Bezirk Brugg
Grossräte erwarten von der Region Brugg mehr Engagement für Berufsbildungsstandort

Das Thema Berufsschul- und Berufsbildungsstandort Brugg beschäftigt die Grossräte im Bezirk Brugg quer durch die Parteienlandschaft. Sie haben sich kürzlich mit Vertretern des Berufsbildungszentrums (BWZ) Brugg zu einem Austausch getroffen.

Claudia Meier
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Das Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg (BWZ). ZVG

Das Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg (BWZ). ZVG

Das Thema Berufsschul- und Berufsbildungsstandort Brugg beschäftigt die Grossräte im Bezirk Brugg quer durch die Parteienlandschaft. Sie haben sich kürzlich mit Vertretern des Berufs- und Weiterbildungszentrums (BWZ) Brugg zu einem Austausch getroffen und eine ernüchternde Bilanz gezogen: «Brugg muss aufpassen, dass die BWZ nicht Opfer einer grossen Verschiebungsübung von Schulräumen innerhalb des Kantons wird.»

Grund für den Unmut bei den Politikern ist das laufende Projekt zur Schulraum- und Standortsüberprüfung auf der Sekundarstufe 2 (die az berichtete). Damit verunsichere der Regierungsrat die Berufsschulen, sind sich die Grossräte einig. Solche wiederholten Grundsatzüberprüfungen innerhalb von zehn Jahren seien für die Planungssicherheit im Bildungs- wie auch im Immobilienbereich hinderlich.

Max Zeier, Präsident, und Rolf Niederhauser, Rektor BWZ Brugg, schildern die Situation. Kurz gesagt geht es darum, dass es im ganzen Kanton eigentlich genügend Schulraum für die Sekundarstufe 2 gebe, dieser aber falsch verteilt sei. Die Berufsschulen hätten tendenziell zu viel Schulraum, die Kantonsschulen zu wenig. In der Berufsschullandschaft Kanton Aargau nehme Brugg eine wichtige Stellung ein.

Das BWZ bildet aktuell rund 1300 Schüler aus, sowohl im gewerblich-industriellen als auch im kaufmännischen Bereich. Zudem ist die kantonale Berufsfachschule Gesundheit und Soziales ebenfalls zu einem grossen Teil in Brugg und Umgebung stationiert und möchte hier ein eigentliches Kompetenzzentrum bilden. Dafür brauche es in Brugg-Windisch neue Schulräume, denn die Liegenschaften an der Baslerstrasse vermögen den Platzbedarf nicht abzudecken, schreiben die Grossräte in einer Mitteilung. Es brauche also neue Lösungen.

BWZ kooperiert eng mit FHNW

Das BWZ ist Teil eines grossen Netzwerks. Für die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) bietet das BWZ Vorbereitungskurse für die Aufnahmeprüfung und Vorkurse für einzelne Studiengänge an. Viele Lernende des BWZ schaffen anschliessend den Sprung an die FHNW. Gemeinsam werden Mediothek, Mensa und die Sporthalle genutzt, und auch viele Dozenten unterrichten an beiden Schulen. Mit Kursen unterstützt das BWZ zudem Jungunternehmer des Technoparks, des Hightechzentrums und von SwissUp-Start Aargau.

Für die Grossräte des Bezirks ist deshalb klar: Brugg ist ein idealer Standort für alle Schulstufen. Wenn der Kanton nur wenige, dafür aber grosse Zentren für einzelne Schulstufen betreiben wolle, generiere er damit grosse Pendlerströme, welche die Verkehrsinfrastrukturen zunehmend belasten. Es sei wichtig, am Standort Brugg festzuhalten, weil jede Berufsschule auch Ausbildungsplätze in der Region generiert.

Behörden und Verbände gefordert

«Natürlich versuchen wir, uns in Aarau für unsere Region einzusetzen», sagt SP-Grossrat Dieter Egli. «Wir sind aber nur einer von elf Bezirken.» Die Grossräte erwarten deshalb von den Behörden der Region sowie den lokalen Verbänden wie Gewerbeverbänden, Brugg Regio und Gewerkschaften, dass sie diesbezüglich auch aktiv werden.

«Wir haben die Befürchtung, dass die Region Brugg da etwas verschläft», ergänzt FDP-Grossrätin Martina Sigg. «Die ganze Region wirkt wie im Stand-by-Modus.» Besonders gefordert seien die beiden Standortgemeinden Brugg und Windisch. Es fehlten der Blick aufs Ganze sowie ein Konzept bezüglich Berufsschule, so Sigg weiter. Die Vernetzung des BWZ mit der FHNW sei vielen zu wenig bewusst.

Die Grossräte hoffen, dass der Kanton seine Vorstellungen bald präsentieren und in die Vernehmlassung schicken wird. Denn nur so könnten Investoren gesucht und gefunden werden, die in den Berufsschulstandort Brugg investieren. Sollte der Kanton den vorgesehenen Zeitplan weiter zurückstellen, wollen die Grossräte des Bezirks mit Vorstössen aktiv werden und Lösungen einfordern.

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