Hansedi Suter hat genug. Voreilige Schlüsse darf man jedoch nicht ziehen. Der Pächter des Restaurants auf Schloss Habsburg hat die Nase nämlich keineswegs voll. Regulär pensioniert würde er nämlich erst in vier Jahren.

Doch Suter zieht es vor, Ende September dieses Jahres, mit 61 Jahren, in den Ruhestand zu treten. Ausgerechnet er, der sechs Tage in der Woche von frühmorgens bis spätabends oben auf der Habsburg mit 12 festen und 12 freien Mitarbeitenden am Ball ist?

«Ja», merkt er trocken an, «ich wusste, dass der Zeitpunkt kommen wird. Weshalb also nicht schon jetzt? Meine Frau ist zehn Jahre jünger als ich – ergo wollen wir unser Leben gemeinsam mit neuen Inhalten füllen.»

Mit welchen? Suter lächelt, sagt dann: «Es ist kein Geheimnis, dass ich Liegenschaften in Habsburg habe. Um diese würde ich mich gerne vermehrt selbst kümmern.» Zudem hofft Suter, dass er – nach 2008 – im November 2013 erneut zum Gemeindeammann des schmucken Habsburg gewählt wird.

Gerne mehr Reisen

Und Reisen, o ja, das würde er gerne vermehrt. An neue Orte, aber auch an solche, die er bestens kennt – beispielsweise St. Petersburg, Stockholm und Montreal. In den beiden letztgenannten Metropolen hat er in renommierten, riesigen Hotels gearbeitet.

Er, der gelernte Koch, der vom «The Queen Elizabeth Hotel» schwärmt – unter anderem von einer Küche mit 120 Köchen und Banketten mit 6000 Personen.

Obgleich Suter gerne den Duft der weiten Welt schnupperte, kam er 1974 in die Schweiz zurück. Dort übernahm er in Scherz den «Löwen». «Ja, das war im Vergleich zu den Verhältnissen im kanadischen Hotel schon etwas enger und abgesteckter», merkt Hansedi Suter lächelnd dazu an.

1979 erfolgte dann der Sprung – vom tief liegenden Scherz zum hoch liegenden Habsburg und damit zum gleichnamigen Schloss: das einzige im Aargau mit eigenständigem Restaurationsbetrieb. Was das bedeutet, umschreibt Suter so: «Ich muss allen gerecht werden. Muss vom Cervelat mit Brot bis zum 120-Franken-Menü alles unter einen Hut bringen.»

Eine Hochzeitsfeier genauso wie einen Firmenanlass oder den Habsburg-Rapport. Zu diesem lädt die Aargauer Regierung jedes Jahr im Januar hohe Offiziere sowie Gäste aus Bund und Kanton ein. Will man Klatsch erfahren, ist man bei Hansedi Suter an der falschen Adresse.

Kunde ist König

Der Kunde ist König – egal, wie alt er ist oder woher er kommt. Suter hat aber festgestellt, dass «manche Gäste partout nur draussen in der Gartenwirtschaft essen wollen». Der Schlossherr erzählt von Besuchern aus Basel, die im 2-Wochen-Rhythmus die «Habsburg» aufsuchen, aber niemals einen Fuss in die Innenräume setzen.

Obgleich es immer wieder neue Gesichter in der «Habsburg» gibt – Stammgäste prägen das Bild. Nicht verwunderlich, dass Suter auch von einem «Dorfrestaurant» spricht, das von lokalen Vereinen und – am Sonntag – von Frühstückspilgern gerne aufgesucht wird.

Dorf gibt das Stichwort: Wie vereint Hansedi Suter seinen lange Präsenzzeit erfordernden Beruf mit dem Amt des Gemeindeammanns? «Wenn man stark mit einer Gemeinde verbunden ist und diese mitgestalten will, muss man das einfach packen», sagt er bestimmt.