Psychischer Notfall
Grosseinsatz in Bözen: Bewaffnete Polizisten eilten Sanitätern zur Hilfe

Einwohner von Bözen schreckten am Mittwoch auf, als zahlreiche Polizisten ein Wohnhaus umstellten. Dabei handelte es sich laut Kantonspolizei nicht um eine Straftat: Polizisten halfen Sanitätern bei der Abholung eines psychisch angeschlagenen Mannes.

Mario Fuchs
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Der Einsatz dauerte bis in den Abend hinein.
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Aufregung im Wohnquartier.
Grosseinsatz in Bözen

Der Einsatz dauerte bis in den Abend hinein.

Tele M1

Polizisten in Vollmontur – inmitten eines Wohnquartiers: Einwohner von Bözen staunten am Mittwochabend. Die Beamten waren mit mehren Patrouillenfahrzeugen angerückt und umstellten ein Haus.

Was die Anwohner sahen und ein Zuschauer später «Tele M1» berichtete, war jedoch keine Straftat. «Sanitäter des Rettungsdiensts prüften den Zustand eines psychisch angeschlagenen Mannes», erklärt Marianne Koch, Sprecherin der Aargauer Kantonspolizei.

Der Mann habe sich in einen Raum eingesperrt. Da man gewusst habe, dass er «kräftig gebaut» sei, hätten die Rettungssanitäter die Kollegen von der Polizei zur Unterstützung angefordert.

Beim Mann handelte es sich um einen Schweizer in «psychischem Ausnahmezustand». Polizeilich sei er nicht bekannt – man habe nur gewusst, dass es ihm nicht gut gehe und ihn deshalb auch vor sich selbst schützen wollen. Schliesslich habe er sich nach längeren Gesprächen selbst aus dem Raum begeben. Koch: «Wir mussten keinerlei Gewalt anwenden und es bestand auch zu keiner Zeit eine Gefahr für Drittpersonen».

Ein Einsatz dieser Art sei für die Kantonspolizei nichts Aussergewöhnliches. «Besonders war am Mittwoch in Bözen lediglich, dass es etwas länger dauerte und auffallender war als sonst üblich», sagt Marianne Koch. Häuftig seien Polizisten den Rettungssanitätern behiflich, wenn Personen für eine medizinische Betreuung oder Abklärung abgeholt werden müssten.