Bözen
Gymnastikgruppe Bözen: «Die Choreografie muss eine Geschichte erzählen»

1997 ist die Gymnastikgruppe Bözen im Geheimen entstanden – heute zählt sie bereits drei Schweizermeister-Titel und eröffnet den grossen STV-Event «Gymotion» im Hallenstadion. Alexandra Berner, Leiterin der Gymnastikgruppe, verrät ihr Erfolgrezept.

Luisa Bider
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Das Kostüm mit den langen Fingern gehört zu der aktuellen Choreografie der Gymnastikgruppe Bözen.ZVG

Das Kostüm mit den langen Fingern gehört zu der aktuellen Choreografie der Gymnastikgruppe Bözen.ZVG

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Alexandra Berner, Leiterin der Gymnastikgruppe Bözen, war gerade mal 16 Jahre alt, als sie die Untergruppe der Damenriege Bözen gründete. «Meine Mutter war zuerst dagegen, weil sie fand, die Leitung einer Turngruppe sei zu viel Verantwortung für eine 16-Jährige. Mittlerweile ist sie aber unser grösster Fan», lacht Berner.

Drei Schweizermeistertitel hat die Gymnastikgruppe seither ins Fricktal geholt – zweimal mit Handgerät aus der rhythmischen Sportgymnastik, einmal ohne. Anfänglich setzte sich die Gruppe aus 14 Turnerinnen zusammen, zu Höchstzeiten waren es 17. «Zurzeit sind wir aber nur elf – dieses Jahr haben wir keine Neuen aufgenommen, weil wir mit der aktuellen Konstellation zufrieden sind und es ohnehin wenig Nachwuchs gegeben hätte», sagt die gelernte Physiotherapeutin.

Der nächste grosse Termin für die Gymnastikgruppe ist der 17. Mai: Dann findet die Gymotion – ehemals STV-Gala – im Hallenstadion Zürich statt. Die Gymnastikgruppe Bözen turnt dort zusammen mit dem Damenturnverein Oberrüti in der Eröffnungsshow vor rund 10000 Zuschauern. Aufgeregt? «Nein, das kommt gut. Aber es muss noch viel geübt werden. Es ist speziell, plötzlich mit einem Verein zusammenzuarbeiten, der sonst an den Wettkämpfen gegen uns antritt», so Berner.

Das Erfolgsrezept

Als Erfolgsrezept sieht Berner die Konzentration auf das Gesamtbild: «Wir trainieren sehr hart an unserer Körperspannung, Körpertechnik und Handgerättechnik. Aber auch auf die passende Choreografie mit Kostümen, Ausstrahlung und Mimik legen wir bei jeder Vorführung sehr viel Wert», erklärt die 32-Jährige. So sei es auch wichtig, dass ihre Turnerinnen schauspielern und eine Geschichte erzählen könnten. Die Choreografien sind nämlich von Geschichten inspiriert: Eine der letzten Choreografien erzählte beispielsweise die Geschichte vom Zauberlehrling, Harry-Potter-Musik inklusive.

Während 1997 das Alter der Turnerinnen zwischen 12 und 16 lag, sind diese heute zwischen 18 und 32 Jahre alt – die Spannweite wird grösser. «Das braucht von beiden Seiten viel Entgegenkommen», sagt Berner. Ein Teil des Nachwuchses käme direkt aus der Mädchenriege, aber es gäbe auch Externe.

Die grossen Ausgaben für Kostüme und Wettkämpfe werden teilweise von der Bözener Damenriege übernommen, teilweise aber auch durch eigene Showauftritte: Letztes Jahr trat die Gruppe beispielsweise am Weihnachtsessen eines Unternehmens auf.