Asylzentren

Grünes Licht für «Jägerstübli», Einsprachen gegen Liebegg

Im ehemaligen Restaurant Jägerstübli in Brugg werden schon bald Asylbewerber einziehen

Im ehemaligen Restaurant Jägerstübli in Brugg werden schon bald Asylbewerber einziehen

Der Kanton Aargau wird ab Juni im ehemaligen Restaurant «Jägerstübli» in Brugg eine Unterkunft für 25 Asylbewerber betreiben. Zuvor soll das Gebäude renoviert werden. Der Zeitplan in Gränichen dagegen ist offen.

Für das laufende Jahr erwartet der Kanton rund 1500 Asylbewerber, die im Aargau untergebracht werden müssen. Rund 25 von ihnen werden ab Juni im ehemaligen Restaurant Jägerstübli im Brugger Ortsteil Lauffohr einquartiert. Dagegen hatte sich der Stadtrat rund zwei Jahre gewehrt, war im Herbst aber mit einer letzten Beschwerde beim Bundesgericht abgeblitzt.

Wie zuvor schon der Regierungsrat und das kantonale Verwaltungsgericht, kamen auch die höchsten Schweizer Richter in Lausanne zum Schluss, eine Umnutzung des früheren Restaurants in eine Asylunterkunft sei zulässig. Vergeblich hatte der Stadtrat auf die starke Lärmbelastung durch die danebenliegende Kantonsstrasse hingewiesen.

Renovation beginnt nach Ostern

Inzwischen hat der Stadtrat die Baubewilligung erteilt und der kantonale Sozialdienst einen fünfjährigen Mietvertrag abgeschlossen. Die Umbau- und Renovationsarbeiten im «Jägerstübli» starten nach Ostern. Geplant sind Anpassungen an Heizung, Elektroanlagen und Nasszellen, eine teilweise Erneuerung der Bodenbeläge sowie Malerarbeiten. Eröffnet wird die Asylunterkunft im Juni, sie wird laut Kanton mit 20 bis 25 Einzelmännern belegt.

Der kantonale Sozialdienst werde dafür sorgen, dass rund um die Unterkunft geordnete Verhältnisse herrschen. Mit nennenswerten Schwierigkeiten sei erfahrungsgemäss nicht zu rechnen. Neben der Tagesbetreuung wird der mobile Nachtdienst regelmässige Kontrollen durchführen. Die Quartierbewohner sind brieflich informiert worden, ausserdem wird für sie vor der Eröffnung der Unterkunft eine Infoveranstaltung durchgeführt.

Balz Bruder, persönlicher Mitarbeiter von Sozialdirektorin Susanne Hochuli, sagt: «Obwohl die Auseinandersetzung um die Unterkunft drei Jahre dauerte und bis vor Bundesgericht ging, bleibt keine Verstimmung zwischen dem Stadtrat und dem Kanton.» Wir haben heute ein gutes Einvernehmen mit der Stadt, die Kommunikation ist abgesprochen, auch die Infoveranstaltung werden wir gemeinsam durchführen.

Liebegg: Gemeinderat lenkt ein

Noch deutlich länger dürfte es dauern, bis der Kanton die unterirdische Unterkunft auf der Liebegg in Gränichen belegen kann. Innerhalb der Auflagefrist des Baugesuchs, die am Montagabend ablief, sind drei Einsprachen eingegangen. «Gegen die Unterkunft wehren sich zwei Familien, dazu gibt es eine Sammeleinsprache mit zahlreichen Unterschriften aus den umliegenden Quartieren», erläutert Gemeindeammann Rolf Arber.

Die Gemeinde selber, die sich bisher auf den Standpunkt stellte, die Nutzung der unterirdischen Anlage als Asylzentrum sei nicht zulässig, hat hingegen keine Einsprache eingereicht. «Laut rechtlichen Abklärungen des Kantons ist es offenbar legal, Asylbewerber für eine gewisse Zeit in einer Unterkunft ohne Tageslicht unterzubringen», sagt Arber. Deshalb könne der Gemeinderat zwar die Faust im Sack machen, es sei aber nicht sinnvoll, die Umnutzung weiterhin zu bekämpfen. «Wir werden aber unsere wichtigsten Anliegen – ein Sicherheitskonzept und ein Beschäftigungsprogramm für die Asylbewerber – als Bedingungen in der Baubewilligung integrieren.»

«Für den Kanton ist es eine positive Entwicklung, wenn der Gemeinderat Gränichen als Baubewilligungsbehörde selber keine Einsprache mehr macht», sagt Balz Bruder. Er führt aus: «Wir werden die Einsprachen prüfen und termingerecht unsere Stellungnahme dazu einreichen.» Wie rasch die Unterkunft danach bezogen werden kann, hänge vom Verlauf des Verfahrens ab und lasse sich kaum abschätzen.

Klar ist: Bevor der Gemeinderat die Bewilligung erteilen kann, müssen erst Verhandlungen mit den Einsprechern geführt werden. Wenn sich die beiden Parteien nicht einigen können, muss der Gemeinderat Gränichen über die Einsprachen entscheiden. Weist er diese ab, können die Gegner der Asylunterkunft den Entscheid zuerst beim Regierungsrat und später beim Verwaltungsgericht anfechten.

Meistgesehen

Artboard 1