Auenstein

Grossrätin Maya Meier politisiert ganz rechts – in der KV-Lehre festigte sich ihre Meinung

Maya Meier ist Politikerin, Kundenberaterin und Mutter.

Maya Meier ist Politikerin, Kundenberaterin und Mutter.

Für die SVP sitzt Grossrätin Maya Meier aus Auenstein im Grossen Rat. Sie politisiert ganz rechts – und wehrt sich trotz finanziellen Folgen der Coronakrise gegen Steuererhöhungen.

Kurvenreich führt die Strasse hoch, hinaus aus dem Dorf Auenstein. Hier, fast ganz oben auf dem Hügel, wohnt SVP-­Grossrätin Maya Meier mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Kindern. Familie hat bei ihr derzeit erste Priorität. Zudem ist sie in einem Teilzeitpensum Kundenberaterin bei einer Grossbank und sitzt für die SVP im Grossen Rat. Vor dem weiss gestrichenen Einfamilienhaus flattert im Garten die Schweizer Fahne an der Stange. Ein Holzturm mit Rutschbahn und ein Bistrotisch unter einem Baum komplettieren die Idylle.

In ihrem neuen Eigenheim fühlt sich Maya Meier mit ihrer Familie wohl. Zumal sie von hier aus auch in ihren ehemaligen Heimatbezirk Lenzburg schauen kann. Erst vor fünf Jahren wechselte sie den Bezirk, zügelte von Staufen nach Auenstein. Dennoch schaffte sie vor vier Jahren auch für die SVP Bezirk Brugg die Wiederwahl in den Grossen Rat. Hinter Martin Wernli aus Thalheim landete sie auf dem zweiten Platz.

«Jetzt müssen wir endlich anfangen, richtig zu sparen»: die Brugger SVP-Grossratskandidatin Maya Meier im Interview

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Die bald 35-Jährige politisiert ganz rechts. Schon früh interessierte sich Maya Meier für Politik. Am Familientisch im Elternhaus – der Vater war Schulpflegemitglied – und später während ihrer KV-Lehre auf der Gemeindeverwaltung Möriken-Wildegg wurde sie auf Themen aufmerksam, die sie noch heute beschäftigen. Im Alter von 16 trat sie der JSVP bei. Mit 25 Jahren, am 3. Mai 2011, konnte sie in den Grossen Rat nachrutschen. «Meine Hauptwerte wie Freiheit und Eigenverantwortung sind deckungsgleich mit der SVP», sagt sie. Zudem teile sie die Haltung bezüglich Umgang mit der EU und Ausländerfragen.

Die politische Arbeit macht ihr noch immer Freude

Heute ist sie, die an der Fachhochschule Betriebswirtschaft studierte – gemeinsam mit Parteikollegin Martina Bircher übrigens –, Vize-Fraktionspräsidentin im Grossen Rat. Die politische Arbeit macht ihr auch nach bald zehn Jahren noch immer Freude. «Ich setze mich gerne vertieft mit Themen auseinander», sagt sie. Vorstösse reichte sie eher selten ein und wenn, dann waren sie bis anhin nicht unbedingt erfolgreich.

«Ob man erfolgreich ist, lässt sich nicht alleine von der Anzahl überwiesener Vorstösse ableiten. Vorstösse mache ich nur, wenn ich keinen einfacheren Weg finde», erklärt sie. Häufig lasse sich im direkten Gespräch mit den Departementsvertretern oder über Anträge in den Kommissionssitzungen viel mehr erreichen. Zudem ist sie überzeugt, dass man mit jedem abgelehnten Vorstoss auch etwas bewirken kann.

So haben beispielsweise in der Diskussion alle Parteien anerkannt, dass Kinder, die genau vier Jahre alt sind, häufig noch zu klein sind für den Chindsgi. Der Vorstoss für die Verschiebung des Stichtags für den Kindergarteneintritt wurde zwar abgelehnt, daraus haben sich aber gute Gespräche ergeben und die Praxis, wie Verschiebungsgesuche gehandhabt werden, wurde geklärt.

Die Steuerreformen als politischer Höhepunkt

Als politisches Highlight in der aktuellen Legislatur bezeichnet sie als Mitglied der Kommission Volkswirtschaft und Abgaben die beiden Steuerreformen (Unternehmenssteuerreform und Teilrevision Steuergesetz). «Wir hatten eine vergleichsweise strenge Legislatur. Die Geschäfte waren komplex und die Einarbeitung in die Materie zeitintensiv», sagt sie. Umso schöner sei es dann, ein solches Geschäft erfolgreich zu Ende zu bringen. Gestört hat sie hingegen, dass es in dieser Legislatur nur wenige Sitzungen gab. «Der ohnehin schon sehr dünne Sitzungskalender wurde in der Coronakrise ganz ausgesetzt. Die Zusammenarbeit mit den anderen Ratsmitgliedern und der Regierung ist schwierig, wenn man sich nicht regelmässig sieht.»

Apropos Coronakrise: Als Kundenberaterin für KMU war Maya Meier direkt konfrontiert mit den Sorgen der Betriebe. «Die grosse Herausforderung der nächsten Legislatur wird es sein, die finanziellen Folgen dieser Krise zu bewältigen. Wir müssen künftig viel haushälterischer mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln umgehen.» Dennoch werde sie sich weiterhin mit aller Kraft gegen jegliche Steuererhöhungen einsetzen.

Das setzt voraus, dass Maya Meier erneut gewählt wird. Ganz sicher kann sie sich da nicht sein. Der Bezirk Brugg verliert einen Sitz aufgrund der Bevölkerungszahl. «Realistisch gesehen dürfte die SVP ihren vierten Sitz verlieren», sagt sie. Obwohl sie schon länger Mitglied im Grossen Rat ist, beurteilt sie den Bezirkswechsel nach wie vor als Nachteil. «Bei den Wahlen merke ich noch immer, dass ich im Bezirk Brugg weniger bekannt bin als im Bezirk Lenzburg.»

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