Medizinisches Zentrum Brugg

Grenze von 5000 Eingriffen geknackt

Präsentieren die Zahlen zum Jahr 2018 (v. l.): Ruedi Steiner, Mitglied des Verwaltungsrats; Sandra Kunz-Weingart, Geschäftsleiterin bis Ende März; Andreas Meyenberg, ärztlicher Leiter und Vizepräsident des Verwaltungsrats; Jürg Meier, Geschäftsleiter ab Mai.

Präsentieren die Zahlen zum Jahr 2018 (v. l.): Ruedi Steiner, Mitglied des Verwaltungsrats; Sandra Kunz-Weingart, Geschäftsleiterin bis Ende März; Andreas Meyenberg, ärztlicher Leiter und Vizepräsident des Verwaltungsrats; Jürg Meier, Geschäftsleiter ab Mai.

Die abtretende Geschäftsleiterin Sandra Kunz-Weingart freut sich über den positiven Abschluss.

Das Medizinische Zentrum Brugg (MZB) kann einen Rekord verzeichnen: Erstmals ist die Grenze von 5000 Eingriffen geknackt worden. Gross war die Freude an der Medieninformation zum Geschäftsgang 2018 denn auch bei Geschäftsleiterin Sandra Kunz-Weingart. Finanziell allerdings, räumte sie ein, sei es kein Rekordjahr gewesen.

Konkret gezählt worden sind 5137 Eingriffe (Vorjahr 4930), erarbeitet wurde ein betrieblicher Gesamtertrag von 7,5 Millionen Franken (Vorjahr 8 Millionen Franken), erzielt wurde ein Gewinn von 48'069 Franken (Vorjahr 81'321 Franken). «Wir sind stolz, trotz der schwierigen Ausgangslage eine schwarze Zahl schreiben zu können», fasste Sandra Kunz-Weingart zusammen.

Gemäss Verwaltungsrat war dieses Resultat nur möglich dank zusätzlicher Flexibilität in allen Bereichen sowie striktem Kostenmanagement und Entgegenkommen der Belegärztinnen und Belegärzte bei den erforderlichen Tarifanpassungen. Andreas Meyenberg, ärztlicher Leiter und Vizepräsident des Verwaltungsrats, sowie Ruedi Steiner, Mitglied des Verwaltungsrats, verwiesen auf die Tarifkürzungen für ambulante medizinische Eingriffe, die dem MZB zu schaffen machen. Die Zielsetzung «ambulant vor stationär» sei grundsätzlich zwar zu begrüssen, hielten sie fest. Dass die Tarife für die ambulanten Eingriffe aber zum Teil massiv nach unten korrigiert wurden, sei ein Schlag für die Leistungserbringer. Dazu komme die Uneinigkeit von Bund und Kanton, welche Eingriffe grundsätzlich ambulant durchgeführt werden müssen.

In nur zwei Wochen umgebaut

Zwei grössere Umbauprojekte standen an 2018 im MZB. Einerseits wurden Räumlichkeiten frei durch den Umzug der Onkologie KSB in das benachbarte Haus der Medizin. Belegarzt und Verwaltungsratsmitglied James Bruderer hat diese Gelegenheit genutzt und seine Praxis «Orthopädie Wasserschloss» räumlich und personell erweitert.

Andererseits wurden die Operationsräumlichkeiten saniert und eingebaut wurde eine komplett neue Sterilisationsabteilung. Dass es gelang, dieses Projekt nach einer längeren Planungsphase innerhalb von nur rund zwei Arbeitswochen umzusetzen, sei dem entsprechenden Engagement aller Beteiligten zu verdanken, hob Sandra Kunz-Weingart hervor.

Die Geschäftsleiterin ihrerseits hat nach ihrem Mutterschaftsurlaub im letzten Oktober ihre Kündigung bekannt gegeben. Sie habe eine sehr lehrreiche Zeit erleben dürfen seit Oktober 2015, hielt sie fest. Sie verlässt das MZB Ende März. Ihre Nachfolge wird Jürg Meier antreten auf Anfang Mai. Der 45-jährige Betriebsökonom und Spitalexperte war in den letzten Jahren am Kantonsspital Winterthur tätig. Das MZB habe er als sehr positiven Betrieb kennen gelernt, schilderte er seine ersten Eindrücke und nannte die Stichworte innovativ, pragmatisch, flexibel oder individuell. Man mache sich Gedanken um die Zukunft.

Intensiv mit Strategie befasst

Apropos Zukunft: Anfang dieses Jahres hat sich der Verwaltungsrat intensiv mit der Überarbeitung der Strategie befasst. Es gelte zu reagieren auf anstehende Veränderungen, erklärten Meyenberg und Steiner. Bleiben werde das MZB, daran soll sich nichts ändern, eine Institution für Brugg und die Umgebung, die eine ambulante Versorgung anbieten kann. Die Luft werde dünner, es sei sinnvoll, sich frühzeitig mit den Entwicklungen und ihren Auswirkungen zu befassen, «solange es uns finanziell gut geht», bestätigte Sandra Kunz-Weingart.

Im Verwaltungsrat, ergänzte Ruedi Steiner, sind neue Kräfte gefragt für die nächste Epoche, die angebrochen ist. Neben ihm auf eine Wiederwahl verzichten werden an der Generalversammlung: Urs Hänggli, Rainer Klöti, Dieter Keusch, Peter Rähmi und Reto Wettstein. Teilweise handelt es sich um Mitglieder, die seit den Anfängen 2005 mit von der Partie sind. Es sei unglaublich, was aus fast nichts entstehen konnte, was erreicht wurde in einer Branche, die fast immer im Kreuzfeuer stehe, blickte Steiner zurück. Ziel sei es, diese Abgänge Schritt für Schritt zu ersetzen mit Personen, die gut vernetzt sind.

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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