Effingen/Rüfenach
Gute Stimmung und über 1000 Gäste: Der Grossanlass am Waldrand etabliert sich

Letztes Wochenende reisten zum zweiten Mal Goa-Partygänger zum Grossanlass am Waldrand von Effingen. Auch in Rüfenach will ein junges Trio eine Waldparty etablieren. Bisher ohne Erfolg.

Claudia Meier
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Auf dem Areal der regionalen Schiessanlage in Effingen hat sich die Goa-Szene am letzten Wochenende getroffen.

Auf dem Areal der regionalen Schiessanlage in Effingen hat sich die Goa-Szene am letzten Wochenende getroffen.

zvg

Vier Jahre lang suchte Marko Meister in der Schweiz nach einem geeigneten Gelände für sein Festival Outdoor Selection, einen 24-Stunden-Grossanlass mit elektronischer Tanzmusik. Dank Google Maps wurde er in Effingen fündig – auf der Wiese hinter dem Schützenhaus Talmatte, zwischen der A3 und dem Waldrand. Bei seiner Anfrage sei er von der 600-Einwohner-Gemeinde Effingen mit offenen Armen empfangen worden, sagt der 35-Jährige auf Nachfrage der AZ.

Ganz anders ist die Ausgangslage in der Gemeinde Rüfenach: Seit zwei Jahren planten Adrian Hersperger, Reto Bruderer und Ivan Bühler von der Noxtron Crew für Ende August eine zweitägige Waldparty mit 500 Gästen. Damit wollte das Trio den jungen Leuten aus der Region etwas bieten. Daraus wird nun aber nichts, weil Jäger und Naturschützer im Rahmen der öffentlichen Auflage Einsprache machten.

Die Gründe sind vielfältig: Es gibt Befürchtungen, dass Wildtiere längerfristig von ihren Wildeinständen vertrieben werden. Auch Lichtverschmutzung oder die Kritik, dass es kein öffentliches Interesse an einer Party im Wald gibt und es sich beim Fest um einen kommerziellen Zweck handelt, werden in den Einsprachen aufgeführt.

Schokolade für die Anwohner

Zurück nach Effingen: Nach der Premiere mit 1250 Festivalbesuchern im letzten Jahr hat am vergangenen Wochenende die zweite Ausgabe unter strengen Auflagen stattgefunden. Schon Wochen zuvor hatten viele Einwohner der Gemeinden Effingen, Zeihen, Bözen und Bözberg ein Informationsschreiben von Marko Meister im Briefkasten. Darin stand, dass die Veranstaltung von den lokalen Behörden für die Dauer von Samstag, 15 Uhr bis Sonntag, 15 Uhr bewilligt wurde.

Die Verantwortlichen erwähnten zudem, dass sie in enger Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und der Regionalpolizei ein umfassendes Lärm- und Sicherheitskonzept ausgearbeitet hatten. «Nachts wird die Musiklautstärke unter strenger Einhaltung der gesetzlichen Auflagen leiser gestellt», hiess es weiter. Fett vermerkt war eine Hotline-Nummer für Fragen und Reklamationen. Die Anwohner im näheren Umkreis des Festivalgeländes erhielten vor dem Anlass schon mal vorsorglich Merci-Schokolade.

Die Goa-Partygänger reisten teilweise zum ersten Mal ins Fricktal. Laut Marko Meister waren es diesmal 1150. Die Stimmung war gut. Von Frick gabs einen Gratis-Shuttlebus nach Effingen. Die Organisatoren hatten einiges angepasst und auch die Musikanlage optimiert. Meister zeigt Verständnis für die strengen Auflagen inklusive Kaution. Denn im Fricktal wollte man nach den Erfahrungen im Sommer 2015 mit dem Sonnentanz-Festival in Mettauertal einen weiteren Flop vermeiden.

Eine Meldung wegen Ruhestörung

Die Polizei Oberes Fricktal zieht nach der zweiten Outdoor Selection eine positive Bilanz. «Es handelte sich um einen durchweg friedlichen Anlass», sagt Polizeichef Werner Bertschi. Im Festivalgelände waren während der ganzen Veranstaltungsdauer keine polizeilichen Interventionen notwendig. Die Polizei Oberes Fricktal sei im und um das Festivalgelände präventiv präsent gewesen.

Laut Bertschi gab es im Nachgang zum Festival eine Meldung bezüglich Ruhestörung. Im Rahmen der im Umfeld der Veranstaltung durchgeführten Polizeikontrollen – etwa auf der Zufahrt zum Parkplatz – kam es zu mehreren Anzeigen wegen Führens von Fahrzeugen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz mussten mehrere Personen verzeigt werden. Durch die Polizei wurden geringe Mengen von Marihuana, Haschisch und Amphetamin sichergestellt.

Marko Meister plant nächstes Jahr wieder ein Festival in Effingen. Bewilligungsbehörde ist der Gemeinderat. Die Party in Rüfenach war beim Waldhaus, das sich wenige Meter im Wald befindet, vorgesehen. Weil für Veranstaltungen im Wald jedoch das Waldgesetz zum Tragen kommt, musste die Gemeinde das entsprechende Gesuch während 30 Tagen öffentlich auflegen. Wie es 2019 in Rüfenach partymässig weitergeht, ist noch nicht klar.