«Wir sind Brugger, wissen, dass es dieses Kinderheim gibt. Und doch, einmal alles genau anschauen zu können, diese Gelegenheit hat man nicht alle Tage», sagen Daniela und Christian Aschwanden, die mit ihren beiden 9- und 12-jährigen Töchtern unterwegs sind. Sie sind beeindruckt vom Wandel, den das Haus in den letzten Jahren durchlaufen hat. «Früher wirkte es steril - ganz anders heute», halten die beiden erfreut fest. Auch Margrit Künzli und Peter Dobler schätzen die angenehme Atmosphäre, die überall zu spüren ist. Sie sind aus dem luzernischen Grosswangen angereist. «Meine Tochter arbeitet hier», erklärt Künzli das Interesse. Die beiden haben auch beim «Tschutte» mitgemacht und Peter Dobler hat sich sogar getraut, beim Harassen stapeln sein Können zu versuchen.

Das Harassenklettern kam denn auch bei vielen anderen sehr gut an. Nicht minder spannend waren Seifenblasen, Torwand, Tischtennis, Basteln, Darts und Tischfussball. Sogar am Glücksrad konnte man drehen. Ein Trostpreis war einem auf jeden Fall sicher. Damit man aus Versehen nicht zweimal sein Glück versuchte, bekam jeder einen Stempel auf die Hand. Sicher ist sicher.

Nebst diesen Attraktionen konnten die Besucher sämtliche Räume besichtigen. In der Werkstatt liegen Schülerarbeiten auf. Unter anderem ein Flipperkasten, Brettspiele oder aber eine Cajon-Trommel. «Mir macht Musik grossen Spass», sagt der 12-jährige Noah, setzt sich auf sein Cajon und zeigt, was er drauf hat.

Ein Zimmer weiter wartet der 13-jährige Joël auf Kundschaft. Auf dem Tisch vor ihm liegen verzierte Zellofan-Päckli. Sie sind allesamt mit Salz gefüllt, angereichert etwa mit Rosmarin-Knoblauch. «Was mit dem Erlös geschieht, besprechen wir im Kinderdelegiertenrat», betont Joël. Vermutlich wird ein schöner Ausflug damit finanziert. An anderen Ständen werden weitere Köstlichkeiten, etwa Tomaten-Risotto oder Süssigkeiten, sowie Osterdekorationen und Windlichter feilgeboten. Am Tag der offenen Tür kam selbstverständlich auch das leibliche Wohl nicht zu kurz.

Platz wird ausgebaut

«Wir haben vom Kanton den Auftrag bekommen, neuen Platz zu schaffen», sagt Gesamtleiter Rolf von Moos. Eine neue Wohngruppe mit acht Kindern von 4 bis 12 Jahren kann im Sommer in das kürzlich erstandene Haus an der Habsburgerstrasse ziehen. Ebenfalls im Sommer soll eine Aussenwohngruppe mit acht Plätzen für Jugendliche ab dem zweitletzten Schuljahr bis etwa zum zweiten Lehrjahr geschaffen werden. Dieser Hauskauf ist noch nicht ganz über die Bühne. Auf den Sommer 2016 hin wird nochmals Raum für eine achtköpfige Gruppe 4- bis 12-Jährige realisiert.