Elfingen

Gross und Klein schauen aufmerksam zu: Zwei Förster zeigen ihr Revier

Sebastian Meier und Andreas Bühler erzählen im Elfinger Wald viel Spannendes und Wissenswertes.

Wird ein Baum gefällt, sollte man auf keinen Fall in der Nähe sein. Die Teilnehmer der Waldbereisung in Elfingen konnten aber ausnahmsweise einmal hautnah mitverfolgen, wie solch eine Arbeit abläuft. Das Baumfällen war nur eine von insgesamt sieben Stationen, an denen die Förster Sebastian Meier und Andreas Bühler aus ihrem Revier berichteten.

Der Gemeinderat Elfingen lädt alle drei Jahre zur traditionellen Waldbereisung ein. Da in diesem Mai Sebastian Meier in den Ruhestand ging, wurde er auf dem Spaziergang von seinem Nachfolger bei Forst & Dienste Laufenburg-Gansingen, Andreas Bühler, begleitet und unterstützt.

Gemeinderätin Karin Märki begrüsste bei der Mergelgrube Schlotterboden – also bereits mitten im Wald – 58 regenresistente Teilnehmer, darunter einige Kinder und ein Hund. «So viele wie in diesem Jahr waren noch nie dabei», stellte erfreut der frisch pensionierte Förster fest. Seit 1992 war er für den hiesigen Wald zuständig.

Die Schäden durch die Käfer haben beschäftigt

Ausgestattet mit Regenjacken, Schirmen und Hüten, ging es auf die Reise. Zu Beginn stürmte es kräftig. Am ersten Posten befestigte Sebastian Meier laminierte Schaubilder an einem Holzgerüst, um damit den Wald als Wirtschaftsraum zu verdeutlichen.

Der Wald wurde beispielsweise nicht flächig verjüngt, sondern es wurden nur einzelne Bäume herausgenommen, erklärte Meier. So konnte Geld gespart werden. «In den vergangenen Jahren haben mich die vielen Schäden durch Käfer und das Eschenblattwelken beschäftigt», erzählte der erfahrene Förster in dem Zusammenhang.

Am zweiten Posten ging es um den Waldrand und seine Aufwertung. Andreas Bühler wusste, dass hier viele seltene Pflanzen und Orchideen wachsen und Spechte hausen. Ein Stück weiter wartete ein grosser Stapel Holz auf die Waldreisenden. Ein Schild mit der Aufschrift: «Hier lagert die Energie von 20400 Liter Heizöl!» hing davor. Holz gewinnt als nachwachsender Rohstoff an Bedeutung, ersetzt Heizöl und leistet einen wichtigen Beitrag zur Klimapolitik, so Bühler.

An der nächsten Station ging es ums Thema Bauen und darum, dass sehr viel Holz günstig ins Ausland exportiert wird. Meier erzählte mit Begeisterung vom Österreicher Erwin Thoma, der bereits 30 Jahre «gesunde» Häuser aus Holz fertigt.

Das Holz wird ganz ohne Leim zusammengehalten

In der Schweiz hat sich die Firma Truber Holz aus dem Emmental auf Holzhäuser spezialisiert. Meier hatte ein Truber-­Holzelement dabei, bei dem mehrere Schichten Weisstannen und Fichten nur mit Holzdübeln und ganz ohne Leim zusammengehalten werden. Truber verarbeite auch Elfinger Holz, so Sebastian Meier.

Am nächsten Posten zeigten die beiden Förster auf einem Plan Altholzinseln im Revier und etwas weiter wartete der Lernende Aaron Bütikofer an einem Warnschild für Holzschlag. Er fällte dann unter Aufsicht der erfahrenen Förster eine Weisstanne direkt am Wegrand. Die Kinder machten grosse Augen und auch die Erwachsenen schauten aufmerksam dabei zu, wie der hohe Baum zielgerichtet gefällt und danach blitzschnell aus dem Weg geräumt wurde. Den Abschluss der informativen Reise durch den Wald bildete das Thema Klimaveränderung.

Gemeinderätin Karin Märki bedankte sich auf dem Waldfestplatz bei beiden Förstern für den faktenreichen Spaziergang. Dann verabschiedete sie den bereits pensionierten Sebastian Meier und betonte dabei die ausgesprochen gute Zusammenarbeit in all den zurückliegenden Jahren. Zum Trockenwerden, zum Aufwärmen und zum Zobig wurden danach alle Wanderer in die Turnhalle nach Elfingen eingeladen.

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