Mülligen

Grössere Investitionen in der Wasserversorgung – Anpassung der Gebühren ist nötig

In Mülligen müssen die Gebühren für die Wasserversorgung angepasst werden.

In Mülligen müssen die Gebühren für die Wasserversorgung angepasst werden.

In Mülligen kämpft der Eigenwirtschaftsbetrieb Wasser mit einer steigenden Verschuldung. Deshalb sollen nun die Tarife erhöht – zuerst die Verbrauchsgebühr, dann die Grundgebühr.

Der Eigenwirtschaftsbetrieb Wasser der Gemeinde Mülligen sieht sich mit einer steigenden Verschuldung konfrontiert. Der Investitionsplan sieht bis ins Jahr 2025 grössere Investitionen vor. Diese sind notwendig, um die Trinkwasserversorgung auch in Zukunft zu gewährleisten.

Die jetzigen Einnahmen aus den Benützungsgebühren vermögen diese Ausgaben nicht zu decken, schreibt der Gemeinderat im Mitteilungsblatt. «Damit der Eigenwirtschaftsbetrieb Wasser weiterhin der Eigenwirtschaftlichkeit gerecht wird, drängte sich eine Überprüfung der Benützungsgebühren auf», heisst es.

Die Tarife werden gemäss Wasserreglement durch den Gemeinderat unter Wahrung der vorgegebenen Tarifstruktur, der Eigenwirtschaftlichkeit des Werks Wasser, allfälliger spezialgesetzlicher Vorgaben und unter Berücksichtigung der langfristigen Finanzplanung festgelegt. Die langfristige Finanzplanung der Wasserversorgung weist einen sehr hohen Investitionsbedarf in den Jahren 2020 bis 2028 aus.

«Die geplante Preisänderung wurde dem Preisüberwacher zur Stellungnahme unterbreitet», schreibt der Gemeinderat. Der Preisüberwacher hat dem Gemeinderat empfohlen, die Gebührenerhöhung zu etappieren. In einem ersten Schritt sollte die Verbrauchsgebühr auf Fr. 1.30 pro Kubikmeter Frischwasser angehoben und in einem zweiten Schritt, nach etwa zwei Jahren, sollte eine Erhöhung der Grundgebühr in Erwägung gezogen werden.

Im Bericht geht der Preisüberwacher davon aus, dass Mülligen respektive die Wasserversorgung nur sehr gering verschuldet ist. Dies erlaube es der Gemeinde, die vorgesehene Gebührenerhöhung zu etappieren.

Der Gemeinderat hält mit Verweis auf den Finanzplan der Wasserversorgung fest, dass die Nettoschuld selbst bei einer Erhöhung der Verbrauchsgebühr auf Fr. 1.50 pro Kubikmeter Frischwasser bis 2028 auf 1,9 Mio. Franken ansteigt. «Die Verschuldungsgrenze von 505'000 Franken wird damit weit überschritten und es ist von einer Überschuldung der Wasserversorgung die Rede», warnt die Behörde.

Die Erhöhung der Verbrauchsgebühr wurde nicht wie geplant per 1. Juli 2019 umgesetzt. Der neue Tarif gilt erst ab 1. Juli 2020 und wirkt sich erstmals auf die Rechnung im August 2021 aus. Damit wurde der Forderung nach einer Etappierung auf zwei Jahre teilweise Rechnung getragen.

In Anlehnung an diese Empfehlung werde ausserdem in einer zweiten Etappe, voraussichtlich im Herbst 2020, die Anpassung der Grundgebühr überprüft, informiert die Behörde. Einzusehen ist der Bericht auf der Gemeindekanzlei.

Der Gemeinderat hat beschlossen, die Verbrauchsgebühr gemäss Wasserreglement vom 16. Juni 2017 mit Wirkung ab 1. Juli 2020 von bisher 1 Franken pro Kubikmeter Frischwasser auf neu Fr. 1.50 pro Kubikmeter zu erhöhen.

Quellfassung Giesse wird regelmässig kontrolliert

Apropos Trinkwasser: Mitte Juni 2019 hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) mitgeteilt, dass die Ablaufprodukte des Pflanzenschutzmittelwirkstoffs Chlorothalonil als gesundheitlich relevant einzustufen sind.

Infolgedessen wurden schweizweit in vielen Gemeinden Trinkwasserproben durchgeführt, so auch in Mülligen. Dabei wurde die Quellfassung Giesse auf Pflanzenschutzmittelrückstände und im Speziellen auf Rückstände von Chlorothalonil untersucht.

In der Probe waren Rückstände von Chlorothalonil in geringer Konzentration (0,071 g/l) unterhalb des Grenzwerts von 0.1 g/l nachweisbar. Aus gesundheitlicher Sicht ist das unbedenklich. Das Amt für Verbraucherschutz des Kantons Aargau empfiehlt aber, den Befund abzuklären und zu bewerten.

Der Gemeinderat Mülligen hat entsprechend reagiert und die regelmässige Beprobung der Quellfassung Giesse beschlossen. Die Quellfassung wird viermal im Jahr auf Chlorothalonilrückstände überprüft. Die Ergebnisse werden im Mülliger Blatt veröffentlicht. (az/jam)

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