Brugg
Gute Erfahrungen mit Sicherheits-Patrouillen

Der weitere Einsatz des privaten Sicherheitsdienstes wird geprüft.

Louis Probst
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«Aus meiner Sicht darf eine positive Bilanz gezogen werden», sagt Heiner Hossli, Chef der Regionalpolizei Brugg, zu den Einsätzen privater Sicherheitsdienste an den Wochenenden. «Seit dem Einsatz der Patrouillen waren keine schweren Delikte zu verzeichnen. Das dürfte mit darauf zurückzuführen sein, dass die Einsatzkräfte bei Vorfällen sofort einschreiten und bei Bedarf die Regionalpolizei oder die Kantonspolizei aufbieten.»

Sicherheit durch Präsenz

Seit dem 18. Juni dieses Jahres stehen in Brugg in den Nachtstunden der Wochenenden uniformierte Zweierteams der Securitas im Einsatz. Präsent sind die Patrouillen vor allem an den so genannten Hotspots wie der Altstadt, auf dem Neumarkt, dem Bahnhofgebiet und der Aarauerstrasse. Zum Einsatz privater Sicherheitsdienste entschlossen hatten sich der Stadtrat und die Regionalpolizei Brugg, nachdem aus der Bevölkerung vermehrt Reklamationen wegen Pöbeleien, Schlägereien, Ruhestörungen und Sachbeschädigungen eingegangen waren.

«Für uns ist es wichtig, dass die Mitarbeitenden des Sicherheitsdienstes durch ihre Präsenz den Anwohnern und Passanten ein Sicherheitsgefühl vermitteln können», erklärt Repol-Chef Hossli. «Die Patrouillen sorgen zudem dafür, dass den Bestimmungen des Polizeireglements nachgelebt wird, indem sie auffällige Personen ermahnen. Entscheidend ist, dass der Sicherheitsdienst sofort die Polizei aufbietet, wenn sich eine Auseinandersetzung anbahnt.» Wie Heiner Hossli erklärt, werden die Einsätze anhand ihrer Rapporte laufend analysiert und optimiert. Aufgrund der guten Erfahrungen wird jetzt der weitere Einsatz des privaten Sicherheitsdienstes geprüft.

«Kein Wildwest in Brugg»

Bereits bei der Einführung der Patrouillen hatte der Stadtrat darauf hingewiesen, dass die polizeilichen Studien für Brugg keine beunruhigenden Zahlen über entsprechende Vorfälle aufweisen würden. «Die Statistiken zeigen, dass wir in Brugg keine Wildwest-Situation haben», betont auch Heiner Hossli.

Wie andere grössere Gemeinden und Zentren bleibt allerdings auch Brugg von gewissen unerfreulichen Begleiterscheinungen des veränderten Ausgehverhaltens der Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht verschont. Heiner Hossli verweist dabei aber auch auf eine Untersuchung in der ganzen Schweiz, die aufzeigt, dass 80 Prozent der Jugendlichen keine Probleme verursachen. «Lediglich fünf Prozent gelten als so genannte Intensivtäter, die fortlaufend schwere Delikte verüben und sich auch von Haftstrafen nicht beeindrucken lassen», stellt der Repol-Chef fest. Die Entwicklung der Problematik führt Heiner Hossli auf das veränderte Lokalangebot und die Lockerungen in der Gastgewerbegesetzgebung zurück.

«Einerseits wird das jetzt vorhandene Angebot begrüsst, wie sich eine junge Einwohnerrätin an der letzten Sitzung äusserte», stellt er fest. «Andererseits haben die verlängerten Öffnungszeiten einen direkten Einfluss auf das Ausgehverhalten und auch auf den Alkoholkonsum. Diese Tatsachen sind für die Einhaltung der Bestimmungen im Polizeireglement nicht unbedingt förderlich. Gerade in diesem niederschwelligen Gesetzesbereich fehlen der Polizei oft die gesetzlichen Grundlagen, um sofort nachhaltige Massnahmen ergreifen zu können. Bei Pöbeleien und Nachtruhestörungen gibt es wenig Möglichkeiten. Das gilt insbesondere für den Erlass von Wegweisungen. Ähnlich verhält es sich beim Alkoholkonsum.

Wir können zwar Jugendliche, die im öffentlichen Raum Alkohol konsumieren, büssen. Mehrheitlich haben wir es aber mit jungen Erwachsenen, ab 18 Jahren, zu tun. Bei ihnen besteht keine Möglichkeit, für diesen Bereich Ordnungsbussen auszusprechen. Weil keine rechtlichen Grundlagen bestehen, fehlt es an unmittelbaren Konsequenzen für fehlbare Personen.»

«Kein Brugger Problem»

Wie der Repol-Chef betont, widerspiegelt sich das Verhältnis zwischen korrekten und auffälligen Jugendlichen auch in Brugg. «Der grosse Anteil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen verhält sich anständig und korrekt», betont er. Es zeige sich aber auch, dass sich die Problematik nicht auf Brugg beschränkt, sondern alle regionalen Zentren betrifft, stellt Heiner Hossli fest. «Man darf aber doch sagen, dass wir in Brugg in diesem Jahr bis jetzt keine schweren Vorfälle hatten, insbesondere keine schweren Körperverletzungen, aber auch weniger Meldungen wegen Nachtruhestörungen.»