Schinznach-Dorf
Güllenrätsel (noch) ungelöst: Bauer will Wasser nicht verschmutzt haben

Vor vier Monaten konnte das Trinkwasser in Schinznach-Dorf während zweier Tage nur noch abgekocht getrunken werden, weil es fürchterlich nach Gülle stank. Noch immer ist nicht abschliessend klar, wer für die Verschmutzung verantwortlich gewesen ist.

Toni Widmer
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Das Einzugsgebiet der Wasserfassung Schinznach-Dorf erstreckt sich über das ganze Schenkenbergertal. (to)

Das Einzugsgebiet der Wasserfassung Schinznach-Dorf erstreckt sich über das ganze Schenkenbergertal. (to)

Zwar kam die Polizei bald einem Landwirt auf die Spur, der am Freitag, 29. April – am Tag bevor das Trinkwasser zu riechen begann – Jauche im Einzugsbereich der Schinznacher Wasserfassung ausgebracht hatte. Der Bauer wohnt nicht im Dorf, sondern in einer Gemeinde im Schenkenberger Tal.

Im Rahmen der weiteren Untersuchung, zu der auch geologische Abklärungen gehörten, erhärtete sich der anfängliche Verdacht. Der Bauer hatte bei sehr trockenem Wetter in der Schutzzone sowie an deren Rand gegüllt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass diese Gülle letztlich ins Trinkwasser gelangt ist, und hat gegen den Landwirt einen Strafbefehl erlassen.

Weiteres Gutachten verlangt

Der betroffene Landwirt hat dagegen Rekurs eingelegt. Er sieht seine Schuld aufgrund der vorliegenden Untersuchungsergebnisse als nicht erwiesen an und verlangt weitere geologische Untersuchungen.

Für den Bauern steht einiges auf dem Spiel. Da sind einerseits die drohende Busse sowie die Forderung der Gemeinde Schinznach-Dorf. Sie hat für die Deckung ihrer am ersten Mai-Wochenende entstandenen Unkosten einen (niedrigen) fünfstelligen Betrag in Rechnung stellt. Weit grössere Konsequenzen kann für den Bauern aber der drohende Verlust von Direktzahlungen des Bundes haben. Wird er definitiv der Verschmutzung überführt, werden diese für das laufende Jahr massiv gekürzt.

Schutzzonen werden überprüft

Unabhängig vom beschriebenen Ereignis wird zurzeit das ganze Einzugsgebiet der Wasserfassung geologisch überprüft. Das hat die Gemeinde Schinznach-Dorf bereits im vergangenen Jahr beschlossen. Damit soll abgeklärt werden, ob die nach einem ähnlichen Vorfall vor 20 Jahren erlassenen Schutzzonen den heutigen Anforderungen noch genügen. Das Einzugsgebiet der Schinznacher Wasserfassung erstreckt sich über das ganze Schenkenberger Tal, bis hinauf an den Fuss der Staffelegg.

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