Für die Gesamterneuerungswahlen am 24. September für den Brugger Stadtrat ist derzeit nur eine Frage wirklich spannend: Wer wird nach dem Abgang von Stadtammann Daniel Moser (FDP) sein Amt übernehmen? Die FDP-Stadtpartei hat Grossrat Titus Meier nominiert (die az berichtete). Offen war seit Anfang Jahr, ob die CVP mit Grossrat Jürg Baur ins Rennen um das Vollamt steigen wird. Seit Mittwochabend ist klar, dass sie darauf verzichtet. An ihrer Versammlung hat die CVP Brugg einzig Leo Geissmann für die Wiederwahl in den Stadtrat nominiert. In einer Mitteilung schreibt die Partei: «Leo Geissmann hat in seinen ersten vier Jahren als Finanz- und Kulturminister einen bemerkenswerten Leistungsausweis erbracht.»

Die CVP habe verschiedene Gespräche geführt, sagt Präsident Matthias Rüede auf Nachfrage der az. Aus familiären und beruflichen Gründen habe Jürg Baur, der erst im letzten Herbst neu in den Grossen Rat gewählt wurde, entschieden, dass er nicht als Ammann kandidieren wolle.

Partei gewährt Horlacher Bedenkzeit

Die SVP-Ortspartei hat vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt keinen Kandidaten hat, «der sich für ein derartiges Engagement – als Stadtrat oder als Stadtammann – zur Verfügung stellt». Die Auswahl an potenziellen Kandidaten wird also immer kleiner. Wie sieht es bei den Grünen aus? Mit Barbara Horlacher besetzt die Partei derzeit das Amt als Einwohnerratspräsidentin. Die 46-jährige Leiterin der Umweltabteilung am Euroairport in Basel geniesst in ihrem Amt als höchste Bruggerin viel Respekt und Sympathien und ist bei Veranstaltungen häufig präsent. Robert Obrist, Präsident der Grünen Brugg, sagt dazu: «Wir freuen uns, dass sich Barbara Horlacher als kompetente, erfahrene und über die Parteigrenzen hinaus geschätzte und anerkannte Persönlichkeit für das Amt als Stadtammann interessiert und eine Kandidatur in Erwägung zieht.» Für diesen nicht ganz einfachen Entscheid brauche sie aber noch etwas Zeit, welche ihr die Partei gerne zugestehe, so Obrist. Fällt dieser Entscheid positiv aus, erfolgt die Nomination am Mitsommeranlasses am 18. Juni.

Stadt Brugg soll auf klar bürgerlichen Kurs

Für die SVP sei die persönliche Werthaltung und Einstellung des Kandidaten wichtiger als die Parteizugehörigkeit, sagt Ortspartei-Präsident Stefan Baumann. «Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Stadt Brugg auf einen klar bürgerlichen Kurs im Sinne unserer Wählerschaft zurückkehrt», so Baumann. Um das herauszufinden, will die SVP den Kandidaten in den Hearings entsprechende Fragen stellen und im Anschluss eine Wahlempfehlung abgeben.

Die CVP hat neben Geissmann auch Eszter Markus Nänni für die Schulpflege sowie Pia Imhof für die Steuerkommission nominiert. Die Kandidatinnen haben laut der CVP bereits seit mehreren Jahren erfolgreich in diesen Gremien mitgearbeitet.