Brugg/Schinznach-Bad
Grund für Fusion der Stadt Brugg: "Wir müssen zwischen Aarau und Baden bestehen können"

An der Mitwirkungsveranstaltung in Brugg zur angedachten Fusion zwischen der Stadt und Schinznach-Bad gab es zwei grosse Themen: Einerseits die Schule und andererseits stand die Frage im Raum, was genau die Motivation der Stadt ist, um Schinznach-Bad zu heiraten.

Janine Müller
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So sähen die Gemeindegrenzen aus, wenn Schinznach-Bad und Brugg fusionieren würden.

So sähen die Gemeindegrenzen aus, wenn Schinznach-Bad und Brugg fusionieren würden.

Grafik/Barbara Adank

«Alles läuft wie geplant.» – «Die Fusion ist eine gute Sache.» – «Wir sind in keinem Bereich auf unüberbrückbare Probleme gestossen.» – Die positiven Voten für die Fusion von der Stadt Brugg mit der Gemeinde Schinznach-Bad überwogen an diesem Dienstagabend an der Mitwirkungsveranstaltung. Doch so einfach machten es die rund 60 Interessierten der Projektgruppe, die die ersten Ergebnisse und Erkenntnisse aus den Arbeitsgruppen präsentierten, nicht.

Mitwirkungsveranstaltung zur Fusion von Brugg mit Schinznach-Bad An der Info- und Mitwirkungsveranstaltung zur Fusion der Stadt Brugg mit der Gemeinde Schinznach-Bad musste vor allem Peter Merz, Gesamtschulleiter Schule Brugg, Auskunft geben. Es ging dabei um die Kreisschule Oberstufe Schenkenbergertal.

Mitwirkungsveranstaltung zur Fusion von Brugg mit Schinznach-Bad An der Info- und Mitwirkungsveranstaltung zur Fusion der Stadt Brugg mit der Gemeinde Schinznach-Bad musste vor allem Peter Merz, Gesamtschulleiter Schule Brugg, Auskunft geben. Es ging dabei um die Kreisschule Oberstufe Schenkenbergertal.

So manche Einwohnerräte und sonst politisch involvierte und interessierte Brugger waren vor Ort, die so einiges doch noch konkreter wissen wollten. Grösstes Thema, wie schon an der Veranstaltung im Juni in Schinznach-Bad, war die Schule. «Warum genau werden die Oberstufenschüler von der Oberstufe Schenkenbergertal abgezogen?», wollte jemand wissen.

Die Antwort vom Brugger Stadtrat Willi Däpp: «Wir müssten pro Schüler und pro Jahr 12 000 Franken Schulgeld bezahlen, wenn sie weiterhin im Schenkenbergertal zur Schule gehen würden.» Es sei ihm bewusst, dass die Schule ein emotionales Thema sei. Daniel Moser, Stadtammann von Brugg, ergänzte: «Wir haben den Behördenvertretern aus dem Tal die finanzielle Situation erklärt.»

Wo bleibt die Solidarität?

Eine Frau warf danach die Frage auf: «Was passiert dann in diesem Fall mit der Oberstufenschule Schenkenbergertal? Hat man sich überlegt, wie man sich solidarisch mit dieser Schule zeigen könnte?» Wie so oft an diesem Abend war die Auskunft des Brugger Gesamtschulleiters Peter Merz gefragt.

Eine klare Antwort konnte er aber nicht geben. «Das hängt unter anderem stark von der Planung der Oberstufenschule Schenkenbergertal ab. Es gibt im Übrigen auch die Möglichkeit, nur eine Sek- und Realschule zu führen.» Stadtammann Moser betonte: «Es geht hier nicht darum, jemandem etwas wegzunehmen. Wir wurden von den Gemeinden im Tal angegangen: ‹Ihr macht unsere Schule kaputt.› Aber das stimmt so nicht. Wir versuchten, eine Lösung zu finden. Aber die Zahlen sagen etwas anderes.»

Das Thermalbad ist das eine

Eine weitere grosse Frage, die im Raum stand und von FDP-Einwohnerrat Serge Läderach ausgesprochen wurde, lautete: Was ist genau die Motivation, vor allem von der Stadt Brugg, mit Schinznach-Bad zu fusionieren? Die Gründe der kleineren Gemeinde sind klar: Es fehlen Leute, die öffentliche Ämter bekleiden, die Verwaltung kommt mit den heutigen Anforderungen an den Anschlag.

Mit Traktoren besuchen die Thalner Schinznach-Bad

Am Donnerstag, 18. August um 18 Uhr besucht eine Delegation aus Thalheim Schinznach-Bad – mit Traktoren. Gemeindeammann Roland Frauchiger schreibt: «Wir möchten dem Gemeinderat und der anwesenden Bevölkerung ein Geschenk überreichen. Die Thalner freuen sich auf viele Anwesende aus Schinznach-Bad.» Hintergrund des Besuchs: Die Thalner wollen die Schinznach-Bader darauf aufmerksam machen, dass bei einer Fusion mit Brugg die Oberstufe Schenkenbergertal gefährdet wäre. Die anderen Gemeinden aus dem Tal sind nicht mit von der Partie. (jam)

Und Brugg? Daniel Moser meinte augenzwinkernd: «Es ist natürlich toll, wenn wir dann ein eigenes Thermalbad haben.» Es gebe auch andere Gründe, ergänzte Projektleiter Markus Leimbacher. So zum Beispiel sei Brugg daran interessiert, an Bevölkerung zuzulegen. «Brugg muss aufpassen, dass es nicht untergeht. Mit einer Fusion wird die Region gestärkt.» Eine grössere Gemeinde habe politisch mehr Einfluss, meldete sich GLP-Einwohner- und Grossrat Markus Lang aus dem Publikum zu Wort. «Wir müssen zwischen Aarau und Baden bestehen können. Das zeigt sich auch im Kampf um das Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg.»
Trotz der kritischen Fragen und Voten: Der Grundtenor gegenüber der Fusion war mehrheitlich positiv.