Villnachern

Hangrutsch gefährdete SBB-Bahnlinie: Zivilschutz stand im Einsatz

Der Zivilschutz musste Anfang Februar ausrücken und den Hang sichern. Einsatzleiter David Henzmann (links) bei der Schlussinspektion an der Abrissstelle.

Der Zivilschutz musste Anfang Februar ausrücken und den Hang sichern. Einsatzleiter David Henzmann (links) bei der Schlussinspektion an der Abrissstelle.

Die Zivilschutzorganisation Brugg Region entwässerte das Rutschgebiet und deckte die Abrissstelle mit Folie ab. Bis klar ist, welche Massnahmen ergriffen werden, überwacht der Gemeinderat Villnachern den Hang.

Nach der Trockenheit der vergangenen Monate und den massiven Niederschlägen in den letzten Wochen droht in der Gemeinde Villnachern ein steiler Hang abzurutschen. Die Zivilschutzorganisation Brugg Region wurde am vergangenen Wochenende kurzfristig mit der provisorischen Hangsicherung beauftragt. Im Gebiet Chessler in Villnachern brach am Wochenende vom 6./7. Februar auf einer Breite von zirka 30 Metern die Geländeoberfläche ab. In den darauf folgenden Tagen öffnete sich die Abrissstelle weiter.

Gemäss der von der Gemeinde zur Beratung herbeigezogenen Geologen von Kanton und SBB bestand die Gefahr, dass aufgrund der für das kommende Wochenende prognostizierten Niederschläge der steile, teilweise bewaldete Hang weiter ins Rutschen kommen könnte. Die immensen Erdmassen von bis zu zweitausend Kubikmetern könnten abrutschen und den darunterliegenden Schryberweg und die Bözberg-Bahnlinie gefährden. Auf Antrag des Gemeinderats Villnachern hat das Regionale Führungsorgan Brugg Region am späten Donnerstagnachmittag die Zivilschutzorganisation Brugg Region für einmal nicht für einen Hochwasser-, sondern für einen Hangsicherungseinsatz aufgeboten.

Abrissstelle mit Folie abgedeckt

Die am vergangenen Donnerstagabend per Telefon alarmmässig aufgebotenen Zivilschutzangehörigen der Unterstützung hatten am Freitag den Auftrag, das Rutschgebiet grosszügig zu entwässern. Dass Quell- und Oberflächenwasser wurde in einem Schacht gefasst und mit einer Rohrleitung oberhalb von der Abrissstelle weggeleitet. Der Auftrag am Samstag bestand darin, mit Unterstützung von zwei Angehörigen der Feuerwehr Villnachern die Abrissstelle auf der ganzen Breite mit einer Plastikfolie abzudecken. Mit dieser Massnahme wurde auch das Regenwasser vom Rutschgebiet abgeleitet. 

Die 20 Pioniere inklusive Kader des Unterstützungszuges Brugg haben in kürzester Zeit hervorragende Arbeit geleistet, wie die Zivilschutzorganisation in einer Medienmitteilung schreibt. Sie haben einmal mehr bewiesen, dass im System Bevölkerungsschutz der Zivilschutz ein verlässlicher Partner ist. Der Bericht des Bundesrats zur Strategie Bevölkerungsschutz und Zivilschutz 2015+ sieht vor, dass in Zukunft der Zivilschutz bei der Bewältigung von Katastrophen und Notlagen vermehrt zur Unterstützung der übrigen vier Partnerorganisationen Polizei, Feuerwehr, Gesundheitswesen und Technischen Betrieben zum Einsatz kommen wird.

In den kommenden Wochen wird der Gemeinderat Villnachern unter Einbezug von Spezialisten sowie dem Landeigentümer die notwendigen Sanierungsmassnahmen des Rutschgebiets abklären. Der Hang wird bis auf weiteres durch die Gemeinde überwacht. (AZ)

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