Brugg
Greift die Stiftung Rotes Haus zu? Laden im Traditionshaus steht zum Verkauf

Der schon seit längerem leer stehende Laden im Roten Haus wird zum Verkauf angeboten. Seit Jahren versucht die gleichnamige Stiftung die ganze Liegenschaft zu erwerben. Ob das Ladenlokal in ihrem Interesse steht, ist allerdings unklar.

Claudia Meier
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Die Besitzverhältnisse im Roten Haus sind kompliziert. Zum Verkauf ausgeschrieben ist der Laden (r.) neben der Heilbar. Der Saal wird weiterhin von der Freikirche ICF genutzt.

Die Besitzverhältnisse im Roten Haus sind kompliziert. Zum Verkauf ausgeschrieben ist der Laden (r.) neben der Heilbar. Der Saal wird weiterhin von der Freikirche ICF genutzt.

zvg

Die 2013 gegründete Stiftung Rotes Haus scheute vor eineinhalb Jahren keinen Aufwand, als es darum ging, die interessierte Bevölkerung in Brugg über die Zukunft des Traditionshauses zu informieren.

Dabei ging es ihr in erster Linie um die Suche nach Investoren, um künftig auch die restlichen Räumlichkeiten (inklusive Saal) zu erwerben. Denn die Besitzverhältnisse der markanten Liegenschaft am Tor zur Altstadt sind kompliziert und eine umfassende Modernisierung des Gebäudes fast ein Ding der Unmöglichkeit.

Seit Anfang 2015 sind Hotel, Restaurant, Heilbar sowie einige Nebenräume im Besitz der Stiftung Rotes Haus. Am Angebot der Trattoria mit den italienischen Spezialitäten und dem langjährigen Pächter hat sich nichts geändert. Um die Gesamtvision umzusetzen bräuchte es noch mehrere Millionen Franken.

Zweck der Stiftung ist gemäss Handelsregister die ganzheitliche Wiederherstellung, Förderung und Festigung von Menschen auf gesamtbiblischer Basis, ungeachtet ihrer Herkunft, sozialen Stellung, Ausbildung und Fähigkeiten. Auch Beratungen, Schulungen und andere unterstützende Dienste sowie der Kauf und Verkauf von Immobilien sind vorgesehen.

Der Stiftungsrat reagiert nervös

Seit dem Informationsanlass Ende August 2016 hat die Stiftung im Hintergrund gearbeitet. An die Öffentlichkeit ist seither nur wenig gedrungen. Stiftungsrat Thomas Neukomm betonte damals, dass es sich um ein komplexes Vorhaben handle und noch einige Fragen offen seien. «Aus dem Haus wird keine Kirche», entgegnete er auf kritische Fragen. Hinter der Stiftung stehe weder eine Institution noch eine Sekte.

Die Suche nach Investoren scheint allerdings nicht einfach zu sein. Potenzielle Geldgeber möchten von der Stiftung zuerst genauere Zahlen und ein ausgearbeitetes Konzept.

Schon lange leer steht das Ladenlokal im Roten Haus neben der Heilbar. Seit wenigen Tagen hängt im Schaufenster eine Blache, auf der steht, dass das Ladenlokal zum Verkauf steht. Zuletzt war in diesen Räumlichkeiten eine hübsche Boutique mit Wohnaccessoires eingemietet. Das Lokal verfügt über 40 Quadratmeter Laden- und 6 Quadratmeter Lagerfläche sowie ein grosses Schaufenster, dunklen Steinplattenboden und eine Toilette.

Der Kaufpreis beträgt 330 000 Franken. Zuständig für den Verkauf ist die home2be Immobilien GmbH in Baden-Dättwil. Das Angebot in der oberen Brugger Altstadt hat schon mehrere Interessenten angesprochen. «Wir hatten bereits verschiedene Besichtigungen», sagt Ansprechpartner Adrian Michel. Für die Nutzung dieser Fläche sei vieles denkbar – vom Kebab-Stand bis zum Spielwarenladen.

Ob sich auch die Stiftung Rotes Haus für den Erwerb dieses Ladenlokals interessiert, ist nicht klar. Die beiden Stiftungsräte Thomas Neukomm und Hans Keller reagieren auf eine entsprechende Anfrage der AZ nervös. Sie wollen keine Fragen beantworten. An der Vision der Stiftung Rotes Haus hat sich laut der Website nichts geändert: «Das Rote Haus soll wieder ein Ganzes werden, ein Organismus mit einem Ziel: der Stadt und den Menschen zu dienen.»