen fehlt es uns jedoch nicht», sagt Max Kuhn. «Wir üben uns in Geduld und warten auf die nächste Gelegenheit.»

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