Habsburg
«Belindas Loch» wird doch nicht gänzlich erhalten werden können

Die Arbeiten an der Grube, in die Kuh Belinda stürzte, haben begonnen. Warum die Dauer der Arbeiten kaum abschätzbar ist und wahrscheinlich bald weitere Stollen entdeckt werden.

Carla Honold
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Nach dem Sturz von Kuh Belinda wurde das Gewölbe im Habsburger Untergrund entdeckt.

Nach dem Sturz von Kuh Belinda wurde das Gewölbe im Habsburger Untergrund entdeckt.

Pro Natura / Philipp Schuppli

Die Bauarbeiten an «Belindas Loch» in Habsburg konnten laut Johannes Jenny von Pro Natura Aargau wie geplant Ende September beginnen. Der provisorische Deckel auf dem Erdolch, in das Kuh Belinda vor mehr als vier Jahren fiel, sei bereits weg. «Auch die Abhumusierung ist erfolgt und das Loch wurde mit einem Baustellenzaun gesichert», so Jenny zum Fortschritt der beauftragten Baufirma Birchmeier aus Döttingen an der Unteren Lättenstrasse.

Philipp Schuppli ist Projektleiter bei der Pro Natura Aargau Tochtergesellschaft Creanatira.

Philipp Schuppli ist Projektleiter bei der Pro Natura Aargau Tochtergesellschaft Creanatira.

Marc Ribolla (23. März 2021)

Zurzeit ist laut Philipp Schuppli, Projektleiter der Tochtergesellschaft von Pro Natura Aargau Creanatira, aber keine Baumannschaft vor Ort. Schuppli erklärt:

«Die Bergungsarbeiten beginnen, sobald der Boden trocken genug und die Flächen für die Zwischenlagerung des Aushubs vorbereitet sind.»

Nach Beginn der Arbeiten rechnet Schuppli mit einer effektiven Bauzeit von zirka einem Monat. Darin nicht enthalten seien die archäologische Untersuchung und die Installationsarbeiten im Innern des Gewölbes.

Nun muss entschieden werden, welche Teile der Grube erhalten bleiben

In den nächsten Tagen soll laut Johannes Jenny erst einmal das Wasser aus der Grube abgesaugt werden. Danach will Pro Natura Aargau «Belindas Loch» bis auf den Grund ausheben lassen. Bevor die Kantonsarchäologie anschliessend ihre Untersuchungen anstellt, muss gemäss Jenny gemeinsam mit der Fachstelle besprochen werden, welche Teile des Gewölbes für spätere Besichtigungen erhalten werden sollen. Er erklärt:

Johannes Jenny ist bei Pro Natura Aargau tätig.

Johannes Jenny ist bei Pro Natura Aargau tätig.

Marc Ribolla (23. März 2021)
«Wegen der überlasteten Statik und bestehender Schäden im Gewölbe kann dieses nicht erhalten werden.»

Ursprünglich sollte das ganze Innere von «Belindas Loch» bestehen bleiben. «Wahrscheinlich werden noch mehr Kavernen im Untergrund gefunden werden», meint Jenny. Einige Strassen in der Nähe des Lochs hätten sich abgesenkt und weisen auf weitere Stollen hin.

Warum die Dauer der Arbeiten noch unklar ist

Der Deckel ist mittlerweile nicht mehr auf dem Loch in Habsburg.

Der Deckel ist mittlerweile nicht mehr auf dem Loch in Habsburg.

Désirée Ottiger (30. Juni 2017)

Wie lange es bis zum Einsatz der Kantonsarchäologie noch geht, ist laut Jenny schwer zu sagen. «Die Dauer der Arbeiten ist schlecht abschätzbar», meint er. «Diese Unsicherheit besteht, weil wir nicht wissen, wie tief gegraben werden und wie viel Material bis zum Grund ausgehoben werden muss.» Jenny fügt hinzu:

«Aufgrund des engen Budgets hoffen wir, dass die Arbeiten so bald wie möglich abgeschlossen werden können.»

Spätestens im Frühling 2022 sollten die Erhaltungsmassnahmen für «Belindas Loch» laut Philipp Schuppli abgeschlossen und die Entstehung sowie der Zweck der unterirdischen Baute klar sein.

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