Brugg

Glockengeläut aus Solidarität: «Gleichberechtigung. Punkt. Amen.»

In der Stadtkirche Brugg werden am Freitagnachmittag die Glocken läuten.

In der Stadtkirche Brugg werden am Freitagnachmittag die Glocken läuten.

Für eine gemeinsame Aktion aus Solidarität mit den streikenden Frauen spannen die Katholiken und die Reformierten morgen zusammen.

Morgen Freitagnachmittag werden in Brugg um 15.30 Uhr die Glocken der katholischen St.-Nikolaus-Kirche sowie der Reformierten Stadtkirche läuten. Mit dieser ökumenischen Aktion will sich der Pastoralraum Region Brugg-Windisch solidarisch zeigen mit den Anliegen der streikenden Frauen. Die Glocken werden nicht nur in Brugg, sondern auch in den anderen vier Kirchenzentren in Riniken, Windisch, Schinznach-Dorf und im Birrfeld läuten. Sie sollen daran erinnern, dass die Frauen um halb vier Feierabend hätten, weil sie für die gleiche Arbeit noch immer rund 20 Prozent weniger verdienen als die Männer.

Der Schweizerische Katholische Frauenbund ruft unter dem Motto «Gleichberechtigung. Punkt. Amen.» zum Frauen*KirchenStreik auf. Der Frauenbund Aargau (AKF) hat ein eigenes Aktionskomitee gegründet und trifft sich morgen um 15 Uhr in Aarau vor der kath. Kirche Peter + Paul. Auch Frauen aus dem Pastoralraum Region Brugg-Windisch werden sich dort anschliessen.

Quotenregelung bei Reformierten

Während der Handlungsbedarf in Sachen Gleichstellung in der Römisch-Katholischen Landeskirche nach wie vor sehr gross ist, sagt Präsidentin Trudy Walter von der reformierten Kirchenpflege Brugg: «Die Gleichstellung von Mann und Frau ist in der Landeskirchen der Reformierten zum Glück angekommen. In Brugg selber dürfen wir von einer klaren Quotenregelung sprechen, ausser bei den Katecheten sind wir ausgeglichen.» Sie würden aber bestimmt nie wegschauen, was das Thema Ungerechtigkeit generell gegenüber dem Menschen anbelangt, und vor allem schweiz- und weltweit von grossem Belangen ist. «Unsere vielen Projekte, die wir unterstützen, sind Zeichen dafür», ergänzt die Präsidentin.

Die Aargauer Synode sei äusserst effizient in obligatorischer Schulung des Personals was Schutzmassnahmen, beispielsweise bei Grenzverletzungen und sexuellen Übergriffen in der reformierten Landeskirche anbelange. «Wir führen Fachstellen für Gender-, Frauen-, Männer-Fragen, auch die Gleichstellungsfrage ist immer präsent.» Es werde stets versucht, den respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander zu fördern und zu leben.

Deshalb werden morgen die Kirchenglocken der Reformierten solidarisch zu den Frauenanliegen und dem Frauenstreiktag im ganzen Land erklingen. «Auch werden unsere weiblichen und männlichen Angestellte das Mittag- essen auf dem Neumarkt einnehmen», so Trudy Walter. Dort und im «Odeon» gibt es Streiksuppe, Musik und Reden.

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