Brugg
Händewärmen am Chüechli-Ofen

Marktfahrer stehen stundenlang draussen – bei jedem Wetter. Wenn jemand weiss, wie man sich gegen diese Eiseskälte schützt, dann sie. Mit vielen Schichten und Kreativität trotzen sie der Kälte.

Katja Landolt
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So trotzen die Marktfahrer auf dem Brugger Wochenmarkt den eisigen Temperaturen
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Rosmarie Grether aus Les Bois im Jura Ihr Tipp gegen die Kälte: «Ingwer; der wärmt von innen.»
Isabella Killer aus Gebenstorf «Amedisli an die Handgelenke und eine Kappe auf den Kopf»
Rosmarie Grether aus Les Bois im Jura, Simone Efrat vom Bio-Meier in Full und Isabella Killer aus Gebenstorf. Efrats Tipp gegen die Kälte ist simpel: «Lachen.»
Ruedi Anliker aus Veltheim und seine Helferin Christina Senn Anlikers Tipp gegen das Frieren: «Immer mal wieder die Hände in den Hosensack stecken.»
Philipp Heuberger vom Walternhof in Bözen Er ist überzeugt: «E Deckel ufem Chopf hilft nicht nur gegen kalte Ohren. Und ein Schoggigipfeli fürs Gemüt.»
Lisa Schmid aus Riniken Ihr Tipp wärmt das Herz: «Ein heisser Tee, eine positive Einstellung und nette Gesellschaft.»

So trotzen die Marktfahrer auf dem Brugger Wochenmarkt den eisigen Temperaturen

Es ist Freitagmorgen, Wochenmarkt in Brugg. Das Thermometer zeigt ein Grad unter null. Der Platz ist teilweise mit Schnee bedeckt, man muss aufpassen, dass man nicht ausrutscht. Die Kälte kriecht die Beine hoch, die Nase läuft, die Finger werden ganz steif. Hier draussen steht nur, wer unbedingt muss.

Marktfahrer aber haben keine andere Wahl, als der Kälte zu trotzen. Das macht sie zu Improvisations-Profis: Die Stände sind begraben unter bauschenden Plastikplanen, ein paar Heizlampen strahlen etwas Wärme ab. «So schlimm ist die Kälte nicht», sagt Lisa Schmid aus Riniken.

Socken, Schuhe und lange Unterhosen

Sie hilft am Stand vom Walternhof aus Bözen. Was sie anhabe? Schmid zählt auf: zwei Paar Socken, gute Schuhe, lange Unterhosen, wollene Stulpen, Skihosen, einen Nierengurt, ein Body, Hemd und Woll- und Faserpelzjacke, darüber einen Schurz, Handschuhe, Pulswärmer und ein Halstuch. «Dazu einen heissen Tee, eine positive Einstellung und nette Gesellschaft – dann ist es gut auszuhalten», sagt Schmid. «Und e Deckel ufem Chopf», ergänzt Philipp Heuberger vom Nachbarstand mit dem Gemüse aus und tippt an seine Kappe. Die meiste Körperwärme gehe über den Kopf verloren.

Gemüse friert, Käse schmilzt

Mehr Sorgen als den klammen Fingern gilt sowieso dem Gemüse: «Das kalte Wetter setzt den Salaten und den Kartoffeln zu», sagt Heuberger. Damit das Gemüse keinen Schaden nimmt, wärmen drei Gasheizlampen die Auslage.

Bei solchem Wetter sogar ganz warm ums Herz wird es Ruedi Anliker aus Veltheim: Die Warteschlange vor seinem Käse-Wagen ist lang. «Das Wetter ist ideal für Raclette und Fondue», sagt Anliker und schaufelt Käsemischung in einen Papiersack.

Ofen zum Wärmen

An diesem Morgen hat er sogar extra den Chäschüechli-Ofen auf die Theke gestellt. Nicht etwa, um die Kunden gluschtig zu machen, nein. «Damit sie sich die Finger wärmen können», sagt Anliker und lacht. Er selbst hält sich mit Thermounterwäsche warm. Sein Tipp: «Immer mal wieder die Hände in den Hosensack stecken.»

Lustig zu und her geht es bei Rosmarie Grether aus Les Bois im Jura, Simone Efrat aus Full und Isabella Killer aus Gebenstorf. Die drei Marktfrauen haben sich unter der Heizlampe am Stand vom «Bio-Meier» versammelt. Ihr Rat gegen die Kälte ist simpel: «Lachen. Das hält warm», sagt Simone Efrat. Dazu kommen Funktionsunterwäsche und vier bis fünf Lagen Kleider. Der Rest sei Einstellungssache: «Wir sind Marktfahrer. Dieses Wetter gehört einfach dazu.»