Brugg
Grosses Kino zum Auftakt der Jugendfestwoche

Die Musikschule Brugg bot am Montagabend eine stimmige «Serenade im Park» mit Filmmusik. Die Keller-Wildenrain-Stiftung hatte in den Park der Villa Keller eingeladen und dieser ist ein massgeschneiderter Ort, um die Jugendfest-Woche einzuläuten.

Elisabeth Feller
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Weit über 300 Besucherinnen und Besucher strömten gestern Abend in den Park der Villa Keller, um dem Konzert der Musikschule Brugg mit Filmmusik zu lauschen. Sandra Ardizzone

Weit über 300 Besucherinnen und Besucher strömten gestern Abend in den Park der Villa Keller, um dem Konzert der Musikschule Brugg mit Filmmusik zu lauschen. Sandra Ardizzone

Ach, die Violinen spielen so, als ob ihnen gleich ein Schluchzer unterlaufen würde. Aber nur beinahe, denn bei aller Wehmut: Charlie Chaplin wusste nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Filmkomponist seine verschwenderischen Mittel dosiert und gerade deswegen wirkungsvoll einzusetzen.

Die über 20 Lehrerinnen und Lehrer der Musikschule Brugg sowie Jürg Moser (Gesamtleitung) wussten, weshalb sie am Montagabend ein von Mani Sokoll moderiertes Medley aus Chaplin-Filmen an den Beginn der «Serenade im Park» setzten.

Dazu hatte die Keller-Wildenrain-Stiftung in den Park der Villa Keller eingeladen und dieser ist ein massgeschneiderter, prächtiger Ort, um die Jugendfest-Woche einzuläuten.

Musik mit Ohrwurmqualitäten

Spielt das Wetter mit, ist ein Programm mit Filmmusik das Beste, was man sich wünschen kann. Sie ist bekannt und hat Ohrwurmqualitäten; ist leicht, aber nicht zu leicht. Und: Sie macht Spass.

Und das erst recht dann, wenn sie sich als Visitenkarte einer mit Lust und Verve agierenden Musikschule entpuppt. Nicht verwunderlich, dass sich die Reihen im Park mit über 300 Besuchern blitzschnell füllten.

Die Filmplakate, die an der Wand des Podiums hingen, entlockte manchen ein Lächeln. Vielleicht weckten sie bei den einen etwa Erinnerungen an das zum Welthit gewordene «Moon River» aus «Breakfast at Tiffany’s» oder bei den anderen an «Lara’s Theme» aus «Doktor Schiwago».

Julie Christie und Omar Sharif lagen sich in den Armen und dazu gabs einen satten Streicherteppich, der einen weich wie Butter machte. In Brugg wurde «Lara’s Thema» jedoch für einmal kammermusikalisch fein – mit Trompete und Streichtrio – gespielt. Ungewöhnlich und schön.

Genau so waren sämtliche der gespielten, fantasievollen Bearbeitungen der Musikschule. Vermisste jemand etwa die Zither im Harry-Lime-Thema von Carol Reeds Film «Der dritte Mann»? Nein.

Neuversion des Klassikers

Denn Flöte, Klarinette, Oboe, Horn, Fagott und Gitarre machten ihre Sache hervorragend – genau so jedenfalls, dass man sich eine Neuversion des Klassikers mit dieser Neubesetzung ohne weiteres vorstellen kann.

Nino Rota? Ist das nicht der Komponist, der die schmerzlich-sehnsüchtige Filmmusik zu Fellinis «La Strada» geschrieben hat? Ja, ja, aber auch zu Coppolas «Der Pate» und so weiter.

Fellini & Co. hätten bestimmt ihre helle Freude gehabt, hätten sie dieses Rota-Medley in der Besetzung für Saxofon und Harfe gehört. Fazit: Die Lehrerinnen und Lehrer der Musikschule Brugg boten gestern Abend grosses Kino im Park.