Vor zwei Jahren sammelten die Habsburger Unterschriften für eine Einsprache gegen die Südwestumfahrung Brugg. 120 Unterschriften kamen damals innerhalb von einer Woche zusammen. Eingereicht wurde die Sammeleinsprache, weil die Habsburger befürchteten, dass sie aufgrund eines geplanten Fahrverbots keine freie, direkte Zufahrt zur beliebten und wichtigen Infrastruktur in Windisch mehr haben. Beispielsweise wären Migros oder Coop, Bank, Post, Kirche, Friedhof, Bauverwaltung und Altersheim in Windisch nur noch via Umweg erreichbar.

Zentrales Element der Südwestumfahrung ist der Kreisel Unterwerkstrasse. Dort sollen alle Strassenabschnitte zusammenkommen. Die Habsburgstrasse würde neu nicht mehr von Habsburg nach Windisch führen, sondern über den Kreisel Unterwerkstrasse zur Aarauerstrasse in Brugg. Für den Individualverkehr würde die SBB-Brücke Habsburgstrasse gesperrt – ausgenommen wären Fuss- und Radverkehr sowie der Linienbus und Rettungskräfte. Und genau dieses Fahrverbot wurde kürzlich im Amtsblatt publiziert. Der Gemeinderat Habsburg hat nun gegen diese Verkehrsbeschränkung Einwendung beim zuständigen Departement Bau, Verkehr und Umwelt, Abteilung Tiefbau, erhoben. «Das Fahrverbot über die SBB-Brücke bewirkt, dass die Habsburger Bevölkerung die Einkaufsmöglichkeiten in Windisch nicht mehr auf direktem Weg durch das Reutenen-Quartier erreicht, sondern einen Umweg über die Südwestumfahrung Brugg in Kauf nehmen muss», argumentiert der Gemeinderat.

Kontaktaufnahme mit Windischern

Gemeindeammann Hansedi Suter setzte sich vor zwei Jahren bereits als Privatperson für dieses Anliegen ein. «Im Gemeinderat wollten wir abwarten, bis das Fahrverbot publiziert wird», sagt er auf Nachfrage der az. Bei der Einwendung alleine will es Hansedi Suter aber nicht bewenden lassen.Er versucht, mit dem Quartierverein Klosterzelg-Reutenen Kontakt aufzunehmen. «Ich möchte den Windischern klarmachen, dass sie auch vom Fahrverbot betroffen sind. Denn sie verlieren damit den direkten Weg in das Naherholungsgebiet rund um Habsburg.» Bereits am frühen Morgen kämen Windischer mit dem Auto nach Habsburg, um dort mit ihren Hunden zu spazieren. «Mir ist auch klar, dass sich die Einwohner im Reutenenquartier nach Ruhe sehnen. Das ist nachvollziehbar», führt Suter aus. «Aber so viel Verkehr kommt nun doch nicht von Habsburg her. Das sind vielleicht 40 Autos täglich.» Er ist überzeugt, dass die zur Arbeit fahrenden Automobilisten sicher über Kreisel und Schnellstrasse Richtung Autobahnnetz fahren werden.